Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 45 (10.11.1848)
- Date
- 1848-11-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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keiner Bedingung irgend einen ferneren Eingriff in der ihnen grundgesetzlich zustehenden eigenen Handhabung ihrer religiösen Angelegenheiten gefallen lassen werden. Dem sei, wie ihm wolle, das Minist, wird sich schwerlich dem allgemeinen Volkswunsche entziehen können, und wie verlautet, sollen bereits im Schooße des Oberraths selbst Stimmen lant geworden sein, die eine freiwillige Auflösung, einer gezwungenen vorziehen. — . Groszherzoglhum Hessen. Rhein-Hessen. Die ansehnliche Gemeinde H. ist dieser Tage um die Erlaubniß eingekommen, den von ihrem Rabbiner vor einigen Jahren untersagten Verkauf der oitv in der Synagoge Wiedereinfuhren zu dürfen. Wenn die religiöse Seite des Verbotes ihnen nie recht habe eiuleuchten wollen, sagen die Bittsteller, so habe andrerseits die Gemeindckasse durch jene Abstellung eine so bedeutende Einbuße erlitten, daß man jetzt, bei ohnedies geschmälerter Einnahme ernstlich Bedacht darauf nehmen müsse, jenen frübern Quell des Erwerbes, der ohnedies nur in frommer, gemächlicher Sitte beruht, wieder fließen,) zu machen. La die Behörde sich in dieser Beziehung für gänzlich inkompetent erklärt, der Rabbiner übrigens einsicht, daß seine Opposition jetzt vergeblich, so macht er gute Miene zum bösen Spiel, wofür ihm am ersten nc die volle Anerkennung zu Theil wurde, indem man ihm fast alle die zu sehr hohen Preisen verkauft wurden, 7I2p war. LajüeMi sat. Am Harze Welcher Wechsel der Dinge? Welche Veränderung der Verhältnisse? Noch ist es kein Jahr, als wir in unserer Gegend, in Folge des königl. Edickts vom 23. Juli 1847 Zusammenkünfte der einzelnen Gemeinden hatten, 'um so dem großen Werke der Synagogengemeinde vorzuarbeiten, und heute erblicken wir überall, statt dieser großen Vereinigung, Entzweiung, Zertheilung, Auflösung aller bisher bestandenen Verbände. Jene großen, strebsamen Geister in unserer Provinz, welche im vorigen Jahre mit Adlers Fittigen schon über die selbst geschaffene Höhe der neuen Judenordnung sich erhoben hatten und da zu nisten glaubten, haben plötzlich ihre Schwungkraft verloren, wandeln nun ruhig einher und gedenken nickt ferner jenes geträumten Göttersitzes. Doch reden wir ohne Bild. Kaum erschien im vorigen Jahre das preußische Jndengesetz, waren es wieder die neuen, selbstsüchtigen Rabbiner, welche, in der Meinung eine bessere Pfründe erhalten zu können, schnell Zusammenkünfte ihrer eignen Gemeinden und der Gemeinden ihrer Provinz veranstalteten, um, wie sie Vorgaben, der Regierung den nicht geforderten Rath zu ertheilen, wie sie die Leitung der neuen jüdischen Gemeinden bestimme. Wie oft kam man da zusammen; zuvor hatten die einzelnen Gemeinden selbst Versammlung, um cce Ansicht ihrer Mitglieder zu hören, hierauf wählte man Deputiere für die Kreisversammlung, alsdann wurden wieder Deputate ernannt, um in der Hauptstadt der Provinz eine Provinzialversammlnng abzuhalten. Wer bewunderte nicht diese Verschlingung und Verkettung der neuen jüdischen Gesellschaft, ja gewiß, Mancher dieser Herren bedauerte daß er nicht in der Hauptstadt des Landes seinen Wohnsitz habe, und daß er so verhindert ist, eine Landesversammlung zu veranstalten und dem eben begonnenen Werke die Krone aufzusetzcn. Ein herrlicher Gedanke! Wo sind aber nun diese phantasiereichen Gebilde? Welcher Sturm warf dieses hochanfgcthürmte Gebäude so zersplittert zu Boden, daß Nichts mehr an seinem Dasein erinnert? Wir haben eine einfache Antwort darauf, sie lautet: ,,'hp si) 'hp .-pH". Nicht Einheit war der Zweck dieser Versammlung, .sondern selbstsüchtige Motive bestimmten die Männer dazu. Daher blieben alle diese Unternehmungen fruchtlos. Keiner von allen diesen Plänen erblickte das Tageslicht. Unerfüllt verschwanden sie, bevor man sie realisiren konnte, und ließen Entzweiungen der mannigfachsten Art zurück. Ueberall, wohin jetzt unser Auge sich richtet, erblicken wir ein Zerwürfniß der Gemeindeglieder; das freie Staatsgesetz suchen schon viele geltend zu machen und verweigern die durch längere Zeit bestehenden Gemeindesteuern, wodurch den Armen und Wittwen eine ihnen zukommende Unterstützung mit dem größten Unrecht entzogen wird. So verweigern, wie wir hören, in einer sehr alten Gemeinde hiesiger Gegend, viele den Beisteuer zur Gemeindekasse, wodurch die durch Legate übernommene