Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 49 (8.12.1848)
- Date
- 1848-12-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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übrigen Deutschland nur in einigen sehr großen Gemeindenhie - »eben; ihren «inheimische» auch einen Rabbiner, der eine talmudtsche tzeiebrirar war, haben wollten., angestfllt wurden. —(Ob aber selbst in unfern Zeiten und auch an kleinern Gemeinden ein polnischer Rabbi, der den ganzen Tag vor fernen Folianten sitzt und über die Casuisien grübelt, oder ein moderner Herr Rabbiner, der durch sein eignes Thun den Lehrsatz zu predigen scheint: „Karrenspiel und Würfellust *) Und ein-Brust Hilft zum ew'gen Leben." und dadurch den Spott und ven tiefen Unwillen seiner Gemeinde sich zuzichr und aller Achtung bar wird, wünschenswerrher ericheint, wollen wir nicht entscheiden.) „Verrufene Ehedarim." Sind aber alle Ehedarim mir Ncchr verrufen? Wir kennen Leute, die in Chedarim geschult worden sind, und die es in Herzens- und Geistesbildung mir jedem in einer öffentlichen Schule gebildeten Menschen aufnehmen können. Allerdings gab es traurige Ehedarim; es giebt auch erbärmliche Schulen! Jndcß waren ja die Ehedarim nicht der Ausfluß des freien Willens, sondern sind aus der Unmöglichkeit, ordentliche Schulen zu errichten und zu erhalten, hervorgegangen. Sobald eS aber den Juden möglich wurde, öffentliche Schulen zu errichten, entstanden solche, und das aus ganz freiem Antriebe. Die Schulen zu Aufhausen, Baisingen, Eßlingen, Hochberg, Mähringen, Nordstetten,Oberdorf. Pflaumloch, Nexingen, Jebenhausen, Buktenhausen, Buchau. Laupheim, und an andern Orten existieren lange bevor es eine Oberkirchenbehörde in Würtemberg gab, und wurdeff von den Gemeinden errichtet, odne daß diele von irgend einer Seite her, den Auftrag dazu erhalten hätten. Es ist also ersichtlich, daß das Errichten der Ehedarim nicht das Endziel der Bestrebungen nach Freiheit sei, das sich in den Gemeinden kund giebt. Uebrigens stehen die Schulen mir der Oberkirchenbehörde und mir ihren Organen in keinerlei Beziehung, und das beiderseitige Geschick ist ein sehr verschiedenes, und bedingen sich durchaus nicht. Denn die Ober- *) -Kein Problem, sondern ein Fakta; das will sagen, es geschah, und fährt fort zu geschehen'- wie Lessings Patriarch sich ausdrücken würde. schnlbehörde ist es, die Lehrer prüft, anstellt, überwacht und die Schulen protegier. „Kälberführende Dachurim" gab es nur an sollen Orten, in welchen dlos ein oder zwei unbemittelte jüdische Familien wohnten, denen es unmöglich gewesen, einen eignen Lehrer für ihre Kinder zu halten; sie wählten daher solch' ein Individuum, welches sich gefallen ließ, wenn ihm hier und da auch noch andere Dienstleistungen, als der ttn'errichr der Kinder gemurhec wurden.*) Darüber sich aber lustig zu machen, heißt des Armen spotten. ßester Dürftigkeit unter den bedeutendsten Opfern ihre» Kmdern Unterricht erthcilen ließen, selbst zu einer, wo bei den ans ihre Bildung so stolzen, anderen Glaubensgenossen, noch Hundercausende von Kindern jeder Belehrung entbehrten, sollten wir nicht verhöhnen, ihnen vielmehr unsere tiefste Hochachtung dafür) zollen, und uns selbst eingestehen, daß wir der Erziehung unserer Kinder solch' schwere Opfer wie sie gebracht, zu bringen nicht bereiter sind. Indessen sei es zur Beruhigung der sensiblen Herrn: Reaktionäre gesagt, daß solch' ein kälbersührender Dachur, daß was er leisten konnte, mit Treue und mit Gewissenhaftigkeit leistete, und dafür, zumal wenn er auch noch eines anständigen Lebens sich befleißigte, von den angesehensten Rabbiner der dama'igen Zeit mir mehr Achtung behandelt wurde, als die Herren Lehrer und Vorsänger unserer Zeit es von den Dokrorirren Rabbis werden, daß sie verkommenden Falles mehr Schutz bei ihnen fanden, als die jetzigen Lehi er, Seitens der klassisch (?) gebildeten Rabbiner sich erfreuen können, und daß sie, die kälberführende Vachurim. von den frühern Nabbinen nicht so wegwerfend behandelt wurden, als die jetzigen Lehrer es von manchen jüdischen Pfaffen werden, obgleich mancher von diesen auf den Schultern jener zu seinem Amte emporgehoben *) Daß unter diesen Lehrern manchmal einer gefunden, wurde, der an Herz und Kopf ein Paar Dutzend unserer nuk silbernen Brillen auf der Nase und seidnen Regenschirm unterm Arme gravitätisch dahergehende Herren Lehrer, anfwog möge der Umstand beweisen, daß der gemüthliche und liebenswürdige, selige, Herr Dr» M. Büdingcr in Kassel. (7:1 ---y ,!: '2'» w? p auch so eine Art von kälbersül-renc-en Bachur gewesen ist.