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Der treue Zionswächter · 1848-12-15 · 50 (15.12.1848) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
50 (15.12.1848)
Date
1848-12-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Schöpfers zu seinen Geschöpfen spornt auch dem Menschen an, unablässig und unbegrenzt in seinem Wirken für baS Heil seiner Nebenmenschen zu sein. Die Religion ist hiernach nicht bloß eine Beschäftigung deS Geistes, als vielmehr deS Gemüthes. Hierin eben liegt ein eigenchümlicher, ein praktischer Nutzen der Religion. Wenn der Mensch eine Sache mir deutlicher Bestimmtheit begriffen har, so hat die Vernunft sich selbst genügt, und kommt in Absicht dieses Gegenstandes zur Ruhe. Die hat alsdann zwar diese Vorstellung mit der größten Starke, welche ihr cigenthümlich ist sich gedacht, und wird dieselben nach den Gesetzen der Zdeenaffociation reproduciren. Bei Begriffen und Urtheilen, hingegen, welche noch nicht deutlich eingesehen worden sind, bleibt der Seele das Verlangen nach deutlicherer Erkennmiß immer rege, daher sie nicht unterläßt den Gegenstand von allen Seiten zu betrachten, um ihn immer genauer kennen zu lernen, und immer mehr Eigenschaften an ihm zu erforschen, welche ihr Licht über das Wesen der Sache geben. Der Religiöse, welchem die Vorstellung von Gott und seinem Verhältnisse zu ihm eine immer wichtige Aufgabe, eine Beschäftigung von immerwährendem Interesse ist, wird deshalb durch sein unablässiges Forschsn immermehr Merkmale und Eigenschaften deS allerhöchsten Wesens erkennen, die ihm dann wieder eiue neue Leuchte für seinen eignen Berns als Mensch dienen. Hierin ist der wahre Vorzug der Religion vor der Philosophie, sie führt dem Menschen immer mehr zur Veredlung. — Doch müssen die Menschen Religion und Philosophie, diese beiden Schutzengel der Menschheit gleichmäßig lieben und sich mit ihnen vertraut machen. Sowohl theoretisch als praktisch ist die Religion dem Philosophen eine unentbehrliche Stühe. Ihre Lehren sind ihm ein sicherer Prüfstein für den sichern Erfolg seiner sinnreichen Forschungen, und ihre Basis geben seiner Lehre ihre eigentliche Weihe. So auch im Leben. Aber der Weise wird nicht glauben, was der Vernunft widerspricht, weil das nur, wogegen die Vernunft nichts einzuwenden hat, zu glauben ist! Die Vernunft ist unsere Führerin im ganzen Gebiete unserer Erkenntniß, sie ist es, die uns durch dir Labyrinthe des Jrrthums und der Ungewißheit hindurch leitet und uns der Würde der Menschheit theihaftig macht. Die Vernunft gebietet ein ewiges Fortstreben zu Vervollkommnung, bis sie daS Ziel errungen hat, an welchem der Mensch sich und die Welt, wie den Grund leider erkannt haben wird, ohne daß eine Dunkelheit übrig bleibt. Die Vernunft lehrt uns, daß wir als Mensch freie Wesen sind, nicht dem unmittelbaren Triebe unterworfen. sondern selbstständig unsere Handlungen -estrmmen können; daß aber diese Freiheit nicht in Willkür auSarte, daß der freie Mensch nicht durch seine Wahl dem Dösen anheimfalle und er so den niedrigen Geschöpfen, die durch ihren Naturtrieb geleitet, nur das Gute, das Zweckmäßigste fördern, nachiche, daran mahnet ihm die Religion Sie lehrt ihn, sich selbst als ein solches Wesen zu erkennen, daß dem höchsten Urwesen untergeordnet, das also ein sehendes Auge und ein hörendes Ohr auf sein Thun und Lassen Acht har, und das jedes Döse, welches zerstörend im Weltall eingreisr, sofort vernichtet. Je höher der Mensch in seiner Erkenntniß steigt, desto größer sind also seine Pflichten. Die höchste Weisheit und die größte Tugend, die ewig unzertrennlichen, diese zu erzielen ist die Ausgabe, welche die Vernunft dem Menschen stellt; nicht daß er derselben theilhaftig werde, sondern daß er stets darnach strebe, sie zu erreichen. Die höchste Forderung unserer Vernunft ist, der Besitz der Tugend und die Vervollkommnuna aller unserer Seclenkräfre zu dem Ende, um ohne Irren das Gute in jeder Gestalt und jedem Verhältnisse zu erkennen, und die Kraft zu erwerben, cs unter allen Bedingungen zu üben. Das höchste Ideal der Vollkommenheit. Gott, muß auch das vollkommenste Ideal für die Lebensregeln der Menschen sein Gott denken, an ihn glauben, ihm nachahmen, dieses sind die Forderungen, welche Glauben und Erkenntniß von dem Menschen fordern. -»' —— ZMMWsIMchmchLeN.. Preußen. Berlin. Die in der letzten Zeit von hier ausgewanderten, namentlich begüterten Gemeindeglieder, treffen nack und nach wieder ein. Jndeß hat diese Rückkehr auf die Neugestaltung der Gemcindever-

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