Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 1 (5.1.1849)
- Date
- 1849-01-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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a!S solches keine Ausbeute, weder für Ruhm noch für irgend einen Erwerb dar. Es muß daher in ihm eine neue Phase geschaffen werden, welche den Begründer mir Ruhm und mir den nöthigsten Lebensmitteln rer» sieht. Unablässig sind daher die Zeitmanncr darauf bedacht, jede Gelegenheit zu ergreifen, um eine» neuen Plan zu ersinnen. So als im Marz das Deurschthum mir Glück durch allen Gauen Deutschlands Anklang erlangte, fand man es für zweckmäßig, eine deutsche Synode zu berufen. Desgleichen nun, da dies Deurschrhum in dem große» Preußen seine Hauptmacht erblickt, und aller Augen dahin sich wenden, wo der andere gordische Knoten durch das Schwert der Soldateska durchgehaucn werden soll, jetztgab man den Plan, eine dcu'sche Synode zu berufen auf. und will nichts weiter als eine Versammlung aller preußischen Gemeinden. Wer bewundert nicht diesen tiefen Seherblick unserer Reformisten; kaum ändert sich der Schauplatz, so Hab.n sie wieder ihren alten Plan aufgegebcn, und ein neuer mir der augenblicklichen Phisiognomie mehr übereinstimmender tritt znm Vorschein. Nun, lieber Leser, wirst Du wvl begreifen, welche inniges Band zwischen Deutsch- und Judcnrhum obwaltet. Doch bewundere nicht zu früh den Scharfblick unserer Reformatoren, und den^Eifer, womit sie früh» zeitig Alles ermitteln. Noch ein anderer Grund waltet dabei ob. Es ist dieses die bittere Befürchtung, bei der jetzigen freien Bewegung endlich alle Einkünfte zu verlieren; und das Judcnrhum nicht ferner als „melkende Kuh" gebrauchen zu können. Was wir vielfach gewünscht haben, tritt nun in Erfüllung. Wir wollen nicht ferner den lockern, sich selbst zerstörenden Band der Gemeinde. Wir wollen, daß das äußere Band durch die innere Gesinnung ge» kragen und gehoben werde. Nur solche sollen vereint sein, die von einem gleichen Streben tief durchdrungen sind. Fort mir allem äußeren Gepränge, daS wehr schadet als nützt. Dies sahen auch nur die Gemeinden ein, und was wir gewünscht, dies haben wir erzielt. Es versieht sich, daß nun die Einrichtungen jeder Gemeinde sich vereinfachen und man nicht ferner solche bedeutende Summe an Prediger und Rabbiner verwenden wird. Gefährdet nun in ihrer Existenz, greifen sie nach einem Mittel, um sich für die Zeit fristen zu können. Eine allgemeine Versammlung aus allen preußischen Gemeinden nach ihrer Hauptstadt wünscht sehnlichst der Mann, von der sächsischen Provinz. Zweck dieser Versammlung ist, das morsche Band der Ger meinden neu zu weben, und sich selbst als Weber anstellen zu lassen. Wir gönnten ihm die Ausführung dieses Planes, ja, wir würden nichts einmal mir diesem Unternehmen in Widerspruch gestanden haben, wenn der freie Mann den Much hätte, uns seine eigennützigen Motive zu sagen; denn wir haben nicht gegen individuelle Bestrebungen zu Feloe zu ziehen, aber mir nichts, dir nichts, nur im Scheine der Neligiösttät seinen Eigennutz zu verfolgen, dieses dürfen und können wir nicht duldet. Darum warne ich Dich lieber Leser, traue nickt der heuchlerischen Zunge der Selbstsüchtigen: 127' 2^1 Hz icb. So sehr nun auch, lieber Leser, wir deine erste Frage billigten, so könnten wir doch nicht Deine zwei e unbedingt anerkennen. Jüdische Nationalität negirt keineswegs alle andere Nationalitäten, sobald man sich nur des klaren Begriffes beider genau bewußt ist. Hin ist die Zeit, wo man rheils aus fanatischer Begeisterung oder aus religiöser Intoleranz die Begriff« zu verwirren suchte, und so alle Verhältnisse zum Nachtheil des Volkes nmgcstalte. Es war der Fluch und der Ruin aller Nationen, daß sie die heiligsten Institutionen mit der Gesellschaft immer verwebten. Der Staat war nie das, waS er sein sollte, ein Bund zwischen den Individuen zur Hebung und Förderung aller dieselben betreffenden Inkreisen; sondern er griff auch in die Rechte, welcher keine Person sich entäußern worfen werden können. Wir meinen die religiöse Oberaufsicht, welche der Staat die Zeilen hindurch führte, und dadurch sich auch ganz als ein religiöses Institut agirte. Da gab cs eine Staatskirche, da gleichberechtigte Consesstonen, endlich gar christliche, muhamcdanische und heidnische Staaten. Beide, Staat und Kirche, traten so aus ihren Fugen heraus, und das Ende war, daß beide in ihrer Ausdehnung ihren Stützpunkt verloren haben, und in sich zerfielen und zerstiebten. Wir haben daher die neue Epoche, wo die Tren: nung der Kirche vom Staate immer mehr als ein nolhwendiges Mittel zum Heile der Meuschheir anerkannt wird, mit doppelter Freude zu begrüßen. Sk sichert uns Juden nicht nur unser so lang entzogenes Recht, indem der politische Staat keinen Unterschied zwischen seinen durch Religion von einander geschiedenen Brüdern kennt, sondern sie gicbt uns auch Gelegen-