Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 6 (9.2.1849)
- Date
- 1849-02-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2625941-2626254-2626261--1752-2629422- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
große»: Protests den das Judenthum wider ihr Glaubenssysiem einlegtf, mit Feuer und Schwert vernichten — Und auch dieser Kampf hakte nichts Gefährliches für den Geist, man zog das Schwert, und das blasse, gcisterähnliche Judenthun» zog gleichfalls das blanke, funkelnde Schwert seines Thorawortcs, man zündete ScheirclHaufen, und Judas Geist schlug lichterloh in Flammen auf, Juda sagt, siehe Welt, ich gehe in das. Feuer, und lasse mir meinen Glauben nicht entreißen) lebe und sterbe mir ihm! Man änderte die Waffe, nahm eine andere vor; „Verachtung" heißt sie, auf Wegen, Straßen und Märkten, auf dem Felde und in der Stadt, allenthalben begegnete man dem Juden mit Abscheu und Hohn — das traf aber gerade auf den empfindlichsten Punkt im indischen Herzen, der Jude hat Ehre, und soll welche Haben, ob der Wahrheit, deren Märtyrer er bisher war; und so sah er mir Verachtung auf die Verachtung selbst nieder, er ließ ruhig seiner spotten, sich als Bündcljudrn schimpfen, mir Steinen und Koch Werfels, ging er in seine Synagoge, so schüttelte er den Staub ab, und betete seinen Gott so hoch und erhaben, wie seinen Kaiser auf der Erde an. Der Kampf war wieder kein den Geist gefährdender. Da ändert sich mit einem Mal die Scene, an die Stelle der Gleichgültigkeit kam affckrirte erheuchelte Liebe, man lhak, als. wollte man gerne das Judenlhum umarmen, nur könne man nicht, weil eS sich selbst zurückzögc, und bat es mit gleißneris.chem Wort, sich durch Annäherung selbst von seinen Leiden zu befreien, da sprangen Thüren auf, an der bisher tapfer verteidigten Festung, schwache Gern»,iher. die dem lockenden Wort des Feindes »licht zu widerstehen .vermochten, gingen hinaus und hinüber in das Lager des. Feindes, ei» Bruder nach der» andern, eine Farnilie nach der andern — daS Judenthum blieb zwar gefaßt stehen, seine Starke stützt sich nicht auf große Volksmassen, und Bajonette, es ist groß, und wen» es auh nur ein Herz auf der ganzen Eroe hat. indem es residier; — aber ein trauriger düsterer Zeitpunkt war dieser längste, cs war weder Frost noch Wärme, weder Finsterniß noch Licht, schon schmeichelte man sich in» Lager des Feindes, die ganze Besatzung werde übergehen, und die Festung Menschen leer stehen bleiben. Halt! da schlägt die Stunde der Weltumwälzung, der Erwachung des Menschengeistes, im Herzender Menschheit flammt rin großes, lichtes Feuer auf, sie rafft sich empor, schlägt altergraue Jrrkhümcr nieder, pflanzt die weiße Fahne der Aussöhnung auf alle Wege und Stege hin. und ruft Juda das verstoßene, am ersten unter dieser Fahne. „BleibV was Du bist" — ruft sie — „Du bist mir dennoch theuer und lieb!" Betrachter, »vas sagst Du zu diesem Dir entrollten Zeitengang, was zu dieser Weltencpoche, wo buchstäblich des Propheten früh gesprochenes Wort sich erfüllt: Noch kommt eine Zeit, wo in Deine Ohren „sprechen werde»», die Dir entrissenen Söhne, zu „eng ist mir der Orr, ol rücke meinetwegen, daß ich „wohnen kan»», und Du sprichst in Deinem Herzen: „Wer har diese gezeugt? ich war ja kinderlos und „einsam, verbannt und verstoßen, wer hat diese „denn erzogen? ich bleibe ja ganz allein übrig, wo „waren diese denn? So spricht Gott, der Herr: „Sieh', ich erhebe den Völkern meine Hand, über „die Nationen schwing' ich meinVanner, daß sie „Deine Söhne bringen auf dem Arm, und Deine „Töchter auf der Schulter tragen'.*)" — Ja, solch' eine merkwürdige Zeit ist da. wo die dem Glauben entrissen gewesenen Kinder wiederkommen, der Völkergcist trägt sie sanft in den Schooß ihres VolksthumeS zurück — -— und wahrlich. Du kannst wir nunmehr nicht leugnen, daß Gottesresidenz und Thoraglanben immer mehr und mehr heute in der Welt zur Geltung kommen. — Das politische Betragen der Schullehrer. Die Berliner Zeitungen veröffentlichen eine Verfügung des Hrn. Ministers von Ladenberg an die König!. Pravinzial-Schulkollegien und König!. Regierungen in Bezug ans das politische Betragen der Schullehrer. Diese Verfügung war gewiß eben so nothwendig, wie sie hoffentlich heilsam wirken wird. Dennoch, ohne im Mindeste»» die hohe Achtung, dis ich seit lange dem Herrn Minister, wenn auch ihm unbekannt, gewidmet habe, ans den Angen sehen zn »voller», dennoch fühle ich mich bervogen, mir als Mann vom Fache einige Bemerkungen darüber zu erlauben. — Der Herr Minister stellt folgendes Prinzip auf: Für solche persönliche (polilitsche) Meinungen und *) Jesaja 19, 20—23. Vgs. 5 t, 1 — 11 und Jeremia 31, 9. 'N '§2' >222. '