Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 52 (29.12.1848)
- Date
- 1848-12-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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»W 412 langte das Reisegeld zum zweitenmal. Als der Konsul sich weigerre, ging er hin und wurde Muhamedaner. Es ist in Morgenlande, in Jerusalem fast eine Schmach geworden, ein Deutscher zu sein. Daß die Deutschen im heiligen Lande nicht noch mehr verachtet sind, hat seinen guten Gcund in der eigenen Verächtlichkeit der Orientalen. Herr Strauß erzählt eine sehr ergötzliche Anekdote von der türkischen Wirrhschafr im Lande. Der Pascha von Jerusalem war in großen Sorgen, vor dem mächtigen Häuptling der Araber. Abu-Gosch und ließ von Beirut türkische Hülssrrupven kommen. Diese aber wagten sich nicht vorwärts und erkauften erst von Abu-Gosch ein sicheres Geleit, worauf sie mit klingendem Spiel in Jerusalem einzogen. Herr Strauß besuchte noch das todre Meer, die Ledern deS Libanon, daS prächtige Damaskus, und kehrte dann über Bayrut, Smyrna, Konstantinopel zurück. Die Besteigung eines Sinaigipfels. Der ungenannte Verfasser dieser Schrift, zog von Kairo nach dem Sinai und Petra, und bestieg am 10. Oktober den sogenannten Serbalberg, der aus runden glatten Granirmassen besteht, über die man nur mir Mühe hinwegschreiker. Zitternd von der Anstrengung setzten wir uns endlich unter einen mächtigen Block nieder, der. aus einem dieser konischen Gipfel liegt, welche in der Ferne mir höchstens dem Adler oder der Gazelle zugänglich schienen. Ein heftiger Wind drohte uns beinahe umzuwerfen, und deshalb flüchteten wir hinter den höchsten Granitblock, an dem eine sinaitische Anschrift sich findet. Die Aussicht von diesem Berge aus läßt sich kaum angemessen schildern: er besteht, wie schon bemerkt aus mehreren konischen Gipfeln, welche auf einer mächtigen Kette, aber gänzlich von einander isolirr. liegen; wir standen auf einen ab« gerundeten, gefährlich abschüssigen Granitblock, von dem der Abgrund nach zwei Seiten hin, sich etwa 2000 Fuß tief senkt. Wir konnten die Schlucht nicht sehen, durch die wir hinauf gestiegen waren, sondern blickten nach den andern Gipfeln, die alle aus ähnlichen mächtigen Granirmassen bestanden, die durch irgend eine furchtbare Erschütterung in wilder Unordnung durch« einander geworfen waren. Der Anblick deS Berges selbst war furchtbar prächtig, und die Aussicht, wo nicht zwischenliegende Bergspitzen hindernd in den Weg traten, fast unbegrenzt, die ganze Halbinsel lag zu unser» Füßen. Trotz des Nebels konnten wir ein gutes Stück des rochen Meeres überschauen, und weit in die ägyptische Wüste hinein. Zu unfern Füßen abwärts erschienen gleichfalls durch eine Spalte die finstern unfruchtbaren Berge der Halbinsel, zu unfern Füßen, ein verworrenes Labyrinth, ein wirres Meer von vielfarbigen, schwarzen, rochen, braunen und grauen Spitzen, zwischen denen hie und da der gelbe Sand eines schmalen ThaleS hervorschaute. Wady eS Scheikh heißt die bedeutendste Oeffnung; jenseits derselben erheben sich unregelmäßig die Plateaux der großen Wüste und die Ketten von El Tih, von denen sie getragen werden, alles verschwamm in dem Dunstnebel, ohne den wir vielleicht die Berge von Palästina in der größten Ferne erblickt hätten. Die Einöde von Sinai, eine dunklere wildere Masse von rauhen Gipfeln lag rechts, finster und schwarz, und schnitt alle Aussicht nach dem Golfe von Akaba ab. „Man kann sich keine ödere Stelle auf Gottes Erdboden denken, als den Ungeheuern Strich, der in dem Nebel unter uns schwamm. Berge, Ebenen, Thälcr und Meer gebildet durch langsame Abschwämmung und die Arbeit von zahllosen Jahrhunderten, dann durch Feuersgewalt gebrochen, und emporgehoben, oder in geschmolzenen Massen durch Spalten emporgedrängr; alles trug den Stempel ewiger Unfruchtbarkeit, ungeeignet für menschliche Wohnungen; keine Spur von fließendem Wasser, kein waldiger Berg, kein fruchtbar reS Thal, nichts als Felsen und Sand bot sich in dem weiten Umkreis dar. Ein einziger grüner Fleck, fast gerade unter uns, schauere zwi>chen zwei unfruchtbaren Gipfeln heraus, da wo mein Zelt unter dem Palmwäldchcn von Feiran verloren lag; für mich hatte dieser Fleck in dem Augenblick einen unnennbaren Reiz, obgleich ich fast zweifelte, ob ich auch mit heiler Haut wieder dahin gelangen könne. Trotz allem dem harre es etwas großartiges über all den fast unzugänglichen Felsenkuppen adlergieich zu stehen, über einer Gegend, der die biblische Geschichte ein unauslöschliches Interesse aufgedrückt har." „Ich bin nicht gewiß, ob der Gipfel, den wir erklärtere, derselbe ist, den auch Burckhardt bestieg, und auf dem er die sinaitische Schrift fand, wie Rüppel auf demjenigen, den er bestieg, und welcher, von Westen