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Der treue Zionswächter · 1848-12-08 · 49 (8.12.1848) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
49 (8.12.1848)
Date
1848-12-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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aufwärts bis zu den höchsten Staatsbehörden; wir sehen also nicht ein warum auch noch Kirchenvorsteher, Vorsänger, Rabbiner und Oberkirchenbehörde mit mehr oder weniger polizeilicher Gewalt versehen sein müssen. Wir wollen unsere Gemeindebeamken aus ollen unbescholtenen ^emeindegliedern wählen dürfen; wir wollen, daß alle rechtschaffene Kirchengrmeindegeuossrn das aktive Wahlrecht haben. Wir wollen aber nicht, daß beiderlei Wahifähigkeiten nur denen zustehrn soll, die den vollen Beitrag der Personalsteuer in die Centralkaffe nach Stuttgart bezahlen, wollen aber nicht, daß die achrungswürdigsten Männer, die biedersten Familienväter blvs darum weder statt 6 fl. jährlich nur 5 fl 30 kr. in die Cenrralkasse bezahlen, und wenn sie gleich zu den örtlichen Lasten stark beitragen müssen: wir wollen nicht, daß so oft ein K«rchenvorstehec gewählt werben soll, die LLahlverjammlung mit dein Anfügcn bekannt gemacht werde, daß Leute, die unter polizeilicher Aussicht stehen, die,n Criminaluncersnchung stehen, die eine infarirende Strafe erstanden haben, und die nicht den vollen Beitrag mit fl 6 «n die Cenrralkasse bezahlen, weder aktiv noch pajsto wahlfähig seien. Wtt wollen unsere Gemcindebeamten nur aus sie auch iäng't das Zutrauen verloren, lebenslänglich über linjere Angelegenheiten schalten und walten lassen müssen. Wir wollen daß bei wichtigeren Angelegenheiten, die ganze Gemeinde befragt werde! Wollen aber nicht daß die Vorsteher, im Widerspruche der ganzen Gemeinde ja auch dlos die Majorität der Vorsteher, und bestehet das Vorsteherami aus drei Personen bilden jchon zwei diese Majorität wenn ste prachtliedend sind, Lurnsbant-n vornehmen und eine erdrück.nde Schuldenlast auf die Gemeinde wälzen dürfen; wie wir nicht wollen, daß wenn sie knauserig und zur Unzeit sparsam sind, die von den ganzen Gemeinde gewünschte Daulir ketten hartnäckig unreilasse». Beides ist schon häufig vorgekvmmen. Unsere 'ynagvgalen Angelegenheiten betreffend, so sind die Gemeinden darin übereinstimmend daß solche keiner vom Staate eingesetzten Behörde untergeordnet sein dürfen. Ob aber jeder Gemeinde für fick selbst die Autonomie belassen, oder ob eine Synode in ein sowol jene als diese von de,» Gemeinden gewählt, bestehend, zusammentreten und die Sacke beralhen soll, sind die Ansichten divirgirend. Wir haben unzere desfalsigen Ansichten schon in einer früher»» No dieser Blätter ausgesprochen. Text ohne Noten. 4) Der Orient, dessen Ausgabe ist, Berichte u. s. w. für jüdische Geschichte und Literatur mitzutheilen, enthält in No. 48 einen Nachruf an Robert Blum, den Märtyrer drr deutschen Freiheit. 2) Die allgemeine Zeitung des Z« denthums, ein unparteiisches Organ für alles jüdische Jntresse, bringt in ihrem Anzeiger eine Annonce über eine große Answahl von Weihnachtsarrikeln. M. <?. ZeitrmgsNKchnchtrn. Vom Nieberrhein. O, daß da, wo die Natur Lie Fülle der Schönheit zeigt, der Mensch nur das Gegentheil aufzuweisen hat. Da sicht es wirklich in religiöser Hinsicht vielfach noch sehr traurig aus. Besuchen Sie die Gotteshäuser, ich nenne Ihnen keine Namen, um nicht persönlich zu scheinen, es wird Ihnen ein wahrhaftes Grauen angehcn. Sie werden znruckbeben, ausrnfen: o Gott, sind das Deine Heiligthümer? Gehen Sie in die Schulen, da finden Sie einen mangelhaften, jüdischen Unterricht, den Grundstein zur künftigen Religionsentfernung im Jünglinge und in der Jungfrau. Ja, selbst in manchen größer» Gemeinden ist nicht einmal ein N'eligionslehrer, und die Kleinen laufen wie verwirrte Schafe umher. Sehen Sie das allgemeine öffentliche Leben, da sprechen Sie gewiß mit mir: - pH .--Hw pH 7h?'pr>z. Welch' Entfremden von unserer heiligen Religion. Fremde Sitte, fremdes Leben, nur kein Indisches. Das ist traurig, sehr traurig. Und fragen ste nach der Ursache, woher kömmt dieses Alles, ist es die Zeit, die überall Verderben bringende, der Geist in ihr der Verführende? So antworten wir mit dem bekannten Sprichwort: Menschen sagen immer, Zeiten werden schlimmer, Zeiten bleiben immer, Menschen werden schlimmer. Schiebet nicht Alles der unschuldigen Zeit in die Schube, sondern seid gerecht und suchet die Ursache im

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