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Der treue Zionswächter · 1848-10-27 · 43 (27.10.1848) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
43 (27.10.1848)
Date
1848-10-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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312 sanftesten, eindringlichsten Tone ans Zeit, Ort mid Umstände angewandt. Die Zuhörer gewinnen sichtlich an Gottesfurcht, an Achtung vor den heiligsten Worten unserer Thora, an Liebe und Eifer zu derselben, an Kenntniß in den Neligionsgesetzen; sie werden mit dem Wirken und den Werken unserer großen Lehrer, seit dem Alterthumc bis auf die neuere Zeit bekannter und erkennen, daß jedes Wort und Zeichen unserer heiligen Lehre einen tieferen Sinn in sich berge, als cs der 'oberflächliche Blick bemerken läßt, und mithin die Göttlichkeit darin sich überall ausgesprochen findet. Das Streben dieses ehrwürdigen Nabbinen läßt uns überhaupt erkennen, wie viel ein gewissenhafter, mit Fachgclchrsamkeit, Gottesfurcht, Umsicht und guten Willen ausgerüsteter Geistliche für seine Gemeinden und für das allgemeine Beste, zu leisten im Staude ist, und wie die Hülfe des Herrn immer dem zur Seite steht, der in solchem frommen Sinne in seiner Bestimmung unablässig arbeitet. Hefftn-Cassel. Angeregt von einigen Lehrern der Provinz Fnlda, cirkulirt augenblicklich unter sämmtlichcn Lehrern des Kurstaateö eine Petition zum Behnfe der intcllcctncllcn und materiellen. Hebung des iSr. Lehrcrstandcs. Als wesentlichstes Mittel in dieser Beziehung wird vor Allem Emancipation der Lehrer von der Normundschafr der Vorstehcrämtcr, Ecmcindcältcsten und ähnlich zusammengesetzter Schnlcollegicu gefordert. Und in der That, erwägt man die Zusammensetzung dieser und ähnlicher jüdischer Behörden, die zwar aus Biedermännern, die um das Gcmeindewohl gewöhnlich sich verdient gemacht, bestehen, die aber als größtcnthcils dem Geschäftsstande ungehörig, theilweise selbst ganz ohne Bildung, im günstigsten Falle aber jedenfalls gänzlich ohne alle pädagogischen Kenntnisse; mithin weder durchaus befugt noch befähigt sind, die Leistungen einer Schule zu controlliren, so ist cs leicht erklärlich, wie nachteilig solcher Einfluß auf die Schule sein muß, wie sehr vor Allem der Lehrer sich in sein Wirken durch derartiges unbefugtes Eingreifen gehemmt und gestört sehen muß. Zwar auch der Einfluß der Geistlichen auf das Schulwesen ist in neuerer Zeit lebhaft angegriffen Und bestritten worden, doch sieht.dcr hiebei supponirte Nachthcil in keinem Vergleich zu dem jener in dieser Beziehung durchaus inkompetenten Laien. Es ist deshalb keinem Zweifel unterworfen, daß das Ministerium d. Innern hier bald Abhülfe schaffen und auch die übrigen Punkte berücksichtigen wird, damit die jüdische Schule, die Stufe cinuehmen könne, die der Nationalerssehung augenblicklich, ohne Widerrede eingeräumt werden muß. Süden. Wie überall in Süddentschland, so erwacht auch in unserm Großherzogthume, genährt durch den Schutz, den die goldene Freiheit des Gewissens und Bekenntnisses allen Deutschen, ohne Unterschied des Glaubens gewährt, vom Neuen das religiöse Bewußtsein in früher nie geahnter Kraft und Stärke. Es war ein nicht geringer Irrthum, als man von gewisser Seite her, mit nicht zu verkennenden Wohlgefallen verkündete, es sei unter den Schwingungen der von Freiheitstaumcl durchglnheten Zeit der Untergang der Religion unvermeidlich, die Gegenwart mache so gewichtige Anforderungen hienieden an den Menschen und Bürger, daß darin der Genosse einer Religion gänzlich in den Hintergrund gedrängt werden müsse. Wenige Monate iudeß haben genügt, um diesen Irrthum in seiner ganzen Blöße aufzudcckcn, wie nicht trotz, sondern selbst durch den Genuß der unbeschränktesten Freiheit, das religiöse Gefühl mächtig gehoben und gefördert werde. Wir waren freilich schon früher und stets der Meinung, daß wahre, ächte, jüdische, religiöse, streng orthodorc Gesinnung unter der großen Masse unserer Glaubensgenossen noch vorherrschend, höchstens nur durch äußere Ver hältnisse mehr nach innen zurückgedrängt sei. die neuesten Ereignisse haben cs unumstößlich dargethan, wie jetzt, wo die beengende Fessel gefallen sich die wahrhafte Gesinnung der Majorität Bahn zu brechen weiß. Schon seit einigen Zeiten sind in einigen Gemeinden Süddentschlauds, in denen bis jetzt Ehöre bestanden, diese als nicht anS derNothwcndigkeit der religiösen Gefühle der Majorität hcrvorgcgaugen, abgeschafft werden, jetzt aber hat dasselbe in unserer Residenz Carlsruhe stattgefunden. Aber bei Weitem mehr noch als dieses, wenn auch sehr bezeichnende Factum, bestätigen die überall vorgcnommencn Synagogenraths- Wahlen, die entschieden im orihodoren Sinne ausfalleu, die von uns ausgesprochene Meinung. Solche

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