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Der treue Zionswächter · 1848-12-22 · 51 (22.12.1848) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
51 (22.12.1848)
Date
1848-12-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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»ZG 40« M» M<« scheu m'ßern. Einige Klaginde sind unthakig. andere chätig. DloßeS Klagen wird niemals unb nirgends «was besser machen. Unsere Pflicht ist'S, nicht bloß zu klagen, sondern zu helfen und zu bessern. WaS hälfe eS den Leidenden, wenn wir ihn gurmüthig bedauerten, wo wir doch vielleicht im Stande wären, seiner Noch abzuhelfen, aber diese Hülfsleistung unterließen? So uuchärig verhalten sich aber sehr viele Menschen bei ihren Klagen über Religion. Sie klagen zwar, seufzen über die Fehler und Mängel der Welt, aber sie regen keine Kraft, sie wenden nicht die geringste Mühe und Thatigkeit an, der Macht deS Dösen in der Welt entgegen zu arbeiten. Sollen unsere Klagen Beweise eines redlichen Eifers für das Gute sein, so dürfen wir eL nicht bei dem bloßen Seufzen oder Weinen bewenden lassen, sondern die Dösen, so viel uns möglich ist dem Verderben zu entreißen, dem Uebel zu.steuern suchen, wo wir können und soviel wir vermögen. Wir dürfen nicht etwa sagen, unsere Kraft ist zu schwach, waS könnten wir gegen das Böse ausrichten, und was vermögen wir dem Verfall des Guten aufzuhelfen? Nein, fern sei von uns ein solcher Gedanke der Kleinmuch und der Trägheit. Sind wir von der Wahrheit und Göttlichkeit der Religion gründlich und fest überzeugt. so muß auch unser Glaube stark fein an die Kraft der Wahrheit. Sind wir überzeugt, daß die Religion Sache GotteS ist; so können wir uns nicht scheuen, alles für dieselbe zu rhun. Weisheit und Vernunft, Sanftmuch und Liebe muß überall unsere Tharigkelt begleiten. Sind unsere Klagen auS redlichem Herzen entstanden, so werden wir die Menschen, die ihr Bestes verkennen, nicht anfeinden, sondern wir werden ihnen wohlthun. ZedeS Zeitalter hat sein eignes Verderbniß, seine eigne Verirrung und Vprurtheile. ZedeS Zeitalter har auch sein Gutes. GotteS Regierung ist immer und überall für ihre großen und heiligen Zwecke wirksam und geschäftig; zu verschiedenen Zeiten auf verschiedenen Wegen. Denn wenn auf der einen Seite die Macht deS Dösen zuzunehmen scheint, so läßt sich auf der andern Seite die sich erhebende Macht deS Guten auch nicht verkennen. Sehen wir, daß in unfern Zeiten, der Unglaube mehr überhand nimmt, so müssen wir auch eingestehen, daß die Macht deS Aberglaubens um so mehr abnimmt. Sehen wir auf der einen Seite, daß vielleicht manche nützliche Wahrheit verkannt wird, so wird auch dagegen mancher Zrrchum verworfen. So müssen wir überall Gutes und Böses in den mancherlei Erscheinungen der Zeit aufsuchen, um weder an den Verderbnissen der Zeit Antheil zu nehmen, noch quf der anderen Seite mißmuthig zu werden, an dem Heil der Zeitgenossen und an den Fortschritten der Menschheit zum Bessern zu verzweifeln, sondern unfern Glauben an die Vorsehung immer mehr zu befestigen. Von jeher hat jedes Zeitalter fein eignes Gute und sein eignes Döse an sich gehabt. Immer fetzte die Vorsehung dem Dösen etwas GureS entgegen und sie ließ selbst aus dem Düsen etwas Gutes entspringen. Laßt unS nicht gleichgültig den Schaden deS Zeitalters betrachten, sondern für Erhaltung u.Deförderung deSGuten so viel rhun, als wir können. Laßt unS das Böse, was nach unserer geprüften Einsicht böse ist, böse neu» nen, wenn auch daS Zeitalter eS für gut oder unschuldig erklärte. Nicht durch Seufzen und Klagen, sondern durch unfern Wandel wollen wir eS zeigen, daß wir das Böse hassen und das Gute ehren, daß die Religion unS am Herzen liegt, daß wir Verehrer Gottes im Geist und Wahrheit sind. ZeitUngsnachrichten. Hessen-Cassel. Cassel. Ucbcr das Resultat der Versammlung der jüdischen Deputaten Kurhessens, die kürzlich in hiesiger Stadt statt fand, verfehle ich nicht, Ihnen Folgendes mitzmheilen. Die Versammlung, die am 2l. v. M. zusammentrat, bestand aus 45, von den Gemeinden frei gewählten Deputaten. Unter der Zahl der letzteren befanden sich auch drei Rabbiner, nämlich: Rabbiner Dr. Frenkcl aus Witzenhausen, Rabbiner Goldmann aus Eschwege. und Gersfeld aus Nodenbcrg. Sehr ungern entbehrte man den überaus würdigen, in allen jüdischen Verhältnissen des Landes mehr als irgend ein anderer eingeweiheten Kreiörabbiner zu Gudensberg, um so mehr, da derselbe durch die selbstsüchtigen Jntriguen eines hinlänglich berüchtigten F... k von der Deputation ausgeschlossen war. Zum Präsidenten ward Herr Hahndorf, zum Vicepräsidenten Herr Banquier TH. Goldschmidt von hier erwählt. So heftig auch die Debatten theilweise geführt wurden, nirgends wurde der parlamentarische Anstand verletzt, und am Ende

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