Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 3 (19.1.1849)
- Date
- 1849-01-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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»ZO W OLerrabbiuer: »Würde rr Fleisch esse», Hunte er kein Brot genießen," Skizzen über MärmorrldeS Da wir die unerschütterliche Festigkeit MaimonideS im Glauben seiner Väter, und die Liebe kennen, mit welcher er so innig an der Religion seiner Väter hing^ da wir.den unendlichen Werth seiner mühsamen Miste^pnrdukte zu schätzen wissen, denen er so vierjährigen Fleiß, ja seine ganze Lebenszeit gewidmethat, so werden wir nicht Einige seichte und unwürdige Motive als die Triebfeder seiner Schriften ansehen wollen, und zwar auch deshalb nicht, weil solche nur dem Alltagsmenscheu, dem Ehr- und Ruhmsüchtigen, nicht aber einem Manne geziemet, der einfür allemqf sein, ganzes Leben und Streben dem Wohl seiner Ration, geweiht hat. Nur der religiöse, feurige Eifer, die heiße Liebe nur, mit welcher er so wol dem Talmud, als auch der schriftlich-mosaischen Lehre zngethan war, diese nur vermochten ihn über die unendlichen Schwierigkeiten und die steilen Klippen zu tragen, an denen so viele gescheitert sind, und diese unsäglich mühsame Arbeit ihm zu erleichtern. Daß aber Maimonides auch nicht um ein Haar breit vom Wege des Talmud abgewichen ist, daß er in seinem Mischnch Thorah den Talmud nicht nur nicht widerspricht, sondern daß er strenge nach talmudischen Gruudlehren, ja sogar, er als königl. Leibarzt in mancher Beziehung noch strenger lebte, daß endlich' sein ganzes Streben und Wirken nur darauf abgezielt war, das schriftliche sowol als auch das mündliche Gesetz aufrecht zu halten, zeigt unS hinlänglich die ausgedehnte Korrespondenz, in welcher er mit den größten und streng-orthodoren Rabbinen seiner Zeit, und die große Achtung, in welcher er bei denselben gestanden hat. Noch klarer und bestimmter aber tritt dieser Umstand hervor, aus einer charakteristischen Stelle, eines von M. an Rabbi Samuel Tibbon gerichteten Briefes. Dieser Brief giebt uns einiges Licht über M s. häusliches Leben, und scheint gerade diese Stelle, besonders in Pezug auf seine strenge Consequeuz ganz charakteristisch und identisch zu sein mit vielen andern seines Mischneh Thora. Daher wäre eS wol der Mül)e wevch, diese Stelle vorzugsweise aus gedachtem Briefe hervorzuheben und ihr hier unsere Aufmerksamkeit zu schenken, um dieses Thatsächliche als einen Beleg zrz seinen (M^s) oben bereits erwähnten strepgeu religiösen Aeußerungen zu-betrachten. Nachdeyr M. in diesem Briefe dem Rabbi S. Tibbon, welcher ihn (d. M.) gerne besuchen und kennen leruen wvslte, seine überaus .beschränkte Zeit bis in das kleinste geschildert hatte, fügt er noch zuletzt Folgendes hinzu; Mit einem Worte, kein Israelite kann während der ganzen Woche sich in ein Gespräch über irgend eine Angelegenheit mit mir einlassen; ausgenommen am Sabbath; an diesem Tage versammelt sich bei mir die ganze, oder wenigstens der größte Theil der Gemeinde nach dem Morgengebete. Ich führe sie dann auf ihre wöchentlichen Studien und Beschäftigungen und halte einen Vortrag bis gegen Mittag. Nach dem Despcrgebet versammeln sich wiederum mehrere bei mir, von denen ich, wieder einen kurzen belehrenden Dortrag halte rc. rc. Ein Beweis, daß M. am Sabbat durchaus nicht den Arzt spielte, daß er sogar, nicht achtend auf die Gefahr, welcher, er sich durch seine Zurückgezogenheit durch die Ränke seiner neidischen Konkurrenten hätte aussetzen können, an diesem Tage bei Hose ausgeblieben ist, wo er sonst täglich erscheinen, die ganze königliche Familie besuchen nnd zuweilen ganze Tage dablcibcn mußte; und selbst in der Stadt, wo er sonst gewöhnlich bis gegen Mitternacht nnd noch später, von Kranken aller Klaffen und aller Stände belästigt wurde, von seiner Prariö keine» Gebrauch machte. Es ergiebt sich hieraus mit einem Worte, daß M. den Sabbath nach strengen orthodoren Prinzipien gefeiert hat, wie ihn alle übrigen strenggläubigen Rabbinen feiern Wer solche Opfer seiner Religion bringen, nnd solches streng-religiöse Leben führen kann, der kann auch nicht anders schreiben und denken und wiederum anders handeln, der ist nicht fäkig seine Religion, für die er sein Hab und Gut, ja sein eignes Leben Preis geben soll und muß, um einen niedrigen Gewinn feil zu haben.