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Der treue Zionswächter · 1849-02-02 · 5 (2.2.1849) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
5 (2.2.1849)
Date
1849-02-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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»W 38 Mo Montpöreux ausführlich beschrieben und durch Zeichnungen erläutert. Vor Allem wichtig ist die Reise unseres Verf. nach dem klassischen Ararat, der in der neuesten Zeit durch das Erdbeben von 1810 wiederum die Aufmerksamkeit des gebildeten Europa mehr auf sich gezogen hat. Erst drei Jahre ua.ss; einem so wichtigen Ereignisse war es einem deutschen Naturforscher vergönnt, sich durch genaue Untersuchungen an Ort und Stelle Materialien zu sammeln, um Aufschluß zu geben. Man hatte zwar von Tiflis aus auf höhern Befehl über das Erdbeben von 1810 Akten ausgenommen, es war auf die gewöhnliche russisch-oberflächliche Art geschehen, und konnte demnach für die Erklärung des so wichtigen Ereignisses nicht so nützlich sein als man wünschen mußte. Unser Vcrf. begab sich selbst auf die Stelle wo der Ararar sich plötzlich geöffnet und Steine neben feurigen Massen herausgespiecn hatte. Der Anblick der Zerstörungsstätte wurde wilder und schrecklicher, je höher er in der finstern Schlucht emporsticg. Ganze Berge von Steinen fand er hier aufgethürmt, und das Steigen-würde um so schwerer und mühsamer, je weiter er kam. An der Seite selbst, wo die Dämpfe sich einenW'rg durch den geöffneten Schlund gebahnt hatten, ' ist die Form der aufgchäuften Massen von den'weiter abwärts liegenden Gesteinen verschieden; oben bilden sie viel häufiger kreisförmige Ränder, welche"wic Damme die thcilwcise mit Wasser ausgefüllten Vertiefungen umgeben. Dem Böden dieser 'Teiche konnte man sich nicht ohne Gefahr nähern, jeder schwere Körper versank in der vcrwcichtcn Thonerde. Die Vertiefungen sind offenbar zürückgiblicben, als die Spalten sich allmählig wieder schlössen. Diese ohne Zweifel richtigen Angaben des Vers, über die Ararat Krnplion vom Jahre 1810 stehen die russischen schnurstracks gegenüber, indem sie gar keine Kruption annehmen, sondern glauben, daß der Berg sich zum Theil an seiner vberu Spitze losgelöst und dadurch die Verwüstungen angerichtet habe. Der Ararat hat seine ursprüngliche Form aber durchaus nicht seitdem wesentlich verändert. Während dieser Katastrophe wurde das berühmte Jakobökloster und das blühende Dorf Arphuri ähnlich wir Herkulanum und Pompeji unter seinen Trümmern begraben. Fast 2000 Menschen kamen damals um. Unter Thränen legte ein den Vcrf. begleitender Armenier einen Balken, den man aus dem Schutt hervorgeholt hatte, an das Feuer, denn es war ein^BalkeA -sWss eigenen Hauses. Der Unglückliche hatte damals 23 Glieder seiner Familie verloren. Frühes-wohlhabend rzud glücklich, stand er im vorgerückten Alter allein, und schmachtete in der hjtterflen Armnth. Ein Jahr später besuchte der Verf. den Südfluß des Ararat, auf seiner Reise von Erserum nach dem Urmijahsee Leider wurde er aber von Kurden überfallen, und entkam nur mit Noth der Gefangenschaft. Da die „allgemeine Zeitung" schon früher diese Expedition, und zwar ziemlich wie hier geschildert hat, so kennen wir die Beschreibung des araratschen Südfußes. Der Verf. wendet sich vom Ararat einem andern ausgebrannten Vulkane, der dieselbe erste Terrasse des armenischen Hochlandes aber im Westen schließt, dem Alagäs zu, hat aber ebenfatts schön früher die Beschreibung dieses Theilcs seines Reise ziemlich mit denselben Worten veröffentlicht. Res. will nur bemerken, daß einer der Reisenden, die der Verf. nur flüchtig am Alägas vörbeiteisen läßt, diesen Berg nicht allein umfas- -seMe'r kennen gelernt, sondern auch weitläufiger beschrieben hat und der Alagäs deshalb keineswegs soünbckannt istals den Verf., der nur den Südflssß tjeNaiinten Berges kennen lernte, glaubt und "MM? Ans der Westseite des Alagäs, wohin die bedeutendsten Lavaströmungen in längst vergangener Zeit stattfänden, und die Ebene deshalb nicht unbedeutend erhöhten, liegt Gumri oder Alerandropol, die russische Zwingfcste. Von ihr aus kehrte der Vcrf. über die hier dreifache Kette des untern Kaukasus nach Tiflis zurück. Die Rückreise, welche auf demselben Wege erfolgte, auf dem früher die Post nach Gumri ging, geschah durch eine wahre Alpcngegend, deren Blumenreichthum zum Theil selbst dem Fürsten Paskewitsch in Erstaunen gesetzt haben soll. Als Anhang zu dieser anmuthig geschriebenen Reise erhalten wir noch Beiträge zur Naturgeschichte des Hochlandes vermissen aber grade dabei Kcnntniß der deutschen Literatur über das so gewichtige Armenien. Den höchst interessanten Stoff hier weitläufig anseinander zu setzen, gestattet weder die Zeit noch der Ort; wir müssen um so

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