Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 42 (18.10.1848)
- Date
- 1848-10-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Himmels Granzen übersteigen, uns in unerreichbare Sphären schwingen und mir stolzem Dünkel auf die frommen Seelen herabschauen, mir Mitleid ihre sogenannte Thorheit betrachten? Wie, die im Glücke ohne Maaß, in der Norh ohne Trost, in der Fülle ohne Erhebung» im Leiden ohne Stütze sind? Wer ist der Kühne, zu sagen, das wir die Glücklichen sind? Q, ich strafe ihn, er straft sich selbst hundertfach Lügen. Ach! wie fiel das wahre Glück! Ging der Segen doch zurück, durch des Hochmurhs stolzes Sinnen. Zn dem Glauben nur war Leben, rankten auf die vollen Reben. Und der Himmel war schon hinnen. Fragen wir nun nach der Ursache dieses Verfalle« im Glauben und der h.S., so liegt sie in Folgendem- 1) Zn der Unkenntniß unserer Lehre selbst. Das Beschäftigen mit der heiligen hat schon vor 50 Zähren zu erkalten angefangen, weil es nicht immer auf richtige und würdige Art von Starren ging, und die Zeit solche Behandlung nicht billigte. Statt nun einen untergeordneteren Religionsunterricht einrreren zu lassen, ließe man die Kluft unausgefüllr, bis endlich die Unkenntniß, wie es in unfern Tagen der Fall ist. so sehr überhand genommen hat, daß uns das Heiligste und Wertheste auf Erden ein verschlossenes Dunkel, und dasselbe mir allen Schätzen preisgegeden wurde. Die Verführung zum Uebertritte dieses oder jenes Gesetzes hält natürlich dann nicht schwer, wenn wir die Gesetze selbst nicht kennen. Vergleichen wir aber unsere heutige Zugenderziehung mir der vor vielen Zähren, so werden wir unS nicht mehr wundern, warum der Unglaube mit Riesenschritten vorangegangen ist. viöc ni '? i'n k'. Nur wenn unsere Kinder in Gott erzogen, in Gott gelehrt, in Gott gewahrt werden, kann ihnen Friede aus ihrer einstigen Lebensbahn erkennen. Wenn man frühe das Wort Gottes unfern Kleinen einprägt, wird mit dem Wissen die Liebe zur Religion zurückkehren. Wenn wir unserer Jugend die merkwürdige, einzig dastehende Geschichte unseres Volkes, dessen Erhaltung nnterS türmen und Wolkenbrüchrn, unter Länder, und Völkcruntergängen vor Augen stellen, wahrlich, das empfängliche Herz kann dann gegen die Thora, die Urheberin dieser Rettung nicht gleichgültig bleiben, es wird sie einfassen, sie genau befolgen. Es ist aber noch ein anderer Uebelstand, der den Verfall unserer Religion und namentlich unserer heiligen Ceremonien herbeigeführt hat, es ist die Herzlosigkeit, womit sie ausgeübt wurden. Wie der Prophet w'vc' an einer andern Stelle klagte: '2vv Pin vIb, »21722 2^72. „Mit Lippen ehren sie mich, doch ihr Herz ist fern von mir," so können auch wie häufig klagen wenn wir sehen, wie gleichgültig, wie würdelos, wie entehrend betretet unsere Gotteshäuser, betretet unsere Kirchen, und das Herz wird euch bluten. Zn unfern heiligen Hallen, wildes Toben, unordentliches Bewegen, m jenen prunkhaften, bilderreichen Sälen, die, daß ich es nicht anders nennen darf, als die heiligste Andacht! Und wenn wir da, wo wir vor Gott stehen, uns also betragen, wenn wir da. wo wir nichts als heilig sein sollten, unheilig und gemein sind, wie müssen wir es da sein, wo wir den Allgütigen im gewöhnlichen Leben verehren, wo wir erst durch äußere Handlungen an ihn erinnert werden sollen? Das schreckte unsere anfwachsende Jugend von uns ab, das führte sie den Weg zu den fremden Göttern, und entfernte sie von Eltern und Geschwister. Freunde, wollen wir diesem nicht abhelftn, wollen wir uns nicht bestreben in den scheinbar geringfügigen Ceremonien, Geist und Herz mit Mund und Hand zu vereinen, um dadurch Israel vom religiösen Sckiffbruche zu schützen? Es ist nicht die Zeit, die uns uörhigt uns vom Heiligsten zu trennen, es ist nicht die Zeit, die unser höchstes Kleinod von unS fordert, nimmermehr. sie bietet uns nie Gelegenheiten, die zu verführen scheinen, wie der böse Geist im Menschen, nie dadurch den guten, desto rühmlicher, desto ehrenhafter, siegen zu lassen, umgränzt mit Lorbeeren und unvergänglichen Rosen. s7N 'Nhö -skl Hl U7PÜ 'NÜb lOlcpe 7,272 'NPL1 Dann. Freunde, wird der Allgütige wie Krystall machen unsre Sonnen, unsere Vernunftgesetze, zu Feuersteinen, unsere o'vD, die unergründlichen Verordnungen, und die v'öm, die Gränzen, die Zäunen, die Ceremonien unserer Weisen zu Edelsteinen. Und dann lassen wir dem Spotte seine Pfeile wehen, dem Unglauben seine Witze werfen, der glatten Zunge nne Reden uns verwunden, welcher Gottesgiäubige wird darüber erschrecken? ,'V'L7N vvcv^ j'cö!>21 P'Ä' üö 1'öv »!>2 ö2 '? 2lf>2 OpsNöl 'v »7ZV Za, andächtige Zuhörer! wenn wir fest an nnserm Gotte hängen, treu seine Gebote befolgen, uns in den Ceremonien, an denen sich Millionen unseres Volkes schon belebten, nicht stören lassen, dann wird das alte