Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 4 (26.1.1849)
- Date
- 1849-01-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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»ZO 80 Hß» Obgleich sich bis jetzt noch keine Stimme dagegen erhoben, so glauben wir darum nicht weniger im Sinne von Euch Allen zu handeln, wenn wir Euch hierdurch auffordern, diese hochwichtige Angelegenheit in reife Ueberlegung zu ziehen; zu diesem Zwecke aber in den einzeln Kreisen alsbald Berathungen zu veranstalten nnd in den deßhalbigen Versammlungen zugleich Depntirte zu wählen, welche Dienstag den 23. Januar k. I. zu Kassel zusammentreten, damit wir auf diese Weise in Stand gesetzt werden, die Stimmen der Rabbinen und der Lehrer unserer Religionsgenossenschaft vom ganzen Lande über den angeregten Gegenstand zu vernehmen, und hiernach die geeigneten Schritte zu tlmn. Zur Verminderung der Kosten könnten sich die Lehrer eines Kreises, oder auch mehrerer Kreise, zur Abscndung eines Deputirleu vereinigen, welcher mit der erforderlichen Legitimation versehen sein müßte. Die nvthigen Einrichtungen zur Abhaltung der Versammlung werden getroffen werden, und ersuchen wir die Depntirten, sich bei ihrcrAnkunft zu Kassel, am Vorabende des Vcrsammlungstages bei dem mitnntcrzcichnctett Lehrer Lcssong daselbst anzumclden. Kassel, am 27. Dccember 1818. Wetzlar, Krcisrabbinc zu Gndcnsberg. M. Haas, Lessong. Kreisrabbknc zu Hofgeismar. Aus Kurheflcn. Dieser Tage ist ein unter der Rubrik „Easscl" oben von uns veröffentlichter Aufruf im Lande verbreitet worden, der eine Besprechung der jüdischen Lehrer des Kurstaatcs über den §. 15 der von den Deputieren angenommenen Beschlüsse veranlassen will. Obschon dieser Aufruf, ausgegängen von würdigen überall im Lande gekannten und geachteten Männern, an deren Spitze der hochverehrte, ächtreligiöse und biedere Kreisrabbine Wetzlar zu Gudensbcrg, so fürchten wir dennoch, daß das Resultat der intendkrten Versammlung ein vergebliches sein möchte. Denn abgesehen davon, daß bereits in No. 51 dieser Blätter jene Beschlüsse der Kurhessischen Deputaten als freisinnig, aber nichts desto weniger als religiös geschildert und hervörgchoben werden, muß man nur, wie Schreiber dieses, in jener Versammlung gegenwärtig gewesen sein, und sich die Debatten, so daselbst, besonders über diesen Punkt vorfielen, vergegenwärtigen, um nur im Entferntesten ein richtiges Urtheil zu fällen. Wer die verschiedenen Gesinnungen und Ansichten, die dort vorherrschend waren, kennt, wird sich nur Glück wünschen, daß Alles so beendigt, nnd gewiß noch zu einem gedeihlichen und segenbringenden Ziele geführt werden wird. Nun aber den §. 15 der Beschlüsse *) betreffend, wurde dafür eine besondere Kommission gewählt. Diese bestand aus den früher bezeichneten Rabbinern der Versammlung; von denen jedoch Gersfeld und der wackere H. Epstein aus Fulda äustrat. Daß diese Herren nurdas Religiöse vor Augen hatten, läßt sich leicht erwarten, doch konnte dies mit dem b cstenWillen nicht starr und konsequent, zumal einer beträchtlichen Opposition gegenüber durchgcführt werden, und glaube ich zur Rechtfertigung jener Commission noch den ganzen Paragraphen, wie er in den Entwurf der Punktation lautete, hinzufügen zu müssen **) und orcr errichten, bestehet für ihre Mitglieder keine Beitragspflicht, zur Lrrc-schule und keine Pflicht zum Besuche derselben- — Selche Scparaischulcu müssen aber ollen Erfordernissen des **) §.15. Herr Hahndorf ist der Ansicht: Es soll dahin gewirkt werden, daß an jeder öffentlichen Schule, wo eine israelitische Gemeinde besteht, Unterricht in der mosaischen Religion er-