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Der treue Zionswächter · 1849-01-19 · 3 (19.1.1849) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
3 (19.1.1849)
Date
1849-01-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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»sv IS verzichtet eigne RegierungSkommiffäre bei unseren Central¬ oder Administrativbehörden za halten, verzichtet mit einem Worte auf jede Einmischung seinerseits in unsere religiösen Angelegenheiten.. Und damit kann uns natürlich nur gedient sein. Wir sind kein Staat im Staate, wir sind eine religiöse Genossenschaft» leben als Bürger, wie sämmtliche Staatsbürger den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen, weshalb also einer besonder» Einwirkung Seitens des Staates? (Fortsetzung folgt.) Rückblick auf das verflossene Jahr 1848. (Beschluß) Mehr als jene allgemeine Errungenschaft ist dieser unS speciell betreffende Vortheil Was lange erwartet, erwünscht vielfach erberen und vielfach verweigert, ist plötzlich uns geworden. Lange lebten wir unter dem Drucke, lange entzog man uyö die Rechte, worauf jeder Mensch Anspruch machen d.grf,. und. waS man immer zu geben sich zurückhält, das wurde schnell ohne Petition, ohne Diskussion uns zugestanden. Endlich ist dem Juden gestattet, seine Rechte als Mensch zu nützen, unbeschränkt in eben dem Staate, welchem, er seine Dienste leistet, sich zu verhängen, und frei und frank dasjenige als seinen Beruf zu wählen, wozu ihm Anlage und Selbstwahl hinneigr. Dieses alles bürgt uns die neueste Errungenschaft. Wol theilen noch nicht alle unsere Brüder dieses Loos, noch leben viele von ihnen in Schmach und Zurücksetzung. Nicht gebrauchen wir unserer fernen Brüder im Osten zu erwähnen, die noch jetzt unter der Knute des Zaaren im tiefsten Elend schmachten, viele, sehr viele nahe Beispiele bietet uns noch das so sehr berühmte, civilisirre Mitteleuropa dar. Jenes große Donaugebiet, wo viele unserer Brüder mir uns am Anfänge des verflossenen Jahres sich der Freiheit zu erfreuen gedachten, hat nun wieder seine vorige dunkle Physiognomie angenommen, und seine Bewohner stehen nun wieder auf jener Stufe, welche sie am Beginn des Jahres tnne harren. Noch ist daS Volk von der Gesetzgebung ausgeschlossen, noch waltet lene absolute Monarchie mit ihrer eigenthümlichen Schlauheit, und der Jupe, dorr darf weder wagen seine Stimme für. sein Recht laut werden zu lassen, er ist und bleibt was er war — ein Schuhjude, Wie traurig eine solche Lage, haben wir deutsche Juden lange genug erfahren, jetzt, nach den vielen Jahren der Duldung und der Kränkung sind wir erst den übrigen Staatsbürgern gleichgestellt. Jetzt erst erkannte man, daß das religiöse Gesetz frei und ungestört sich neben dem staatlichen entwickeln und entfalten darf. Daß wir unsererseits eine solche Zeit, mit Freuden und Liebe zu begrüßen haben, dürfte kaum von irgend Einem bezweifelt werden. Stets erkannte der Jude in der jedesmaligen Sraatsregierung feine rechtmäßige und gesetzliche Oberbehörde, ihm waren immer die Befehle deS Staatsoberhauptes bindend, nach welchem er seinen Wandel als Staatsbürger bestimmte. Ja, selbst als ihm die größte Ungerechtigkeit von Gesetzewegen auferlegt wurde, unterwarf er sich derselben ger duldig weil er der Negierung in ihrer Verwaltung stets zu unterstützen sich verpflichtet hielt; kurz, Gehorsam der Behörde, folgsam dem Gesetze, waren immer Tugenden, welcher oer Jude sich rühmen dürfte. Und dieser Jude sollte der Freiheit nicht mir Eifel zügekhan sein, zumal da sie von einer Macht erkheilr rpurde, der er sters den Gehorsam nickt verweigerte, zvie sie ihm auch nie feindlich entgegentrat? Undenkbar ist es. daher, daß irgend ein Jude mit dem neuen erworbenen Gute im entferntesten unzufrieden sein könnte, oder daß er die neue Lage der Dinge, gleich vielen Andern, mir scheelen Augen ansehe. Gerade, was Andere bei diesem neue» Verhältnisse so stutzig und Unzufrieden macht, der so schnelle Wechsel der Um, stände, ist dem Juden eine sichere Bürgschaft für die unenkstellbar göttliche Bestimmung derselben WaS Niemand vermuthere, ja kaum ahnte, daS ging schnell von Starten» Solcher schneller Wechsel ist nicht eine ^olge menschlicher Calcülationen, nur durch ein göttliches unmittelbares Einschreiten kann er hervoraerufen werben. Wer jenen Tag des scheibenden Winters sich erinnern kann, der wird einsehen, wie damals jene Worte : 0'prv zur Wahrheit geworden sind. Die stets sicher berechende, und niemals in Verlegenheit kommende Diplomatie stand rath- und kraftlos da. Wer wird hier nicht anerkennen odl?'? Ist aber diese neue Stufe, eine wahrhaft von Gore uns überkommene, so lasset sie uns, Ihr Brüder, vvrtheilhaft nützen, wenden wir uns mehr, so weit es möglich ist, dem neuen Berufe als Staatsbürger z», arbeiten wir unser Unterlaß für daS Wohl des Staates, und zeigen wir uns unsereneuen Berufes würdig.

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