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Der treue Zionswächter · 1848-12-15 · 50 (15.12.1848) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
50 (15.12.1848)
Date
1848-12-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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396 (ek. dessen R. G. No. 151) erinnere ich mich keiner Stelle, die ohne Mißverständniß des Cilirenden zu seinem Gunsten spräche. Gesetzt aber, es käme eine derartige'unwiderlegbare Stelle in irgend einem Buche vor, die aber im Talmud nicht ausgesprochen, und von den Codices nicht angenommen ist, wie könnte man dem zu Folge unrichtige Conjecmren und Deduktionen dem Talmud selbst zur Last legen? — Man kann vielmehr dreist behaupten, daß wer Sprache, Inhalt, Zeit, Umstande, Characcäre und Verhältnisse des Talmuds und seiner Verfasser wahrhaft begreifen kann und begreifen will, auch alle Anschuldigungen und Angriffe auf ihn gebührend zurückweisen oder zu widerlegen wisse, und daß gerade jene in Israel, welche den Talmud gründlich verstehen, und treulich befolgen, in ihrem Leben und Wirken tatsächlich beweisen, daß derselbe wahre Sittlichkeit, wahre Nächstenliebe, wahre Bürgertreue und wahre Vaterlandsliebe dringend verlange und gebiete. Viele Beweisstellen hierüber wären überflüssig, einige schon mögen genügen, die Gegner eines Bessern zu belehren. Den Eid anlangend sollte der einfache Sinn desselben, wonach der Schwörende betheuert, daß die zu erhär, lende Behauptung, so wahr als der Allwissende selbst sei, auch den Verbündetsten überzeugen, daß ein Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden hierin undenkbar ist. Hiesür einen andern Beweis gibt uns die h. Schr. im Buche Zosua (2, 12—15 und 6 22.) Ein fernerer biblischer Beweis für die Unverbrüchlichkeit eines von Juden gegen Nichrjnden geleisteten Eides stellt uns dasselbe Buch (Jos. 9, 1—21.) auf, wonach Israel das mit den heidnischen Gibeoniren geschlossene Bündniß treulich aufrecht hielt, wiewohl diese dasselbe durch Trug und Lüge erwirkten (ek. 2. Sam. 21.) Dasselbe beweist auch Ezechiel (17, 11—22.) Lehrt nun die H.-Schr. so unwiderleglich, daß auch der einem Heiden geleistete Eid heilig und unverbrüchlich ist, so kann wol der Talmud, dessen Erläuterungen und Anordnungen doch blos die richtige Befolgung und Wahrung der biblischen Vorschriften zum Ziele haben, nicht das Entgegengesetzte lehren, kein biblisches Verbot weder aufheben noch beschränken. Diese Wahrheit leuchtet Jedermann ein, der mit dem Geiste der jüdischen Literatur auch nur einigermaßen vertraut ist. Zum Ueberfluffe soll jedoch noch bemerkt werden, daß drx Talmud selbst (traetut Lelrebnolti 36 a) die Wichtigkeit des Eides dqdurch argutyentirr, daß er den so schwer geahndeten EideSbruch ZidkijahmS gegen den heidnischen König Nebudkadnezar zum Beweise nimmt. Zn vollkommener Übereinstimmung hiemir lehrt MaimonidaS in seinem Coder Jad chasakah Ii. iZekelruvtlr II. 1: Wer irgend einen Eid, aus eigenem Antriebe oder m Aufforderung Anderer abkegc und falsch schwärt, hätte er auch bloß auf die Worte des Eides mir Amen geantwortet, so ist er, wenn ihn anch e « n Heide oder ein Kind har schwären lassen, des Meineids schuldig. DaSselbe lehrt auch Karo im Joreh Deah (237, 2.) Wen sollte demnach das unverantwortliche Unrecht, daS dem Talmud wie den Juden durch falsche Beschuldigungen geschieht, nicht auf's schmerzlichste berühren, und auf's rief'te kranken? UebrigenS haben sicherlich schon viele Beatm» n die Erfahrung gemacht, daß Israeliten, denen der Talmud in Allem als Richtschnur gilt, sich gern einen zu vermeiden, der auch in der reinsten Wahrheit hätte geleistet werden können. Wenn nun ferner der Talmud (traetst Dltulin Lol. 19 u) sogar eine schadlose Täuschung der Gedanken eines Nichttsraelüen verbietet (et'. IVIrnmon. ti. Deotli U 6.) dann traet. Aellslim 28 n) d«e indischen Unrerlhanen zur gewissenhaften Entrichtung der gesetzlichen Abgaben, und (traot. ^kotk HI 2) zum Gebete für daS Wohl der Obrigkeit verpflichtet; wenn derselbe Irnet. kotlivliotk Lot. II! g) st de Treulosigkeit gegen andere Nationen streng verpönt, dagegen (truet. 8anl»eflrin Lot. 105 a) den Frommen aller Nationen den Aruheil an der Seligkeit nach dem Tode einräumr, — so läßt sich leicht begreifen, daß es um die Moralisität und Toleranz, die der Talmud gegen Nichtisraeliren lehrt, nicht so schlimm stehen müsse, als die Ankläger desselben aus Unkunde nnd Dorurchett wahnen, und daß man vielmehr als Israeliten nicht liebevoller und geselliger mit seinennich:iü)is Heu Mitbürgern leben könne, als lediglich nach den Gese hsn des Talmuds. Wer aber dessenungeachtet Gegenbeweise wider unsere aus demselben erörterten Wahrheiten auf» zufinden glaubt, den müssen wir ob seiner Unkunde bedauern, ihn der Verdrehung und des Mißverständebeschuldigen, indem er irrrhümlich oder absichnich ignorier, daß dgs sehr umfangreiche Feld des Talmuds, der außer dem ReligionSgebiere noch ungemein viel Belehrendes in allen andern Wissenschaften enthält, was «hm auch nichtjüdijche Schrifsteller zugestehen («.'L' IZuxtor-L t.

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