Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 48 (1.12.1848)
- Date
- 1848-12-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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demselben kennen -«rsrnr hat. Denn «kr'mSchm wol, ahne der Wahrheit Hohn zu sprechen, jetzt noch behaupten. daß die Juden keinen andern Hang als zu dem spekulativen Handel Haben? Wer kann eS leugnen, daß sie jetzt mehr den Producenten sich anzuschließen suchen, daß die jüdischen Jünglinge eben so sehr bemüht sind ihren Geist immer mehr in allen Wissenschaften auSznbilden, als sie andererseits nicht uNterassen, ihre Körperkrafte an dem -Amboß, dem Hebel, der Schneideruadel, dem Schusterpsriemen, und nicht minder an den Waffe» zur Verrheidigung des Vaterlandes zu üben. Auch in Hinsicht deS Verkehrs der geschäftstreibenden Klasse ist eine bessere Ordnung, sittlichere Tendenz Und solideres Streben entstanden, und die Juden erfreuen sich nicht minder einer allgemeinen Achtung wegen ihrer Pünktlichkeit und Reellitär wie die christlichen Handelsleute. Ueberall findet man bei ihnen «in unermüderes Streben nach Vervollkommnung und einer bessern, freier» Verfassung. Und dennoch sind sie so sehr gedrückt, dennoch müssen sie ungeheure Lasten tragen. Ist eS also zu verwundern, wenn hier und da einer entartet, wenn sich Jemand ihn die Noch, ja, der Staat selbst nörhigr? — Wie wahr hat sich hierüber schon vor längerer Zeit ein christlicher Gelehrter mit folgenden Worten ausgejprochen!! „Die jüdische Nation verdient, wie jede andere, Achtung, und sie har Vorzüge, die diese Achtung nicht wenig vermehren Hat sie auch nicht so viele scientivische politische und materielle Wichtigkeit als die alten Griechen und Römer, so erhebt sie sich weit über diese, durch ihre religiöse Richtung. Nein, ohne daß mich eine gewisse Ehrfurcht anwandelr, kann ich daS Volk nicht betrachten, daS die Quelle unseres Heils zu werden bestimmt war. Findet man bei den Juden unserer Zeit ein großes siittlicheS Verderben, so weiß ich nicht, ob es unter den Christen mehr ehrliche und rechtschaffene Leute geben dürfte, und haben diese nicht zur Verschlimmerung derselben viel beigetragen? Haben sie nicht das jüdische Volk Jahrhunderte lang gedrückt, und ihm unerträgliche Lasten aufgelegt? Haben sie es nicht auf die unnatürlichste Weise auf ein Geschäft beschränkt, nicht zum Handel verdammt, es nicht genöthigt sich auf allerlei Ränke und Betrügereien zu legen? Das jüdische Volk hat in der alten Welt nie eine Neigung zum Handel gezeigt so bequem auch dazu die Tage von Palästina war; aber wie mußte mm fein ganzer Charakter verdorben werden, wenn egleichsam gezwungen ward, diese Richtung zu nehmen und Jahrhunderte lang zu behalten? Diese treue Darstellung depolitischen Zustandes der Juden in Oesterreich macht e« uns begreiflich, daß sie trotz ihrer großen Anzahl, ezu keiner intellektuellen Entwicklung gebracht haben können, eben so wenig wie man dies im Allgemeinen bei den Christen in dieser großen Monarchie findet. Nur einzelne Juden ragen durch Reichthum und äußere Hoheit hervor, aber der Genuß der bürgerlichen Freiheit mit allen Unannehm, lichkeiten and Nebeln, die oft damit verbunden zu sein pflegen, ist für den Menschen ein unendlich interessanterer Gegenstand alS Wohlstand und Glanz ohne Freiheit. So lange der Mensch sich unwillkürlich dem Willen seines Führers ergeben und willenlos seiner Leitung» wie das Schaf seinem Hirten geduldig folgen muß, so lange überhaupt der setbstherrschende Wille sich zum dienstbaren Glieds gewaltsam erstreckt, so lange bleibt er ein zwar geistreiches und schönes, aber unglückliches Prodnckt der Schöpfung. — Hervorragende Geister mit universellem, ausgezeichnetem Wissen haben die Oestcrreicher weder nnker Christen, noch viel weniger unter Juden aufzuweisen. ZeitNngsnnchrichtcn. Freie Städte. Hamburg. Nachträglich zu der in uuserm Blatt No. 46. d. d. Hamburg berichteten Trauung, ohne Vollziehung des Actes der Chaliza, erhalten wir noch folgende Zuschrift nebst Anlagen. Da ich, w. Hr. Red., zufällig eine Abschrift der von Sr. WohlEhrwürden Herrn JsaacBernays in Betreff der Chalizaangelegenheit bei der Wedde eingereichten Schrift besitze, nehme ich mir die Freiheit, Ihnen solche einliegend zu überreichen, mit dem Ersuchen, selbige in ihrem vielgelesenen Blatte zn veröffentlichen. . . . . n An die Wohllöbliche Wcdde in Hamburg. Am 4. dieses hatte ich folgende Anzeige an das hiesige Vorsteher-Collegium gerichtet: