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Der treue Zionswächter · 1849-01-19 · 3 (19.1.1849) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
3 (19.1.1849)
Date
1849-01-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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»ZH SS Mise-lle. Der,»Lä!nbvr§b plnlosopblesl^oürns!^ behanbelk erne der eingeständlich schwierigsten Fraget ber biblischen Geographie, die Ermittelung des Wbgs der Kinder Israel von Rameses nach Sinai. Noch köpfverwirrender sind die geographischen Angaben eines Hervdol, Diodor, Strabo, Plinius und Antonius, sobald man sie nicht blos untereinander, sondern -auch mit der "gegenwärtigen physischen GeffM des Landes, des jetzigen Egypten, in Einklang chrn-gen will. Beide Probleme glaubt Vers, gelöst zii haben, und wenigstens an Belesenheit uud Scharfsinn hat es ihm dazu nicht gefehlt. Einiges hat er auch sicherlich bewiesen- und wo ein Zweifel erlaubt sein kann, darüber so viel Licht verbreitet, daß das Weitere sich herausfinden lassen wird. Er macht es zum Gegenstände seiner Beweisführungdaß zu Hetvdöt's Zeit das rvthe Meer sich über die Marschen erstreckt habe, welche jetzt nördlich von Suez liegen, und daß in noch früherer Zeit ein anderer Nilarm die Stelle des Trajan-Ptolemäischen Kanals eingenommen, sich jedoch östlich vom pelusiasischen Arme in das Mittelländische Meer ergossen haße. Der Nachweis welchen sie dafür liefert rühtaüf physischen, historischen und geodätischen Thatsckchen. Der allgemeine Anblick des Landes,' der angeschwemmte Niederschlag in dem Thalewohin sie Stromlauf verlegt, die wirkliche, durch französische Ingenieurs festgestellte Ebene des ganzen DWikbs, noch mehr die Überschwemmung von 1800 - und die geschichtlichen Angaben sowol in der Bibel als 'ln profanen Geographien — alles Dies hat Vers., nachdem er es genan geschildert und sorgsam geprüft, so schlagend zur Beweisführung verwendet, daß die frühere Ausdehnung des Rothen MdereS bis zu einer ungefähr 30 englische oder sechs deutsche Meilen über seine gcgenwärtigeGrcnze hiuausreichende Stelle für erwiesen und die ehemalige Erlstenz eines andern Nilarms für wahrscheinlich gelten kann. Wenn demnächst Verf. den Uebergang der Kinder Israels durch das Nothe Meer etwa 10 englische Meilen oberhalb Suez in der Nähe der jetzigen Wallfahrtsftraße nach Mekka vermuthet, so entspricht dies allerdings mehren in der Erzählung begründeten Erfodernissen. Noch entsteht eine beträchtliche Schwierigkeit aus der Entfernung von den Rastorten auf der östlichen Seite des Meerbusens und besonders von dem 60 englische Meilen südlich gelegenen Haltpunkte der Israeliten am Abende des dritten Tages. Vielleicht gelingt es Verf., durch weitere Forschungen auch dieses Hinderniß zu bewältigen und darauf gestützte Einwürfe zu entkräften. Witzige Bemerkungen des hochseligen Oberrabbiners Ascher Lob zu Karlsruhe. Zu W. lebte ein sonst sehr achtbarer Mann, °der aber von einer Laune beherrscht, nicht immer Sitte Und Anstand beachtete. Je nachdem seine Vermögensumstände wartn, kleidete er sich ganz fürstttch oder er ging zerlumpt einher, und ließ sein 'Äozrfuüd Batthaar wild wachsen. / 'In einem solchen Anzuge und höchst unanstän- Men Äeüßcrn betrat er einst das Zimmer des hochseligen Öberrabbiners Äscher Löb Mit lächelnder ^Mlcüe bewillkömmte er ihn mit jenem biblischen Heisse: drw — — pp- -s-wc r In demselben Orte-lebte auch ein sehr gediegenen scharfsinniger Gelehrter, dem aber Fortuna n,ucht reichlich bedacht hatte- und mitunter ihm gar nicht hold war; ja selbst die Bemühungen unseres sel 'Dberrabbiuers, demselben eine kleine Unterstützung zu verschaffen, blieben ohne allen Erfolg. Bald aber änderte.sich das Geschick unseres Gelehrten. Was man der Gelehrsamkeit verweigerte, das spendete man reichlich der Frömmigkeit. Es hatte sich selbst der Ruf von der großen Religiosität des Mannes in der Stadt verbreitet. Es ging auch das Gerücht, daß er sich im Genüsse so sehr beschränke, daß er sogar der Fleischspeisen sich enthalte. Einem solchen kernfesten Manne hielt sich jeder für verpflichtet, nach Kräften beizustehen. Unser Gelehrter hatte nun sorgenlos sein tägliches Brot. Als hierauf in einer Gesellschaft jemand sich verwundernd über die große Enthaltsamkeit des Mannes äußerte, und wißbegierig fragte, weshalb dieser kein Fleisch esse, antwortete ihm der selige

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