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Der treue Zionswächter · 1849-01-05 · 1 (5.1.1849) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
1 (5.1.1849)
Date
1849-01-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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o <Wr> Judrnheit nur wegen Emancipation. Zn dem Streben nach bürgerlicher Gleichstellung stürmten Viele an gegen die von Gott selbst gezogene Scheidewand und wollten uns eigenmächtig auch hinsichtlich der Religivnsgesetze Jenen gleichstellen, - denen diese Gesetze nicht vorgeschrieben sind. Ja, die Verblendung, der Wahn ging so weit, daß man mit Gotteswort umging, wie mir einem menschlichen. Man deutelte, man rüttelte, man rüttelte, man drehte an der Lehre Moscheh'ü herum, bis sie dem erwünschten Zwecke — vermeintlich äugepaßt war; man stutzte sie nach dem Leisten der Zeit; mau vergaß, daß sie erhaben ist über alle Zeitereignisse, über alle Veränderlichkeiten; inan vergaß, daß der Gesetzgeber ein Ewiger, Unveränderlicher ist; man vergaß mit einem Worte: Gottes. So war es leider bisher. Anders aber ist es jetzt; noch anders wird eS. so Gott will, werden. Ein neuer Much taucht in uns auf; ein neuer Hoffnungsstrahl senkt sich in unsere Seele. Der Kern des Volks, der Biedersinn seiner wackcrn Vertreter bürgen unS, daß die Finsierniß der Nacht, die uns umgab, schwinden und daß es nun lagen werde auch im Lager Israels. Einer besseren Zukunft hoffen wir entgegen zu gehen; und dann, dann fallen auch alle Scheingründe hinweg, die uns unserm NeligionSgesetze entfremden können. Haben wir im Drange der Umstände, in dem Wahne, durch das Abstreifcn der unterscheidenden Neligionsgcsetze und Bürgerrechte zu verschaffen, Gottes versichten, .mit dem Propheten in unserm Tcxce sprechen: „auch mein Geist in meinem Innern sucht Dich." Dich himmlischen Gesetzgeber wollen wir nun wieder Deine heilige Thoraverfassung wollen wir neuerdings beschwören; Deutsche sind wir zwar, treu dem Fürsten, treu dem Vaterlande; aber auch Israeliten können, wollen wirsein, neu unserm Gorr, treu seiner heiligen Thora. Ja, gerade je mehr Israeliten wir sind, desto mehr Denlsche sind wir. Fürst und Vaterland haben noch immer die beste Stütze gehabt in dem festen Anklammern an dem angestammten Värerglauben. Und wenn das deutsche Panier sich entfaltet und sowol znm geistigen, als zum leiblichen Kampfe einlader, und alle deutsche Stamme sich um dasselbe schaaren, so wollen auch wir deutsche Israeliten gewiß nicht die Letzten sein. Nach außen wollen wir kämpfen für unfern huldreichen Landesvater, für unser gemeinsames Vaterland; nach innen für Gott und sein Heilige- Gesetz. Schwarz-Nolh-Told rufe unS nicht nur in die Reihe der Deutschen, sondern auch in die der Israeliten. Schwarz war unsere Vergangenheit, umvüsterr von Verachtungen und Zurücksetzungen aller Art. Daraus entstand, freilich nur aus Mißverstand, daß unsere Sünden wie Purpur wurden. Durch den Abfall von der Gorreslehre glaubten Viele das Schwarze weiß waschen zu können. Nun aber, da auch die Verirrten in Israel zu solchen entehrenden Mitteln nicht mehr zu greifen nöthig haben werden, nun wird unser Gorcesgesetz, das ja noch köstlicher als Gold, glänzend und siegreich aus dem Kampfe hcrvorgehen und seine geistige Herrschaft in Israel wieder befestigen. So treten wir ein in die Schule der Zeitereignisse. So vernehme:, wir Israeliten die Stimme unseres himmlischen Freundes aus den gegenwärtigen Wirren. Er klüpst an und ruft: „khu mir auf, meine Freundin; sei gerecht gegen meine Vorsehung, gerecht gegen meine Lehre." Möchten wir ihn doch nicht lange klopfen lassen! Und warum, meine Israeliten, sollen wir zweifeln an dem auch für unS zu erwartenden glücklichen Ausgange der jetzigen Wirren? Sagt doch unser Titel: „Denn wie Deine Gerichte zur Erde kommen, lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkreises!" Die großen Umwälzungen, mir denen unsre Zeit kheilS noch schwanger ist und welche rheils schon geboren sind, was bezwecken sie? Doch nichcS Anderes, als Entlastung und Freiheit, Gleichheit und Einheit. Und die Bewohner Deutschlands sollten nicht Gerechtigkeit lernen? Was die Völker für sich anstreben, so eifrig, so kraftvoll ansireben. Das sollten sie nicht auf uns aus dehnen? Waö man für sich zu erringen, so murhig in die Schranken tritt. Das sollte man uns versagen können? Alles sollte einen Umschwung erleiden; nur Israels Leiden sollten auf dem alten Standpunkte bleiben? Nein, so ungerecht können Deutschlands Völker nicht sein. Die Gerichte Gottes sind zur Erde gekommen; man wird Gerechtigkeit lernen. M L S c e H e. In New-Orleans bat sich vorlängft eine nene Gemeinde mit portugiesischem Ritus gebildet. Jeder kann Mitglied dieser Gemeinde werden, die-

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