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Der treue Zionswächter · 1849-02-16 · 7 (16.2.1849) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
7 (16.2.1849)
Date
1849-02-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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50 Ueber Religionsverfall und seine Ursachen. Von N. C. Alles, was den Keim des Lebens, den Keim seines Wachslhums in sich trägt, bedarf der Pflege, die diesen Keim zur Entwickelung bringt und Alles von ihm jerne hält, was seinem Wachs ly um schaden könnte. DA Gärtner pflegt seine Pflanze, damit Feuctuigcir un- Warme im gehörigen Maaße ihr zufiießcn, und ihr Gedeihen fördern können. Auch der menschliche Geist ist eine Pflanze im Garten des Herrn. Ihr fließt der belebende Thau des göttlichen Wortes, ihm fließt wärmende Gottecliebe von oben zu Zu seiner Pflege hat er auf Erden seine Diener bestellt, ehemals seine Priester, die in seinem Erdenheiligihume dienten, und dem Volke das Recht lehrten, seine Propheten, die mir himmlischer Begeisterung seine Kinder für seinen Dienst entflammen, und das wuchernde Unkraut der Sünde durch die Macht ihres Wortes tilgen sollten. Spater hakte der Mgülige dafür seine Lehrer bestellt, die sein Wort siers in Frische erhielten, in Wärme lehrten und damit auf das Thun des Volkes belebend wirkten. Ach. wie schön ist die Aufgabe, solche Blumen im Garten des Herrn zu pflegen, wie erhebend daS Ziel des allliebcnden HimmclsvarerS gute Kinder hie nicden zu erziehen, seiner Gnade und Wohllharen würdig. Und doch giebl cs Lehrer, die, statt das Unkraut des Lasters aus dem Leben des Volkes zu tilgen, es dahin in größerer Menge verpflanzen, die den Herrn verläugncn, dessen Namen sie lehren sollen; Lehrer, die das Gesetz dem Herzen ihrer Anvertrauren ent fremden, die das göttliche Wort in «hrem Munde verfälschen. Lehrer des Volkes, die fein Heil begründen sollen, leiten cs irre; die den Glauben in Ihrer Mitte lehren sollen, ziehen es zu sich in dem Abgrund der Rtligionsläugnung herab; machen Finsterniß zu Licht, und möchten Licht als Finsterniß stempeln. Solche Lehrer sind cs, die die verheerende Flamme anfachen, welche das Heiiigkhum unseres Glaubens verzehren sotten, sie sind der erste und machtiaste Grund, des von uns so tief beklagten jetzigen Glaubcnsverfalls. Als fernere Ursache kann man das verderbliche Beispiel nennen, welches von Eltern ihren Kindern gegeben wird. Es ist gewiß eine der schönsten, aber auch hei. ligsten Aufgaben, die dem Israeliten hienieden geworden, mit der Fortpflanzung des Menschengeschlechts auch die Fortpflanzung deS göttlichen Glaubens in demselben zu beschaffen. Deinen Kindern, denen du irdisches Dasein gegeben, pflanze auch ewiges Leben ein; lehre ihnen mein Gesetz im Hause und auf dem Wege, bei deinem Aufstehen und Niederlegcn; so ergeht der gött liche Befehl an uns, den wir, seiner Wichtigkeit willen, zweimal täglich zu lesen verbunden sind. Was aber kann belehrender sein, als das lebendige Beispiel? welche Lehre sich tiefer in das zarte Leben der Jugend einprär gen als wenn der fromme Wandel des Vaters, das religiös gemüihliche Leben der Mutter sie auf die Er- Maaße aber auch, in welchem solche gute Desspiele belehrend, vvrcheilhaft wirken, werden üble Beispiele unvcrtilzbaren, schädlichen Einfluß äußern. Auch der emsigen Pflege von Lehrern und Erziehern wird es nicht gelingen können ihren Anbefohlcnen Achtung vor dem Gesetze anzneignen, welches diese im Leben ihrer Elrern mir Füßen treten sehen. Wir sind somit hienieder» mit unfern» Wandel nicht nur für sein eigenes Erinnerung für den, dem das Wohl seiner Nachkommen am Herzen l»egr, und der, wenn er auch lcichsinnig genug ist. sein eignes Heil zu opfern, vielleicht weniger gleichgültig wäre, wenn er bedächte, daß das ewige Wohl jeiner Nachkommen in dem Seinen wurzelt. (Fortsetzung folgt.) Miseellen Eines englischen Richters Rede an straffällige Arbeiter. Eine Anzahl Chartisten, die im Sommer 1848 Lei Arbeirscinstellnngen, Versuche zu Maschinenzerstörungcn, unzulässigen Forderungen an Behörden und Angriffen der Schutzmannschaft dem Gesetze verfallen waren, stand in Ehester vor Gericht. Meist junge Lcnte von sechszehn bis zwanzig Jahren, nahm man von ihrer Jugend und Uncrfahrenheit Anlaß zu Erleichterungsgründen, da sie zumal ihre Schuld offen und reuig bekannten. Sie wurden in der Wcihnachtswoche entlassen, mit einer Vennahnung des Oberrichters, die wegen ihrer einfachen Treuherzigkeit eine weitere Verbreitung verdient, und die zum Muster werden kann für ähnliche Gelegenheiten. Der Oberrichter sagte: „Was könnt

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