Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 47 (24.11.1848)
- Date
- 1848-11-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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»Zo M4 Aus Österreich. Das noch kurz vor der Oktoberrevolution vom Landtage genehmigte, und vom Kaiser sanctioNirte Gesetz hinstchtlich der Aufhebung der sogenannten Iudensteucrn ist erst jetzt, unterm 2. Nov. als solches publicirt worden und lautet: „Die Judensteuern, sowie alle auf den Juden als solche lastende Paß- und sonstigen Ortspolizekstcuern mit Inbegriff der nur für Wien bestehenden Judenaufenthalssteuer, sind aufgehoben und vom 1. Nov. 1818 an nicht mehr auszuschreiben; die Rückstände an den bis zu diesem Zeitpunkte bestandenen Gebühren dieser Art sind im ordentlichen Wege einzubringen. Dagegen sind die Juden, als Handelsleute, bei der Besteurung mit den Christen 'gleich zu behandeln, sowie auch der Einquartierungslast und den Beiträgen zu dem Schemate, der mit demselben belasteten Gemeinden zu unterwerfen." Hessen-Cassel. Noch immer sind die Wirren in unfern Gemeinden nicht gelöst, noch immer arbeitet man daran, um den Vorsteherämtern den Sturz zu bereiten, und noch immer ist man nicht znm erwünschten Ziele gelangt. Die Mitglieder der bis jetzt bestehenden Vorsteherämter haben das Vertrauen der Mehrheit der Israeliten Kurhessens verloren, und ein, durch die israelitische Gemeinde in Kassel neugewählter Vorstand ist beauftragt, sich mit den übrigen Gemeinden in Kurhcssen in Verbindung zu setzen, um gemeinschaftlich zu derathen, auf welche Weise die israelitischen Angelegenheiten für die Zukunft am zweckmäßigsten und förderlichsten zu ordnen seien. Demzufolge hat dieser neuerwqhlte Vorstand eine Aufforderung an alle israelitischen Gemeinden Kurhessens ergehen zu lassen, wonach die Mitglieder einer jeden Gemeinde zusammentreten und einige Männer aus sich wählen sotten, die alsdann in Verbindung treten und wieder aus sich einige Bevollmächtigte bezeichnen, die alsdann in Kassel zusammentreten sollen, um mit dem neuerwählten Vorstande eine Berathung über die Angelegenheiten der kurhessischen Israeliten yorzunehmen. Ein Urtheil über die Art und Weise dieser Wahlen behalten wir uns auf später vor, und es wäre nur zu wünschen, daß durch diese Schritte das Ziel erreicht werde, daS unser« verworrenen Gemeindeangelegenheiten endlich ein Ende mache, und die Ordnung und den Frieden wieder hervorbringe. Aus dem Würtembergischen In einer der grösseren Gemeinden des Königreichs, fand am jüngst verflossenen o'-r eine rührende Scene statt. Ein sehr wohlhabender, junger Mann, der Kunst lebend, und als Künstler in einer benachbarten Residenz mit einer sehr bedeutenden, lebenslänglichen Besoldung angestellt, von ganz Deutschland als Stern erster Größe angestaunt und verehrt, ist vor etwa sechs Jahren, von Familienverhältnissen veranlaßt, zur christlichen Religion übergetreten. Es scheint, daß dieser Schritt ihm gar bald Gewissensunruhe verursachte; denn er erbat sich immer über ovo nnd über die 'Iw v'v' Urlaub, den er auch stets erhielt, und lebte über diese Zeiten bei seinen Verwandten, wo er zwar die Synagoge nie besuchte, aber doch die jüdische Kost genoß. Vielleicht hoffte er mit der Zeit die Gewissensstimme zum Schweigen zu bringen. Aber diese schwieg nicht, wurde vielmehr immer lauter und stärker. — Und so verließ er die bcregte Residenz, legte seine einträgliche Stelle nieder, begab sich nach A. in Baiern, wo er bei einem Verwandten einige Zeit lang, c>I'Lc?I s>Ow war, und kehrte alsdann in seinem Geburtsort wieder in den Schooß der Väterreligion zurück. Als er nun am zur Thora gerufen wurde und nach langen Jahren sich wieder bei seinem und seines Vaters c?'p vc nennen hörte, da überwältigten ihn die Gefühle, und sein stilles Weinen ging in ein lautes Schluchzen über und mit ihm weinte die ganze Gemeinde. Der Rabbiner begrüßte ihm beim Eintritt in die Synagoge mit den Worten; -wf, 'Ivb' vv" Metrische Übersetzungen. Tröstet, tröstet doch das tiefb-trjwte, Spricht der Herr, mein Volk, das stets geliebte! Herz—erhcbcnd'mögt ihr es verkünden An Jerusalem, daß ihre Lündrn