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Der treue Zionswächter · 1848-11-24 · 47 (24.11.1848) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
47 (24.11.1848)
Date
1848-11-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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»ZV »71 Zahl darf wol vermindert, aber nie vergrößert «erden. Es kann also jeder Baker nur seinen ältesten Gohn verheirarhen, der früher oder erst nach feinem Tod«? seine Stelle als Schuhjude einnimmr. Alle andere Ehen sind gesetzwidrig und mit großen Strafen verbunden, auch werden die aus solchen Ehen stammenden Kinder als kaiserlich uneheliche betrachtet. Indessen sollen bereits einige tausend Ehen der Art er«stiren> die von der Religion und aller Welt gebilligt, aber voin Kaiser nicht anerkannt werden und die nur ihm und seinen Rächen verheimlicht werben müssen. Die Toleranzraxe ist in allen Provinzen 300 Fl. Conv. Münze. Galizien. Mit der Theiluyg Polen'- fing das bauernde Unglück der Juden hier an. Die Kaiserin Maria Theresia hatte kaum ihre Adler in diesem befestigen lassen, als sie bereits die Juden mir ungeheueren Steuern belastete. Damit aber nicht begnügt. stürzte sie dieselben in ein noch größeres Unglück durch daS Gesetz, daß kein Jude auf dem platten Lande wohnen durfte. Hierdurch übergab sie viele Tausende dem Hungcrlode, da diese in den Dörfern geboren und erzogen wurden und weder die Srädre noch ein anderes Leben als das auf dem Lande konnten. Indessen rührte Vas Elend dieser Unschuldigen die Kaiserin sehr wenig und das Gesetz mußte streng befolgt werden. Kaiser Franz vergrößerte das Elend der Juden in diesem Lande durch die im Jahre 1797 eingeführte Ltchtsteuer, eine Plage, die in der Geschichte beS Zudenrhums einzig dastehr. Zeder Zude ist ihr zu Folge verpflichtet, für jedes Licht, das er am Sabbath oder an irgend einem Feiertage oder bei einer Hochzeit oder sonst bei einer Feierlichkeit anzündet, 1 bis 10 Kr. <L. Münze zu zahle«. — Schon durch die früheren Steuern war im ganzen Laude das jüdische Fleisch, auf welchem ein großer Theil der Abgaben gelegt wurde, gerade noch einmal so theuer als das christliche, so baß sehr viele arme Familien Zahre lang auf den Genuß der Fleischspeisen verzichten mußten, durch die Lichksteuer aber sind hie Juden vollends unglücklich geworden. Wie sehr die Juden sich auch hier durch ihre unerwüdtte Thätigkeir im Handel und durch ihren großen Fleiß in den verschiedensten Professionen auszeichnen, «yd wie sehr sie eben dadurch recht wyhlrhätig auf dieses von Nawr so mild bedachte Land wirke«, das ohne sie in den traurigsten Zustand verfallen sein würde. darüber hat sich bereitvor einer Reihe von Zähren «sin Aristlicher Gelehrter folgendermaßen ausgesprochen: ^.Hier in Galizien ist die Kultur aus der untersten Stufe. Nicht Bürger-, nicht Gatten-, nicht Barerpsiicht kennt der polnische Dauer; nur Branntwein erur ils vie, eigentlicher erur inort cks poloxxne -7ist die Hauprursache seiner Lähmung und Apathie gegen alles Menschliche. Die Sonne scheine sich in Galizien nur zu erheben, um den Bauer den Weg in d«e Trinkstube zu zeigen. Schon vor zehn Uhr Morgens sinder man Mann und Weib, Herrn und Diener so sehr betrunken, baß sie sich nicht mehr erkennen i so wird auch der Pflug nur von den AckerSleuren auf dem FUde geführt, die vor Rausch nicht mehr stehen und vor Abspannung sich nicht mehrforrschleppen können u. s. w Hier kann der Bauer weder lesen noch schreiben; er besäufr sich, er ist ausschweifend, ein elender Wirrt), ein schlechter Bürger und der schlechteste Sojda?. — Dessenungeachtet giebr es in Galizien eine Art Menschen, welche es allein noch zu verdienen scheint, daß sie diese eben so schöne als fruchtbare Gegend dewohnr. Ich spreche nicht von den Deutschen, welche man in diese Provinz eingeschoben har. und bei deren Wahl größrenrheils da- Prinzip der Römer, die vorzüglichsten Männer in die neueroberlen Provinzen zu schicken, nicht befolgt wurde. Zch spreche von den Söhnen Israel'-. Sie sind die Schneider, Schuster, Tapezierer, Kürschner, Gotds ardeiker, Graveurs, sie poliren die Steine und bebauen d,e Felder, die sie in Pacht haben, besser, als ihre christlichen Nachbaren, weil sie das Gesäiye von der Fremde milbringen. DaS Bier, welchesie brauen, ist fast das einzige trinkbare; sie sinüberall die Gastwlrrhe, und oft finden Sie etwas, womit Sie sich stärken können, mitten in einer Wüste, in einem Dorfe, das ein Israelit bewohnt, wahrend Ihnen alle christlichen Bewohner einer Kreisstadt für Ihr Geld ein Stück Bror verweigern u. si w. — Ich habe niemal- Geld von den Israeliten geborgt, wie jene, die gegen ihre Gläubiger geschrieben und gehandelt haben« anstatt ihnen zu bezahlen. Ich habe also auch keinen Borrhril davon, daß ich meine Meinung zu Gunsten der Abstämmlinge ISr-el'S au-spreche. die ich für bas Wohl von Galizien eher norhwendig und nützlich halte, als schädlich. In Hinsicht der Bildung sind die Inden in diesem Lande trotz de« Beschränkungen, in welche» sie lebeu

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