Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 42 (18.10.1848)
- Date
- 1848-10-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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So sind denn die Entwürfe der Neuen auch hierin vereitelt und wir von dieser Anstalt und ihren unberechenbaren Nachtheilen 7°va bewahrt worden, welche sie für die Religiösität unseres Volkes zur Folge gehabt hätte. Aber auch die Erleichterung, die wir in bürgerlichen Verhältnissen hofften, und die mannichfachen Ausnahmsgesetze in der Verehelichung, in der Niederlassung, im Handel und Verkehre, die wir so gern aufgehoben wünschten, blieben leider unberührt, und letztere sind noch heute in voller Kraft. Diese Härte empfinden wir, ungeachtet der Jsraelite für die Aufnahme in die Kammer der Landtags-Abgeordneten bereits activ und passiv wählbar erklärt wurde. Auffallend ists, daß, während die Gleichberechtigung aller Confessionen durch die Nationalversammlung in Frankfurt längst ausgesprochen ist, man doch noch in bayerischen Zeitungen von einem Gesetzentwürfe zur Verbesserung der Verhältnisse der Israeliten lesen muß, welchen das bayerische Ministerium erst verbreitet und kommenden Herbst den Ständen des Reichs zur Vorlage bringen will. Nach Gerüchten, deren Wahrheit jedoch noch nicht verbürgt werden kann, soll darin der Israelite bloß von der Anstellung als .Justizbeamte ausgeschlossen, im Ucbrigen aber den andern Bewohnern Bayerns gleichgestellt werden. Bewährt sich dieses, so könnten wir wol diese einzige Ausnahme, so wenig auch diese gebilligt wird, geduldig und zufrieden übernehmen. Allein Deutschlands Freiheit und Einheit wird auch die Rechte unseres Volkes nicht verkümmern lassen, und der 'Himmel möge nach den heftigen Erschütterungen, die wirf in der neuesten Zeit erfuhren, uns bald dauernde Hülfe senden. Unterfrsnken. Ueber die unermüdete Wirksamkeit des Herrn Distr.-Rabb. S. B. Bamberger in Würzburg für Verbreitung der Talmudwissenschaft, hat dieses Organ schon früher Einiges berichtet. Hier mehr davon zu erwähnen, könnte seiner Demuth mißfallen. Allgemein dankende Anerkennung aber findet die von.diesem wahrhaften Seelenhirten den hiergarnisonirenden jüdischen Soldaten, Wanderern, Kranken, Sträflingen rc. zugewandte Fürsorge, indem denselben auf dessen Namen und Zahlungspflicht im jüdischen Speisehause ihre tägliche Mittagskost gereicht wird. Wenn nun freilich von Zeit zu Zeit (gewöhnlich bei j'h» mwo >, milde Gaben zur Bestreitung der durch diese Versorgung entstehenden Kosten, die oft auf lOOTHlr. und darüber anwachsen, gespendet werden, so wäre es doch sehr zu wünschen, daß vom ganzen Regierungskreise die wohlhabenden Israeliten reichliche Beiträge diesem edlen Zwecke und zugleich nothwendigen Bedürfnisse zufließen lassen möchten, da diese Wohlthat doch meist den Armen ihrer Gemeinden zu Statten kommt. ArrS dem Diftricte Würz-urg. Eine dringliche Angelegenheit beschäftigt dieses Jahr die Pflichtbeflissenen, dieser Stadt nnd Gegegend. Es sind nämlich die gewöhnlichen Sendungen von Oaladresa 2'n-wb nicht eingetroffen und die sonsther bezogenen stehen bei uns meistens in reo. Auch hierin hat unser verehrter Rabbiner, Hr. S. B. Bamberger, es sich zur Aufgabe gemacht, diesem Mangel möglichst zu steuern. Nach längerem Benehmen mit mehreren auswärtigen anerkannten Nabbinen, gelang es seinem uneigennützigen frommen Streben, die fernlichsten O'nir-t', von bewährten Autoritäten für ächt erklärt, aus einer türkischen Provinz, direct zu beziehen. Dieselben sind bereits angelangt und unter'die 30 Gemeinden dieses Rabbinats-Distirictes so vertheiltdaß auf je eine oder zwei dieser Gemeinden Ein n-wb kömmt, mit welchem sie sich nach besonders erlassenen Anordnungen ihrer religiösen Pflicht zu entledigen vermögen. Von der Elbe. Hin ist der Sommer, vorüber die Freuden der Ernte, schon verlieren die Bäume ihre schattenreiche Hülle, verwelkt liegen die Blätter ans dem Boden umher, auch der Winzer sammelt bereits die saftvolle Beere ein, und nichts verlautet von der um diese Zeit stattzufindenden — Synode. Sollte der erste Versuch so sehr mißglückt sein, daß man nicht wagt, auch nur eine Aufforderung zur Versammlung ergehen zu lassen? Wie, sollte der Mann, welcher glaubt, sich mitten in allen Unternehmungen zu befinden, eben so wenig die Judenheit w'e das Judenthum bis jetzt gekannt haben? Nichts bestraft sich selbst so stark, als Eigendünkel und Selbsiverblendung, und