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Der treue Zionswächter · 1849-03-09 · 10 (9.3.1849) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
10 (9.3.1849)
Date
1849-03-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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'»M 78 einigermaßen zu Heilen. Er folgte den weisen Rath seines Lehrers, und bemühte sich so viel als möglich, das Finstere aus seinem Innern zu verscheuchen, und das Fest in Gott ergebner Freude feiern zu können. So vergingen nun einige Wochen. Hatte auch das Treiben im Leben seine Gedanken einigermaßen von dem trüben Gegenstände abgezogen, so konnten sie doch nicht von ihrer trüben Stimmung befreiet werden. Es überfiel ihm nun eine nur gering scheinende Unpäßlichkeit, die Niemand achtete, bei ihm aber erneuerte sich das Gefühl jener Nacht in einem noch stärkeren Grade, er fühlte sich genöthigt, sich jetzt vollkommen auf jenes Leben vorzuberciten. Das Unwohlsein, verschlimmerte sich jetzt wirklich in einer kurzen Zeit, so daß die Todesstunde nahe schien, und die V'7LN enL'va herbei geholt werden mußte, worunter auch der Rabbiner war. Jener warf sogleich auf diesen einen bedeutungsvollen Blick und befahl, daß man ihn auf einer kurzen Zeit mit dem Rabbiner allein lassen möge. Dann fragte er denselben, ob er jetzt die Sache der entdecken solle, damit man an diese göttliche Fügung eine Lehre nehmen möge. Und sich nickt vom Glanze des Irdischen verblenden - lassen solle, einen frömmeren religiösen Lebenswandel eutschlagcn möge. Der Rabbiner rieth ihm aber-atts triftigen Gründen ab, worauf jener denn diesen auf's Dringendste ersuchte, es nach seinem Tode zu veröffentlichen. Die enzn ward daun wieder hcrcingclasscu. Hier lag nun der Sterbendeentschlossen und ruhig; als hätte er die Todesstunde berechnet gehabt, schien er die Stunde zu begrüßen, in welchem er seine Seele ihren Herrn übergab. * H Hatte nun der Rabbiner den Willen des frommen Sterbenden auf's Genaueste vollführt und seiner Gemeinde kund gethan, so glaube ich seinen Willen noch vollkommener ausüben zu können, indem ich auch andern Gemeinden dieses merkwürdige Ereigniß, daß sich erst vor einigen Jahren in einer nicht geringen zugetragen hatte, ungeschmückt erzähle. Daß so mancher, der leichtsinnig und kalt seine Lebensbahn durchläuft, hierin eine theure Lehre nehmen möge, daß er die Nichtigkeit des Lebens erwäge, erwäge wie ihn ein plötzlicher Ruf unvorbereitet in den Pallast rufen kann, daß nicht jedem wie jenem Gelegenheit gegeben wird, die Nähe seiner Todesstunde zu gewahren und sich auf dieselbe vorbereiten zu können, um vollkommen in das Allerheiligthum einzutreten. - - ZeLtrrrrgsNKchrichteN. Preusten. Von der Spree. Ein höchst überraschendes, unserer Erwartung entgegengesetztes Gerücht wurde neulich als glaubwürdig mitgethcilt. Mehrere der strengeren Partei angehörigen Rabbinen sollen gesonnen sein, gleichsam als Gratifikation für die neue Errungenschaft auch ihrerseits von der bisherigen Konsequenz abzulassen, und einige Koncesssonen zu geben; besonders die Liturgie umzugestalten. Wir gestehen, daß wir gerade in der neuesten Zeit kaum so Etwas vermutheten. Nichts drängt uns zu einer Gemeinschaft mit Leuten anderes Sinnes, und v'öL »277-rv anders zu häudeln, als unsere Ueberzeugung uns verpflichtet, halten wir für sehr unangemessen. Man sage nickt, daß es nur eine Reform äußerer Zustände seien, die das Wesen unberührt lassen, denn einmalerkennen wir im Judcnthume nichts als bloßes /Formelles an, alle Instttutionen sind von Bedealtung/und schließen sich so dem eigentlichen Kern, an; andrerseits wissen wir, wie der erste Schrirtzur Reform unbedingt immer weiter führet, so daß zuletzt eine Reform der Reform erforderlich sei. Deshalb wollen wir hiemit im Voraus warnen, sich nicht durch die Zeitbewcgungen wirre machen zu lassen, sondern ans der alten Bahn zu beharren. CK. Berlin. In Folge der Verhandlungen des Isten vereinigten Landtages über die Iudcnverhältnisse, erließ d. damalige Ministerium Thile-Bodelschwingh bekanntlich ein neues Indengesetz/ in welchem auch Anordnungen über die Spnagogen-Angelegenheiten enthalten waren. Diese Anordnungen blieben indeß im Sturme der revolutionären Neuzeit unausgeführt und seitdem nun die Religionen in sich und vom Staate frei geworden sind, bleiben Seitens der Juden die Maaßregel zu treffen, um ihre kirchliche Kommunität von den Banden zu befreien, welche die Zeit Friedrichs des Gr. ihr angelegt hatte. Es ist daher in diesen Tagen von der hiesigen Gemeinde eine Kommission niedergesetzt, welche über

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