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Der treue Zionswächter · 1849-02-16 · 7 (16.2.1849) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
7 (16.2.1849)
Date
1849-02-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ol Ihr, die ihr meistens noch Kinder seid, von der Regierung eines Staates wissen? Solltet Ihr nicht voraussetzen, daß ältere und klügere Leute, als Ihr, zu Eurem Besten der Regierung verstehen? Wenn ich in eine Maschinenbauanstalt einträte, und die Maschinerie um mich her sehe, wäre es nicht grober Eigendünkel von mir, wenn ich vorschlüge, irgend einen Theil derselben zu verändern oder ihre Einrichtung zu verbessern? Gewiß würdet Ihr mir in's Gesicht lachen und mir erklären, daß wenn ich eine Veränderung ins Räderwerk Vornahme, die ganze Maschine dadurch in Unordnung käme, und Ihr wurdet recht handeln, mir meine unberufene Einmischung zu verweisen und mich zum Gebäude hlttanszurreiben. Es ist aber genau dasselbe, waS Ihr Euch hinsichtlich der Landesregierung unterfangen habt. Die Näder des Staats sind von der Regierung zum Besten des Landes in Bewegung gesetzt worden, und wenn Ihr es versucht, die Stellung dieser Räder zu verändern oder neue einzusetzen, würdet Ihr die ganze Maschinerie in Unordnung bringen. Ueberzeugt Euch nur, daß cs reifliche Ueberlegnng und tiefes Studium erfordert, um zu wissen, welche Maaßregeln die Regierung zum allgemeinen Besten zu treffen hat. Ich will hiermit nicht sagen, daß nichts Mangelhaftes in der Verwaltung dieses oder eines andern Staates sei, aber so viel steht fest, daß Eure eigne Wohlthat viel besser durch ruhiges Verhalten, als durch gewaltthätige Schritte gesichert ist, und Ihr könnt mir glauben, daß Diejenigen, welche Euch einredcn wollen, Eure politische und soziale Lage sei durch Aufruhr zu verbessern, nichts weiter als Quaksalber sind. Wie' die Pillen der Quaksalber, die alle Krankheiten heilen sollen, werden sie denen nur den Tod bringen, die so thöricht sind, sie zu gebrauchen. Es sind politische Quaksalber, denen ihr Euer gegenwärtiges Unglück zuzuschreiben habt. Ein wahres Glück wird einzig und allein durch Fleiß, Mäßigkeit nud Religiosität befördert. Zugleich fühle ich mich genöthigt. Euren Fabrikherren dringend ans Herz zu legen, daß es ihre Pflicht ist, sich gegen Euch zu benehmen, wie es einem Menschen gegen den andern ziemt, danach zu sehen, daß Ihr gehörig unterrichtet werdet, und nach besten Kräften für die Verringerung Enrer Noth zu wirken. Der Rath, den ich ertheile, ist der beste, den ich Euch zu geben vermag. Viele aus Eurer Zahl sind noch sehr jung, einige jünger, als meine eigenen Kinder, und ich spreche zu Euch, wie ich zu diesen sprechen würde. Es ist Eure Pflicht, die Negierung des Landes zu achten, die sich stark gezeigt, und in Eurem Fall sich als höchst gütig bewiesen hat. Ihr seid nun entlassen, nachdem Ihr die Verpflichtung eingegangen, den Frieden nicht weiter zu stören. Aber bedenkt, daß wenn Ihr Euch wieder eines Fehltritts schuldig macht, Ihr einer harten Strafe nicht entgehen werdet." Staatsbürger-Pflicht. Einer Schrift über „Volks-Erziehung", vor Kurzem in London erschienen, entnehmen wir folgende beachtenswcrthe Äußerung: „Der Patriotismus wird meist in zu beschränktem Sinne ausgefaßt. Der echte Patriot ist nicht etwa nur derjenige, der aus anhänglichster Liebe zur Heimath ihr willig jedes Opfer bringt, für seines Vaterlandes Heil, Glück, Ruhm und Freiheit zu leben und zu sterben weiß. Auch der ist Patriot, der, weil er begriff, daß ohne Ordnung keines der edlen Lcbensgnter, ohne Gehorsam weder Ordnung noch Freiheit bestehen kann, streng dem Gesetz und sogar einem solchem nun einmal und einstweilen vorhandenen Gesetze gehorcht, daß seinem Vortheil, seiner Ansicht und Neigung zuwider ist. Sokrates, als er sich vor einem ungerechten Nichtcrsprnche nicht durch die Flucht schützen wollte, sondern ans Achtung far das Gesetz sein Leben hingab, bewies den erhabensten Patriotismus, eine» höheren, als an dem Tage, da er auf dem Schlachtfelde sich den Ruhm der Tapferkeit gewann, und ewig denkwürdig ist der Spruch, den er sich vorzeichnete, der nämlich: „Gerecht und weise ist man in der treuen Befolgung göttlicher und menschlicher Gesetze." Ze;trmgSN«chrrchtrn. Freie Städte. Hamburg, den 7. Feb. Die in dem nächsten Bürgerkonvente vorzulegende provisorische Verordnung, behufs Ausführung des 8- Itt der Grundrechte des deutschen Volks, in Bezug auf die Israeliten, lautet wie folgt:

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