Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1849-02-09 · 6 (9.2.1849) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
6 (9.2.1849)
Date
1849-02-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2625941-2626254-2626261--1755-2629425
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

<»W 45 Umstände ist in allen sonstigen weltlichen Verhältnissen ein mächtiger Umschwung vor sich gegangen, in den innern Ideen sowoi, wie in der äußeren Gestaltung der Menschheit. Künste und Wissenschaften sind zu einer vor dem nicht geahnten Höhe gediehen, der menschliche Geist har sich in Entdeckungen bewährt, die seiner Vorrreffiichkeit die Krone aussetzen, das moralische Gefühl, das politische Setdstbewußrsein haben sich in nie gekannter und geahnter Höhe dargethan. Ist indeß die höchste Stufe der Vollendung wirklich bereits erreicht? Keineswegs! Neue Geschlechter werden entstehen, die unsere Thätigkeit noch bei Weitem überflügeln, gegen die unsere Geistesbildung gänzlich in den Hintergrund gedrängt werden wird. Ewig besteht nur GorteS Wort, an ihm geht die Zerr spurlos vorüber O, der gränzeniosen Täuschung göttliche mit menschlichen Verhältnissen verwechseln zu wollen. Weil hier die Vortrefflichkeit deS menschlichen Geistes sich bewährt, weil er bemerstcrt. was im Bereiche der Welreokörper sich findet, vermißt er sich, denselben Geist an. görtlichetl Dingen zn erproben, auch sie der Allgewalt semenKor-, schling zu unterwerfen. Dem Geist gehört die Weltder Himmel ist Gemeingut Aller. Und dennoch sprecht man in der Religion von einer Zeirgemäßheic, pprs ferner nicht mehr anpaffend den jetzigen Verhältnissen-: spricht von fortgeschrittener Bildung, spricht van eine? Religion des Geistrs, von einer Religion der Gebildetem Die jüdische Religion fordert Entbehrungen^ Opfer jeglicher Art; man will sie nicht, weit sie sich mit dem Geiste, der dem Menschen im,-wohnenden Freiheit nicht mehr vertragen sollen, weil man überhaupt nicht gebunden, nicht beengt sein soll. (Beschluß folgt. Zertrmgsrmchrrchtcn. Saden Carlsrnhe, im Januar. „Ein Feind der Verläumdet und Fanatiker", wie der lammfromme Anonymus in der 3. Nummer der „A. Z. d. I." 6. 6. Carlsruhe sich selbstverzärtelnd nennt, hat sich die sehr würdige Aufgabe gestellt, sich dem Lesepublikum als einen Lügner zu präsentiren, und uns dadurch diese unfruchtbare Mühe auf die zuvorkommendste Weise erspart« Ist nicht jede seiner Bemerkungen, die er den mitgetheilten Schriftstücken einzwängt, von dem schwärzesten Geifer der Derläumdung getränkt, nnd ist nicht jedes seiner Worte mit einer fanatischeen Bissigkeit gesprochen, die ihre- Gleichen suchen muß? und dennoch kommt der sehr ehrenfeste Anonymus hinterher und behauptet „ein Feind der Derläumder und Fanatiker zu sein. Aber das ist so die Art dieser Menschen! Haben sie einmal den Kredit bei den Verständigen ullv Einsichtsvollen Verloren, so versuchen sie es bei leichtgläubigen Gimpeln, hängen ein lockendes Schild heraus, auf dem sie ihre bankrotte Weisheit mit vollen Backen anprcisen. Wie sich das bäumt und sträubt und unwirsch wird, wenn man den geheim angelegten Plänen und zärtlich^gepflegten Entwürfen etwas unsanft in den Weg tritt. O, ich glaube es recht gern, daß daS Blut ein Bischrn aus der trägen Versackung aufgejagt worden war und eine» schnellern Lauf durch die Adern genommen haue, als man seine liebsten Hoffnungen ins Blaue hincingebaut und lauge gehegte Wünsche wie Seifenblasen zerplatzen sehen mußte. Man wollte mit dem Inderthume tulrulr» rasa machen, den vier-tausendjährigen Bäum des jüdischen Lebens mit seinen Wurzeln aus d.em Boden der Vergangenheit hcrausreißen, und das atlfschüsstge Schwammengewächs einer blasirten Schulweisheit an seine Stelle setzen; der alte Gott sollte aus dem jüdischen Bewußtsein heraus eskamotird werden, um dem lieben, selbstverherrlichtcn Ich: Platz zu machen. Und nun, da Ihr Euch verrechnet HM,, da es noch Männer giebt, die von solchem götzendienerischen Treiben nichts wissen wollen und mit gerechtem Zorne für die Sache Gottes eiutreren, um euch den kirchenschänderischen Raub abzuwehren; da der Geist des Judenthums, obgleich von euch verhöhnt, verrathen nnd durch Euer ganzes Leben verleugnet, dennoch seinen überwältigenden Einfluß euch gegenüber geltend zu machen versteht, so drücket chr aus dem sickern Versteck den giftigen Pfeil ab, um durch Schmähung und Verdächtigung, wieder zu gewinnen, was ihr an überzeugender Kraft verloren habt. O! ihr gleißnerischen Mäkler des Glaubens, ihr gewissenlose Krämer der Religion! Habt ihr nicht die heiligsten Blätter aus unserer Geschichte gerissen und sie zu Düten verbraucht, worin ihr die schlechteste Waare der Zeit vom Markte trüget? Habt ihr nicht das ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.