Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 44 (3.11.1848)
- Date
- 1848-11-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Herausgabe des NNO sich envrtrb. Mürbe schon allein uns zur Hoffnung berechtigen, der Herausgabe der Q'IA ein gutes Prognosticum zu stellen. Ueberflüssig scheint es uns daher, daß die iV'iA, welche mit den, zur Zeit des Verfassers gelebten gewechselt wurden, entschieden einen bedeutend größer« Werth vor allen O^LNN'N haben. Indem so dieses Werk den Freunden der rabbinischen Literatur sich von selbst empfiehlt, ist mit der Herausgabe desselben den Freunden der Wohlthätigkeit eine Gelegenheit gegeben, auf eine edle Weise einem guten Zwecke helfend entgegen zu kommen. Das Manuskript nämlich ist in den Händen einer Wittwe, welche durch, die Veröffentlichung desselben einigen Nutzen zur erforderlichen Erziehung ihrer armen Waisen zu erreichen hofft. Es ist uns bereits mehrere Mal gelungen, durch unsere Aufforderung manche Thräne einer sorgenvollen Wittwe zu trocknen, und durch das bereitwillige Entgegenkommen vieler edlen Männer der Verarmten eine Unterstützung zu gewähren. Wir zweifeln daher nicht, daß auch zu dieser Einladung recht viele Theilnehmer sich finden werden, zumal da die Herausgeberin für dieses voluminöse Werk den geringen Preis von 2 Thl. pr. cour., welche erst bei der Uebergabe desselben zu zahlen sind, gestellt hat. Mit dem Drucke wird begonnen, sobald eine genügende Anzahl von Subscribeutcn sich gemeldet haben werden. Die geehrten Leser, die Beförderer dieses Werkes, wollen gefälligst ihre Subskription der ihnen zunächst liegenden Buchhandlung übergeben, welche dieselben an die Verlagshandlung von A. Lehmkuhl in Altona, zuzuschicken belieben. Jüdische Steuern Ln Polen. Aus Pinner's Offenes Sendschreiben an die Nationen Europa's. Nach den Quellen dargestellt. Wie traurig und drückend die Lage der Juden in diesem Lande, wie die dortigen Zustande stets unerträglicher wurden, geht am Besten aus den ungeheuren Steuern hervor, womit sie belastet wurden, Steuern, wie man sie in keinem andern Lande sinder, wie sie die Geschichte nicht aufzuweisen hat. Es existirten und eristiren nämlich noch in Polen folgende Stenern: 1) Geleit. Im rohesten Mittelalter, wo man die Juden nur als Sklaven, als verkäufliche Waare betrachtet und behandelt hat, ist dieser Mißbrauch entstanden und eingeführt worden, nämlich daß seder Jude beim Uebettrirr in rin anderes Land, gleich todter Waare, einen Zoll zu erlegen hatte, und zwar mit dem großen Abstand, daß dieser Zoll an jedem Tage von Neuem entrichtet werden mußte, so lange er sich innerhalb dieses LoudeS befindet, während die Waare nur einmal verzollt zu werden brauchte. Daher bekam jeder einen Geleirssckein, der immer irur für den bezahlten Tag ausgestellt wurde. Dieser entehrende Mißbrauch war bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts in ganz Deutschland üblich und wahrte am längsten in den sächsischen, den wahren judenfeindlichen Staaten, bis er durch die Ankunft der Franzosen 1806 aufgehoben wurde. — In Polen wird diese Schmach zur Schande Europa's noch jetzt verübt und jeder Jude, wes Standes er auch sei, muß bei der Grenzpassirung dieses Landes 15 p. Gld. Geleit zahlen für einen ganzen Monat, auch wenn er nur 24 Stunden dort verweilt. Hierbei sind die Juden Preußens und Oesterreichs am meisten betheiligt, da diese Staaten an Polen grenzen, daher auch in beiden Staaken von den polnischen Juden Geleit als Repressalien verlangt wird, und alle Versuche preußischer Seits um Aufhebung dieses schmachvollen Gebrauches sind bis jetzt bei der polnischen Regierung vergebens gemacht worden, so wie das Briefporto in Polen viel theurer ist als in irgend einem andern Lande, und dieses Königreich verliert durch seine unpolitische Berechnung eben so gut als durch Pie jüdischen Geleitsgelder. Denn wie selten erfordert das Geschäft eine Reise nach Polen und wie noch viel seltener entschließt sich ein deutscher Jude selbst in Fällen der Art nachPolen zn reisenwelches aber umgekehrt tausendfach statt findet. Man bedenke nrrr die verschiedenen Messen in Leipzig und Frankfurt, wohin tausende aus Polen fast sechs Mal im Jahre reisen