Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 46 (17.11.1848)
- Date
- 1848-11-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Barone werben, aber ohne alle adelichcn Rechte. —- Dies Baronisirrn ist gewöhnlich eine pol't sche Staateei,iladung zur Taufe. Denn der jüdische Freiherr oder Baron in Wien kann mir seinem hohen Titel, für den er viele Tausende verwendet hak, nicht einmal ein einziges HauS besitzen, um es selbst zu bewohnen, welches der gemeinste christliche Professionist in Wien überall wol darf. — Daß die Juden in diesem Lande von allen Sraatkänitern, was für einen Namen sie auch haben mögen, auegesä lösten sind, ist wol auS dem Vorhergehenden einleuchtend. Wien. Das erste, vderviclmehr baS einzige bis jetzt existirende Toleranzedikr gab Kaiser Joseph 1782, durch welches den Juden gestattet wurde, in Wien zu rirr werden sollten, nicht genau bestimmt und es hielt schwer zu dieser Würde zu gelangen. Erst später wurde diese Zahl immer mehr verkleinert, und wenn die Rückschritte noch langer dauern so wird eS bald dahin kommen, daß dieses, wenn auch nur wenig günstige Gesetz gänzlich erlöschen wird, ohne es eigentlich widerrufen zu haben, wie sich aus Folgendem ergiebr. Kurz nach der Bekanntmachung dieses Gesetzes waren mehr als 250 tolcrirr. Zm Zahre 4800 waren nur 200 und 20 Jahre später,, also 1820 waren 140 und 1840 noch kaum 100. — Diese auffallende Verkeine neue toierirk, vielmehr sehr streng die Zahl der noch vorhandenen Tolerincu bewacht und mit der Verminderung eines einzigen derselben gleichsam eine große Eroberung gemacht zu habe« glaubt. Die Toleranzsteuer der Juden in Wien ist nicht genau bestimmt, ganz arme Wittwen zahlen 20 fl. C. Münze jährlich, Kavßeure aber haben 200 fl. zu zahlen. Dessenungeachtet dürfen sie nicht alle Gewerbe betreiben, so wie auch der jüdische Handwerker dorr sehr beschränkt ist. — Eben so zurückgcsrtzt sicht sich der jüdische Gelehrte; bei fernem edelsten Streben, bei seinem ausdauerndsten Fleiße kann er nichts, gar nichts erreichen. Dem eingeborenen Wiener Juden, der in seinem Gebühr betreten darf. Noch in einer ganz andern Hinsicht zeichnet sich die Kaiscrstadt aus. Sie trägt ein höchst entehrendes Denkmal aus dem fanatischen Mittelalter offen zur Schau und scheut sich nicht in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein längst entstellte- und verworfenes Panier immer mehr mir unschuldigem Blute zu beflecken. Es ist dies der schmachvolle Leibzoll, den jeder fremde Zude während seines dortigen Aufenthaltes zu zahlen har. — Zn dem alten Rärhhause Wien's, wohin nicht nur jeder fremde Christ, sondern jeder Mohammedaner, Heide und Neger kommen darf und eine Aufenrhalrskarte nach eigenem Belieben und unenrgeldlich erhälr, giebt cs ein besonderes Düreau mir einem ganz bcsondern Eingang, über welchem d»e große schwarze Überschrift — „Zudenamt" — stehr. Dorthin muß jeder fremde Zude kommen, um sich zu legitimiren und seinen ileibzoll zu entrichten, und zwar für jeden Tag 3 bis 10 Silbergroichen. Dafür bekommt er eine Aufenchaitvkarle, die aber nie länger als auf 14 Tage ausgestellt wird, und die höchstens nur zweimal erneuert werden kann. — Wie sehr entehrt und tief verletzt man sich in diesem Zudenam.e fühlt, läßt sich wahrlich nicht durch Worte aue drücken, obgleich nicht zu leugnen ist, daß die Beamten kernen und alles, waS man sieht und hört, erinnert jeden so ernstlich an bas Drückende und Fanatische der vorigen Zahrhunderre, daß das Herz von iuntgcr W-hmukh wie einer, der aus dem Gefängnisse entlassen wird. Nur zwei Klaffen Zuden sind von diesem Lerbzoll befreit, die französischen und was allerdings sehr auffallend ist, die türkischen; letztere genießen überhaupt Zuden stehen ihnen in dieser Hinsicht nach. Denn nur de» türkischen ist völlige Handelelreiheit und Ankauf von Häusern in Wien gestattet, eine Bedingungwelche die Sultane bei dem Frieden zu Paffarowltz 1718 und zu Belgrad 1739 festgesetzt haben. — So vergaß der Muselmann selbst in seinen nachtheiligen Frirdenstracraten semeiüdischen Unrerchatten nicht, die ihm weder Kriegsdienst noch sonst große Hülfe im Kriege geleistet hakten, während die Fürsten Deutschlands, die durch jüdisches Geld und jüdisches Blut gesiegt und ihre vollständige Souverainitat erlangt hatten, nichj