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Der treue Zionswächter · 1848-12-29 · 52 (29.12.1848) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
52 (29.12.1848)
Date
1848-12-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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»M 413 her gezählt, der zweite der fünf Hauptgipfel ist, aber Ich glaube, es ist derselbe, zu dem ein Pfad hinanfführt von dem zerstörten Kloster des Wady Daghade, im Südwesten des Berges. Das Vorhandensein sinaitifcher Schrift auf mehr als einen Gipfel scheint die Ansicht von Dr. Lepsius zu bestätigen, daß sie das Werk der Hirten sei, die über diese Berge hinwandern. Der Serbal erhebt sich auf 6342 Fuß über das nicht sehr entfernte röche Meer, und obwol er nach Robinsons Angabe um 4.700 Fuß niedriger ist, als der St. Katharinenberg, so ist er doch ohne Vergleich imposanter, da er sich von einem weit niedriger»» Boden erhebt und vollkommen isolirt ist." „Von dem Gipfel und eine Strecke weit abwärts wächst in den Spalten eine bedeutende Menge Stauden vom stechendem Geruch, die in dem langsam angehäuften Schutt hinreichend ftste Wurzel finden, und der Gazelle und Beden oder Felsenzicge, von welch letzterem Thier ich ein paar Hörner fand, Nahrung bieren; auch holt man sie für die Kameele. Außerdem findet sich auch hier schönes kalkeö Wasser in genügender Menge. DaS Hinabsieigen zeigte sich, wie »vir erwartet, äußerst schwierig, und erforderte die größte Aufmerksamkeit, meistens mußten wir uns vermittelst herzlich froh, als »v«r endlich die Lbene und die kleine Oase an der Quelle wieder erreichten." ZertungsnnchrichteN. Äaden. Ein Gerücht verbreitet sich, unsere Staatsregierung beabsichtige in nächster Zeit eine Synode zu berufe»,, welche daS jüdische Neligionswesen zeitgemäß umgestalte, und beabsichtige ferner diese Synode nicht blvs aus Rabbinen, auch nicht blos aus Sachverständigen (Theologen) zusammen zu setzen, sondern aus einer vom Volke frei gewählten Versammlung, in welcher die Zahl der Laien jene der Rabbmer weit übersteigen soll. Wir können zwar diesem Gerüchte keinen Glauben beimessen; »veil wir das gerechtfertigte Vertrauen zu unsrer volksthümlichen Negierung haben, daß sie das holde Geschöpf der Zeit — Religion und Gewissensfreiheit nicht schon bei seiner Geburt ersticken werde; denn würden die Beschlüsse einer Synode bindend sein — und anders »väre sie ja zwecklos — so müßten dieselben bei denen, deren Ueberzeugung dagegen streitet, exekutiv, inquisitorisch durchgeführt werden, was nicht nur dem Wesen der Religion, welche doch Liebe predigt und Ueberzeugung fordert, stracks widerspräche, sondern auch den Scheintod des Gewissenszwanges auf's Neue konstatirte. Wir können ferner nicht glauben, daß unsere weise Regierung den Mißgriff thun werde, theologische Streitfragen von Richttheolvgen entscheiden zu lassen. Im Iuventhllme läßt sich jaNeligions- und Kirchengcsetz nicht so scharf, wie im Lhristenthume von einander trennen, als daß auch hier der Grundsatz „Alles durch das Volk" anwendbar wäre. Eine der Mehrzahl nach aus Laien bestehende Synode müßte daher schon von vorn herein alles Vertrauen entbehre» und ihre Wirksamkeit unter den Gefrierpunkt hinab sinken. Sollte dennoch nufere Regierung aus allzugroßer Nachgiebigkeit und aus Unbekanntschaft mir den jüdischen Religionsverhältnissen gegen unsere Vermuth'ung eine Synode auf die angegebene Weife anordnen und einberufcn, so wollen wir die wir es redlich mit unserem Indenthume meinen, Alkes aufbieten. um die Staatsbehörde in's Klare zü setzen. Wir »vollen uns von keiner falschen Schaan» berkören lassen, vielmehr offen aussprechen, daß im Falle, die Umsturzvartei die Majorität der Synode bilden sollte — was (obgleich die Mehrkeit der badischen Israeliten ein solches Wahlergebnis tief bedauern rvürden ) bei der Unkenntniß der Masse und bei der Verstellung Einzelner doch leicht möglich ist — die konservative Minorität und ihre Gesinnungsgenossen sich keineswegs von jenen meistern und die eigene Ueberzeugung fahren lassen werden; in Gewissenssacheo kann keine Autorität der Mehrkeit geltend gemacht werden (2. B. M. 23, 2.) Ja, selbst für den äußersten, zwar undenkbaren Fall, daß die uns nun aufgegangene Morgenröthe der bürgerlichen Gleichstellung durch unsere religiöse Standhaftigkeit wieder im Nebel verschwinden könnte sind wir ja schon längst daran gewöhnt, keine Zurücksetzung um des Glaubens willen zu scheuen.

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