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Der treue Zionswächter · 1848-12-15 · 50 (15.12.1848) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
50 (15.12.1848)
Date
1848-12-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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»ZG 3S4 W -> gen H. H. Dekanen Oberfrankens gegen den Talmud erhobenen Anschuldigungen und Lästerungen mit Stillschweigen zu übergehen. Denn erstlich beanstandete ich von vorn herein die Glaubwürdigkeit jenes Zeitungsartikels. weil es kaum denkbar schien, daß in einer Zeit, wie die gegenwärtige, wo die Sonne der Intelligenz schon so manchen Nebel des Vorurrheils und der Lüge durchbrochen und vernichtet hat, wo so viel von Einheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Bildung und Fortschritt gesprochen und geschrieben wird, irgend ein jene Feindseligkeiten geschöpft har. Denn jene vermeint Uchen Zndicicnpunkre sind, wie wol zu vermurhen war, sicherlich nicht von wahrer Talmudkunde diktirt, vielmehr wie gewöhnlich, aus Eisenmenger exerpirt worden. Daß aber diese Quelle keine des lebendigen Wassers der Wahrheit und Klarheit »st, sondern vielmehr von Uukennlniß Lüge und Bosheit sprudelt, und deshalb mißliebig ist, — darüber dürfte wohl nicht nur der Talmudkuudige, sondern auch jeder Unbefangene einig sein. Wie es um die Glaubwürdigkeit Eisenmengers stehe, den alle späteren judenfeindlichen Auroren be^ nutzten, darüber hat schon I. D. Michaelis ein ähn« liebes Unheil gefällt. Selbst dieser, grade nicht zu den Iudenftenndcn zählende Gelehrte konnte nicht umhin, in seiner OrientrVibliothek (Th. 19 S. 9 ff) zu schreiben: ,,Jch Halle Eisenmengers ,-entdecktes Zudenrhum" für ein gelehrtes Buch, aber dabei ist es äußerst feindclig und ungerecht, und wenn einer gegen eine der drei im römischen Reiche eingeführten Religionen etwas dergleichen schreibt, so würde man es eine Lästerschrifr Guten re. Alles aufzrichnen wollte, was jemals irgend einem der schlechtesten Schriftsteller entfahren, oder was beim Dlkputiren unter Gelehrten auch nur mündlich einmal gesagt ist, ff. .^ — An Eisenmenger, so wie an allen parreisüchligen Autoren sinder die ralmudische Sentenz ihre Anwendung: „Aüzugroße Liebe wie allzugroßer Haß führt von der Linie des Rechts und der Wahrheit ab.^ — Darauf zu erwiedern, wäre also völlig überflüssig gewesen. Da aber Herr Prodekan De. Vetter in Banreuth in seiner Erklärung (Nürub. Kurier No. 321) jene falschen Anschuldigungen durch jüdische Autoritäten zu beweisen versucht, so ist's endlich auch an der Zeit, gegen Unwahrheit und Unrecht das Wort zu ergreifen. Indem ich aber bloß der Wahrheit den schuldigen Tribut zn zollen zur Absicht habe, so sollen mir weder Bitterkeit noch Zank zn Mitteln dienen, und ich sehe freudig den Zweck dieser Entgegnung erreicht, wenn dieselbe zur Ueberzeugung und Versöhnung der Opponenten zu führen und fernere ähnliche Fehden zu verhüten vermöchte. Herr Prodekan Dr. Vetter beruft sich zunächst auf eine Schrift des Nechtscandidaten F. Eisenberg als eine jüdische Autoritär, ignorirt aber, daß eine Gegenschrift, „Worte der Wahrheit^ (Cassel Mcßnersche Schul- und Antiquariats-Buchhandlung), die He. r Z. M. Zaphet bei einer ähnlichen Gelegenheit gegen denselben gerichtet, den Charakter, die Urkunde im Talmud, das absichtliche Verdrehen und Entstellen der Wahrheit von jenem Autor genugsam enthüllt. Wie kann man einen Menschen als glaubwürdige Autoritär hinstellen, der in seinem Gewissen keinen Widerstand findet, einzelne Ausdrücke gewaltsam aus ihrem Zusammenhänge heraußzureißen, — natürlich in der Voraussetzung, der größte Theil des Publikums vermöge sich ja nicht durch Nachschlagen der Citate hievon zu überzeugen, sie als Belege für die schändlichsten Lügen und den gröbsten Unsinn anzuführen, und seine Religion und Nation auf das freventlichste zu verläumden und zu verdächtigen! Warum übersieht man die schon so oft veröffentlichten Rechtfertigungen von sachkundigen Auroren, und glaubt lieber einem Eisenbahnbeamten, als welcher genannter Eisenberg meine» Wissens sungirr, dem gewiß ebensowenig ein Urtheil in jüdisch-wissenschaftlichen Angelegenheiten znsteht, als dem Juristen in medicinischen Fällen? Wer aber mir Herrn Prodekan Dr. V der Meinung ist, daß mit Eiscnbergs Ansichren auch frühere jüdische Autoritäten übereinstimmen, der beweist eben nur soviel, daß er weder im Gebiete der jüdischen Literatur im Allgemeinen, noch in den Werken der von Herrn Prodekan Dr. V. angeführten Autoren insbesondere genügende Sackkennrniß besitze. Denn daß Maimonides und Karo sich gerade gegen diese Anschuldigungen aussprechen, wird der Verlauf dieser Entgegnung lehren. Von Isaak Abuhab ist ein rechtsgültiges, die Halacha behandelndes Werk gar nicht bekannt. Aus dem Werke Jakob Weil's, eines der spätesten Rabbiner Nürnbergs

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