Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 3 (19.1.1849)
- Date
- 1849-01-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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»M so W. /.So sehr nur» auch unserverbesserte bürgerliche La^ge in Deutschland höchst willkommen sein darf, so /bliebdennoch die Untersuchung übrig, ob wir diese Veränderung unserer politischen Stellung auch in reli gichser Beziehung freudevoll begrüßen durften. Wohl ist unS Mer Sah: „Vor Allem emanzipirk die Cmanr zipation. die Luden von dem Iudenthüme" sehr bekannt. Wir wissen auch, daß der Begriff Freiheit, durch führt. Gar Viele glauben, daß mit der Aufhebung sei, und daß Laune und Willkür an der Stelle des Gesetzes und Ordnung nun walten und schalten darf. Wenn nun in geselliger Beziehung diesem zerstörenden Treiben überall hemmend enrgegemreten wird, so hak dasscsbe dagegen in religiöser um so mehr freien Spielraum als jetzt, da daS Ge etz selbst die größte Freiheit gestartet. Dennoch aber behaupten wir, daß für das wahre Iudenlhum keine Gefahr auS der Freiheit eük stehjkn werde. Jene Furcht, welche jetzt die Gemürhir allgemein beherrscht, jenes r»err» n-'UI i5't> c'ff wieder zur Wahrheit werden kann, kann der für seinen ^Glästden sterS bedachtsame Jude ruhig entgegen sehen. We Folge dieser Zügellosigkeit kann keine andere sein, als daß viele von nun an vH handeln'Ä»^d leben we» den, und daß die Zahl der wahren Gläübigfn abnchmen werde. Dieses ist aber auch die efnzige ^olge^ welche dem Iudenlhume ans der jetzigen Epörhe entstehen 'könne. ' " ' : Gesetzt, dieses wäre wirklich schon eistgetreten, hat das Iudenrhum selbst dabei etwas eingeb'ützl? Har es an seinem vollen Wcrlhe durch den Verlust der Anerkennung einiger tausend Individuen wsi klich verlörest? Wir glauben, cs ohne nähere Erörterung verneinen'zü können. Nicht wird der Name Gottes geschmaher, wenn einige Ech wach köpfe seine Größe nichr anerkennen und ihm nicht huldigen; nichr leuchtet die Sonne weniger, und sendet ihre Strahlen minder befruchtend, wenn der Unwissende ihren Nutzen nicht einznsehen vermag. Die göttliche Wahrheit kann darum ebenso ihren Einfluß ans die Menschheit üben, wenn auch der Zrrthum viele befangen hält. Es wird deshalb daS Iudenrhum seine heilsame Wirkung auSüben wie auch dw Freiheit manche berücken, und sie der göttlichen Lehre entfremden sollte. Haben wir nun dieser großen Gefahr nicht ängstlich und zaghaft entgegen zu gehen, so sichet uns andererseits aber noch ein Nutzen bevor welchen wir dieser Zeit 'zu verdanken haben Es 'ist dieses die ungestörte Ausübung unserer religiösen Pflichten. Noch dürfte-'es Allen gegenwärtig sein, wie sich in den letzten Dccennien das jüdisch junge Deutschland benahm, noch liegt es Allen im Gedächtnis;, wie sich die Masse Unberufener als Lehrer der GvkreSlehre auftvarf, - und- Lehre' - und Iudenrhum zu enrstalren suchten. Der Frbid'enkende übte im Namen der Freiheit die größte Gervalt und Beschränkung gegen Andersgesinnte aus. Nicht durfte der gläubige Jude seiner Lehre und seinem Glauben gemäß leben. es kaum erlangen, nicht gegen sein Gewissen handeln zu dürfen. Dieser Hemmschuh aller freien Handlung hat nun sein Ende erreicht Nichr kann eine Behörde den Einzeln tyrannisch zwingen, ihre eigenmächtig bestimmten Anordnungen anzuerkennen. Nur seiner eigenest Üeberzeugung gemäß kann und darf Jeder handelnd Und'diese Freiheit ist keine geringe. Sie Hk'uiK''«Eh'stöllkr° aiS jene politische. Verbürgt uns biese unser Recht in der bürgerlichen Gesellschaft, so sichert stns jene unsere wahre, eigenklicht Selbstständigkeit/^ Kein Zwang kann unS auferiegt werden, kein Hinvern'ß uns in der Ausübung religiöser Pflichten siWen. Der Inquisition ist fortan alle Macht genommen. '" "^iste doppelte Freiheit ist uns demnach in diesem Zahre geworden. wir haben endlich unser so lange Entbehrtes Recht stnd ünscre Selbstständigkeit erlange. Ällekn auch eine doppelte Pflicht siegt uns jetzt ob. Bis setzt war unS nicht vergönnt mit am Geschicke der Völker uns zu kfttyeiligen, fern standen wir beim inneren Bau der Staaten, nicht wurden wir zur Handhabung der Rechtsangelegcnheiken zugrlassen, sein Wissen durfte der Jude nichr an öffentlichen Schulen lehren, zurückgedrängt wurde er von jedem Gemeinwesen. Natürlich, daß der so von Allem auegestoßene Jude nur sich dem kleinen, ihm noch zugrstandenen Gebiete zuwandre, und von allen Andern sich fern hielt. Jetzt aber, da ihm gestattet ist, seine Anlage frei zu entwickeln und sich dem zu widmen, wozu ihm sein Trieb hinneigt, jetzt muß er auch seine Kräfte mehr dem allgemeinen Besten zuwenden. Nicht darf er sich mehr einzig und allein dem Handel und dem Erwerb hingeben; sobald ihm seine Befähigung auf eine andere Stufe hkniveisejniHr darf er ferner seine Beruf aus dem engen Kreiseder um ihn bis jetzt gezogen war, wählen; mit genauer Prüfung seiner