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Der treue Zionswächter · 1849-03-02 · 9 (2.3.1849) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
9 (2.3.1849)
Date
1849-03-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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solchen, die sich unbedingt dem Ausspruche der schriftlichen und mündlichen, göttlichen Lehre unterwerfen. Mit Männern aber, welche sagen: stehen wir als schlichte Menschen nicht in Bündniß, Toleranz gegen solche Männer üben, heißt nur gleichgültig gegen die göttliche Lehre selbst sein. Andererseits kann von einer Intoleranz jetzt gar keine Rede sein. Gewissensfreiheit ist gestattet, sie wird von allen Reformatoren beansprucht und in einem sehr hohen Grade auegeübt. Und wir, die wir von dieser Freiheit keinen neuen Gebrauch machen wollen, sollen unser Gewissen unterdrücken, mir Ruh' und Gleichgültigkeit alle und jede Schmähung, welche sich Tollkühnheit und Unverstand gegen die göttliche Lehre erlaubt, ertragen und erdulden? gar von uns wir erkennen den für den unsrigen, wenn er gleich uns an rnw fest halt; jeden andres Sinnes weisen wir von uns, er ist nicht unser Gegner, sondern der göttlichen Wahrheit ein rcvv -n p v'pcIL vzsH, und um uns selbst zu genügen, müssen wir jede Vereinigung mir einem solchen vermeiden. (Beschluß folgt.) -e-^Zr^-Z- Religiöse Arialekten. Von ..Wer eine Mitzwa nach ihrer Vollkommenheit auSübt, erwirbt sich Seligkeit-" Vom Rausche der Genußsucht betäube, wüst sich der Schwelger auf's Lager; die Nichtigkeit Idee Lebens mit seinen Schwachheiten schwebt in schwarzen, bangen Gespenstcrlarven vor ihm vorüber. , Eine düstere Helle ist dem Ungläubigen die Nacht, in welcher er von der Pein des Zweifels gemartert, den Tod als seine vermeintliche Erlösung, als der Schatze edelsten Sucht. Ein Paradies hingegen ist dem frommen, frohen Gläubigen das Leben, ein Eden ihm, in welchem er süße, himmlische Früchte pflanzt und genießt! — Groß, ja unendlich groß ist die Welt dem, der von Sinai aus sie überblicke, ihm strahlt eine erquickende, erhebende Sonne auf seine Lebensbahn, und so durchschreitet er in himmlischer Wonne, in Liebe und Freude den Weg zur Seligkeit, — das Leben. Aber auch der Jehudi nur, der sein Jahr in fünfzig SchabbaSwochen eingetheilt, und dennoch keinen Ruhetag hat, er hat deS Lebens wahre Größe erkannt, und er weiß eS zu genießen. Der Zehudi, der in jedem Erzeugnisse der Welt, in jedem ihrer Wesen die Allmacht GotteS geschrieben sieht, der in jedem Geschöpfe seinen lieben Allvater erblickt, er erhebt die Körperweltaus ihrer niedrigen Stellung, verleiht ihr die Würde eines Tempels des Allerheiligsien! — Er, der da schläft auf dem Kissen der Liebe seines Allvaters, er, dem der Gedanke der seinen allgütigen Wohlthater frische Löwenkraft auf den bevorstehenden Tag bei seinem Erwachen verleiht, dem die Wimpern des AugeS Thoren zum Paradiese sind, er ist Zehudi, und genießt das Glück des Zehntes, ihm betrübt kein Unfall, »er kennt kein Unglück, er kennt nur seinen Allvater und sein allgüliges Wirken! — 1. Doch wodurch gelangen wir zu dieser Erhabenheit? Was ist eS, daß uns aus diesem irdischen Standpunkt, zu einem solchen himmlischen erhebt? Nichts, als eben das lebendige Ausfuhren der heiligenden MitzwanS, die vermöge ihrer Göttlichkeit unftrn Geist immer neue Labung, neue Stärkung verleihen. Und jeder Schritt im Leben ist mit der heiligen. Würze eines solchen heiligen Befehls veredelt. Die Ceremonien, sie, die in Neuester Zeit von so vielen bekrittelt und verachtet wurden, sie sind es, die besonders ans unsre Seele so mächtig einwirken. Oihr Armen, die von den verweist es, wohin eS gehört, in das Gebier des Materialismus. *) Eine einzige solche hehre Erhebung läßt fühlen, wie Alles im Gebiete des cerrmoniellen, göttlichen Ursprungs ist. — buche mtnchme: «Aber selbst an^er Spitze sogenannter Ncligionsformen stehen mitunter die hcuchclndsten Pfaffen, die mit lügenhafter Zunge, ohne Liebe im Herzen, den beschwatzten Gläubigen ein Stern der Aufklärung zeigen, der ein Fixstern ihres Egoismus ist, durch dessen goldne Abfälle, sie ihre Hab-

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