Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 10 (9.3.1849)
- Date
- 1849-03-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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bung oller und jeder Religion ausgesprochen, und sa- Mit die Basis aller Sittlichkeit-, zu welcher die Harmonie unter den Menschen doch sicherlich gehört, hinweggenommen. Das Gegenthcil von dem, waS man erzielte, hätte man also erlangt. Alles Höhere würde bann aus dem Leben verbannt sein, der Egoismus sich mit seinem ganzen Gefolge in die Menschheit hineinnisten, und eine vollständige Entzweiung aller Menschen, wäre die herrliche Aussicht, welche uns die neue Sraatsumwälzung bieten wird. Blödsinn, oder richtiger der JndifferentiSmus konnte die Religionsverschiedenheit als Standpunkte erklären wir die Neligionsvecschiedeuheir als das erste Ehehinderniß. *) Die Vision Ln der Es war jene heilige Nacht, tiefe Stille war in den Wohnungen B*S eingetreten, nur aus einem Hause schimmerte ein Helles Licht dem einsam Wandelnden entgegen und ein reges waches Leben ward man in demselben gewahr, denn laut schallende Stimmen tönten aus diesem Hause durch die ruhigen Gassen. Nicht war es die Stimme einer berauschten Gesellschaft, nicht die eifrigen Spieker, auch hatte keine angenehme Unterhaltung der Gesellschaft die Macht des Schlafes besiegen lassen; nein, es war die Stimme der Thauro,' die die nächtliche Stille mächtig durchdrang, es war eine andächtige Versammlung zum Dienste Gottes, zur Beschäftigung mit seinem heiligen Worte. Denn es war ja die Nacht jenes heiligen Festes, wo unsere Handlungen zum letzten Male vor dem höchsten Nickten bvonc geführt,' wo unsere Schicksale den himmlischen Boten übergeben werde». Es war die Nacht von Auch diesesMal verfehlte der Mond nicht als Zeichen unsrer Schicksale hell am Horizonte zu »erscheinen. In seinem silbernen Glanze sieht man noch einen Mann einhergehen, es ist ein Jehudk, den der Beruf diese Nacht ans diesem Weg gebracht, denn er ging auf das beleuchtete Haus zu. — Doch plötzlich ward er in Aus Mangel an genügender Muße haben wir daS obige Thema mehr skizzcnartig behandelt. Bei gelegener Zeit soll eine ausführlichere Behandlung desselben folgen. Thatsächlich verbürgt» fernem Wege unterbrochen, zitternd sprang er einige Schritte zurück und ein banger Schrecken malte sich auf seinem Gesicht. Wie versteinert stand er so einige. Minuten. Todtenblasse bedeckte fein Gesicht, und sein starrer Blick war auf dem Boden geheftet. Er ward aber immer ängstlicher, er sah sich um und fragte mit abgebrochenen Worten einen nah vorbeigehenden Jüngling, ob er so eben nichts gesehen habe, was jener aber verneinend beantwortete. Er ging nun so in ängstlichen Schritten fort, indem er aber seinen innen: Blick wild umherwarf, bis er endlich das Haus erreichte. — Hier war aber alles so andächtig oder doch so eifrig beschäftigt, daß dieser Mann, trotz der tiefen Angst und des Kummers der auf* sein Gesicht ausgedrückt war, nicht besonders bemerkt wurde. Nur Einer gewahrte dieses Schreckensbild, es war der Rabbiner, ein weiser, acht frommer Gelehrter. Er las ans seinen Blicken, aus feinen unruhigen Bewegungen und vertieften Gestchtözügcn, daß ein Kummer sein Inneres übermanne. Als nun jener, wahrscheinlich weil das lebhafte fröhliche Treiben seine innere Pein nur vermehrte, das Zimmer verließ, ging ibm der Rabbiner nach. Jener sprach denselben, nachdem er mehrere Mal zu sprechen angcfangen, aber immer verworren unterbrach, endlich entschlossen an: «Es liegt mir lieber Herr Rabbiner etwas auf dem Herzen, sollte ich cs Ihnen sagen? Der weise Gelehrte, der von dem Allen schon merkte, was vorgegangcn sein konnte, crwiederte, er soll cs ihm nur anvcrtrancn. In ängstlich abgebrochenen Worten erzählte er ihm nun Folgendes: Als ich so eben ans dem Wege hieher die Straße umbengen will, da streifte bei mir eine schreckliche Erscheinung vorbei, eine Leiche im schwarzen Sarge getragen erblickte ich mit offnen Augen, die mich berührte und verschwand. Dies sprach er, und stieß einen tiefen Seufzer aus. Der fromme Seeleusorger redete ihm sogleich ans Herz, um ihn zu beruhigen, sagte ihm nämlich, daß er wol vom ganzen Herzen Buße thnn, aber weiter den nicht entweihen solle, vielmehr auf Gott vertrauen, der Manches dem Menschen aufstoßen läßt, daß er seine Schwachheiten entferne und ernster denken und handeln solle; befahl ihm aber, diese Sache Niemanden zn entdecken n. s. w. Und die Worte des geliebten Lehrers fanden Eingang in das wunde Herz, es zum Wenigsten