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Der treue Zionswächter · 1848-12-29 · 52 (29.12.1848) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
52 (29.12.1848)
Date
1848-12-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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«M.M« Scheiden vor Todesangst und Gewissensbissen, im Jenseits vor Unglückseligkeir. Er sagt sich los von einem Trugbrldc. daS bei genauer Betrachtung als Ncuerlinge verlocken zu lassen. Er gicbr sich ganz dem hin, was schon mehrrauscndjabrigcn Bestand hat, und verwirft bas. was mit der Mode wechjelr. Er sucht aber nicht im Herzen hat. Lassen wir daher die marrkschreiende Werbung zu einer Synode fortwährend ihre Lungen anstrengen; lassen wir die Synode auch in der That zu Stande kommen; wir Orthodoxen bedürfen ihrer nicht, wir fürchten sie aber auch nicht. Wir bedürfen ihrer nicht, denn wir besitzen Gegebenes. Geoffcnbarres, Bestehendes, Bewährtes; brauchen daher nicht erst zu konstiruiren, zu dcbarcircn, zu regulircn, zu realisiren rc. Wir fürchten sie nickt; denn jetzt sieht auch der Kurzsichtigste wo eö hinaus will, wie man nur ausWenig Nichts machen will. Sic kann uns daher nichts schaden; sie wird uns vielmehr nützen, sie wird ein neues Werkzeug in der Hand der Vorsehung sein, zur neuen Belebung unserer heiligen Religion, zur Kräftigung der Gläubigen, znr Unterscheidung zwischen wahrem G..^ ' L... Reisen Ln den Orient -Der Sohn deS bekannten Strauß, deS Verfassers der Glockentöne rc. unternahm im Herbst 18L4 eine Reise iws heilige Land, woraus wir Folgendes entnehmen: Aus dem Wege durch die Wüste und das Gebirge Sinai verfehlt Herr Strauß nicht, nachzuweisen, wie sehr die Angaben des alten Testaments mit den Oertlichkeircn übercinstimmen. Ucberall begleitet ihn die h Schrift und er versenkte sich in ihre Erinnerungen mit der Znnbrunst eines ächten Pilgers. Zn solchem Gefühle lasen wir auf dem Gipfel des Sinai die zehn Gebote in der Ursprache, deren Kraft und einfache Erhabenhell den majestätischen.Umgebungen wunderbar entspricht. Die Worte gingen uns durch das Herz, als rollten die Donner des Allmächtigen, als vernähmen wir den Ton der sehr starken Posaune! Es war Sonnabend, Sabbalhtag. Vollkommen ruhere die Natur, keine Spur des Lebens zeigte sich. Zu einer heiligen Sabbathfeier wurden wir unwiderstehlich erhoben. Wir standen auf diir Stätte, zu der die großen Religionen der Erde, welche den Einen wahren Gott bekennen. zu der beinahe die Hälfte des Menschengeschlechts mir Ehrfurcht aufblickt! Zuden, Muhamedcn ner und Ehristen beten hier die Allmacht ihres Gorres an! Tief erschüttert stiegen wir die Höhe des Smai hinab. Zn dieser frommen Stimmung besuchte Herr Strauß nun auch das h. Land und alle Stätten göttlicher Andacht in Zerusalem, Bethlehem rc. Zndem erste kurz beschreibt, reiht er auch geschichtliche Erinnerungen an. Wir übergehen sie hier, weil alles dahrn Einschlagende schon mehr oder weniger bekannt ssr. und halten uns an die Schilderung der religiösen Zustände Zerusalems, über welche der Verfasser viel Interessantes mittheilt. Zuerst bekümmert er sich, was kaum je ein Reisender vor ihm gerhan har, um die Zuden in Zern, salem. Es fällt auf, daß die Juden selbst, die in unfern Tagen doch einen so überflüssigen Lärm in dec Literatur machen, ihre alte heilige Stadt ganz vergessen zu haben scheinen. Uns ist wenigstens kein Jude bekannt, der eine Reise nach Zerusalem beschrieben harre. Das literarische Zudenrhum gibt sich insofern nicht als das frömmste zu erkennen. Nach ihm darf man aber auch die Zuden nicht beurrheilen. Herr Strauß weist nach, welche riefe Sympathie für die alte Stadt ihrer Väter sie heute noch hegen. Die Hoffnung auf äussere Wiederherstellung des Volkes, auf ein neues Reich der Zuden in Zerusalem lockt sie von allen Seiten in die Nähe des heiligen Landes, nach Kairo und Alexandrien, nach Konstanrinopel und Smyrna, um ihre letzten Tage im heiligen Lande zuzubrinzen und in geweihter Erde der Auferstehung zu harren. Beinah die Hälfte aller Juden, gegen drei Millionen weilen daher an dem Strande des mittelländischen Meere, des Augenblicks harrend, wo sie auf den Ruf des Herrn über die Fluchen des Meeres zu dem Sitze ihrer Väter

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