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Der treue Zionswächter · 1848-12-22 · 51 (22.12.1848) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
51 (22.12.1848)
Date
1848-12-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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»W 405 §. 2S. Die Israeliten sind zur Theilnahme an den Orksarmenanstalren auch da berechtigt, wo diese durch eine Verwandlung der früheren einzelnen Stiftungen in eine für die ganze Orrsgemeinde bestimmte Armenanstalr entstanden sind, dagegen nehmen auch die Christen, soweit chunlich, an den besonder« Armenanstalten der Israeliten Theil. §. 26. Bei indirecren Wahlen wird absolute, bei direkten nur relative Stimmenmehrheit erfordert. §. 27. Dir Eidesleistung der Israeliten erfolgt durch die feierliche Versicherung: „Ich schwöre — so wahr mir Gott helfe.^ Die Klagen über die Berderbnkß der Zeit. Von M. Munk, Rabbiner zu Krojanke. Wir hören jetzt so oft Klagen über den Verfall der Religion und der Sitten, über das Verderbniß der Zeilen und Menschen. Klagen, die bald durch Vernunft und Weisheit, bald durch Unvernunft und Thorheir erhoben werden, Klagen, die bald aus einer ängstlichen Gemürhsverfassung erfolgen, bald aber auch mir Vertrauen auf Gott verbunden sind; Klagen endlich, die ganz und gar unkräftig bleiben, leere Seufzer, ohne eigne Thätigkeir. Doch vernehmen mir hin und wieder aber auch Klagen, bei denen der Klagende alle seine Kräfte anwrnder, um dem forrreißenden Strome des Dösen Einhalt zu rhun. um der sinkenden Religion und Tugend wiederaufzuhelfen. So mannigfältig sind die Anklagen in unfern Zeiten. Wir wollen die Beschaffenheit derselben näher kennen lernen, um-so mehr, da deren Entdeckung sehr wohlthätig für unsere Herzen werden könne. Die Quelle dieser Klagen ist sehr verschieden. ES giebt eine unlautere und eine reine Quelle, woraus dieselben fließen. Wenn wir vielleicht über den Verfall der Religion uns härmen, und dennoch selbst wenig Religion in unserm täglichen Leben ausüben, wenn eS uvS vielleicht mehr um den Schein als um die Sache zu khun ist, wenn wir vornehmlich darum klagen, um bei den Menschen das Ansehen einer vorzüglichen Frömmigkeit zu erhalten, so wäre dieses eine unlautere Quelle Es klagen wol zuweilen Menschen über den Religion, der-n ganzes Betragen aber offenbar zeigt, baß ihnen die Religion selbst sehr gleichgültig ist. Manche täuschen sich selbst mit diesen Klage»»; ihr eignes Gewissen sagt eS ihnen, daß sie eS weder mit Gott noch mir den Menschen redlich meinen, aber sie wollen dadurch, daß sie die Gottlosigkeit deS Zeit, alters beseufzen, den Mangel an eigner Rechtschaffenheit vor andern Menschen verbergen, ihn auch woi gar vor ihrem eignen Gewissen rechtfertigen. Ihnen ist eS offenbar, nicht um die Religion selbst, sondern nur um den Schein der Frömmigkeit zu rhun. Aber eben diese Klagen können auch auS det reinen Quelle einer redlichen Gesinnung entspringen. Ein Mensch, der die Verachtung der Religion und den Verfall guter Sitten bei einem großen Theil seiner Zeirgenossn gewahr wird, der zugleich von dem uner« setzlichen Nachrheil, welcher hieraus für die innere Zu, friedenheic und für die äußere Wohlfahrt der Menschen entspringen muß, fest überzeugt und zugleich von Liebe zu seinen Nebenmett,chen innig durchdrungen ist, ein solcher Mensch kann unmöglich gleichgültig dabei bleiben, wenn er sieht, daß das Heiligste, worauf die Würde und Glückseligkeit des Menschen beruht, verkannt, ver achtet, wenigstens mir Gleichgültigkeit behandelt wird, wenn er bemerkt, daß man häufig grade so handelt, als wäre Religion etwas Entbehrliches, dessen man in dem Fortschritte der Zeiten nicht mehr bedürfe, so kann unmöglich seine Gemüthcruhe und seine Zufriedenheit mir dem gegenwärtigen Zustande eines großen TheUS seiner Zeitgenossen ungestört erhalten. So verschieden ist also die Quelle dieser Klagen. Noch verschiedener ist die Einsicht der Menschen, welche dergleichen Klagen im Mnnde führen. Manche klagen aus Einstchr, andere aus Mange! an Einsicht. Wer solche Klagen mit Vernunft und gründlicher Ucberzeugung führen will, der muß die Neligicn genau kennen, muß in daS Innerste ihres Wesens eingedrungen sein. Derjenige, der es weiß, daß Religion etwas Inneres, und Sache deS Geistes und des Herzens ist, der den Rückgang oder Fortgang nach den Folgen beurrheilr, die sie auf die Tugend des Menschen hrrvorbringt, der nur darauf aufmerksam ist, ob die Menschen die Pflichten zu erfüllen suchen, welche die Religion ihnen vorschreibt der w.rd auf dirDeurkhtllung seines Zeitalters, auf die Früchte der Religion sein vorzügliches Augenmerk richten. Die Klagen unterscheiden sich vornehmlich durch den Einfluß, den sie auf die Thätigkeir des

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