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Der treue Zionswächter · 1848-10-18 · 42 (18.10.1848) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
42 (18.10.1848)
Date
1848-10-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Wie ganz anders aber zeigt uns die Gegenwart die jüdischen Gemeinden. An die Stelle der Einigkeit trat ein unheikbarer Zwiespalt; Zank und Streit verdrängte den früheren Frieden und die rühmliche Eintracht. Statt des vorigen einheitlichen Strebens sämmtlicher Gemcindeglieder erblicken wir überall selbstsüchtige uncigenütziges Verwalten früher so rühmlich glänzte, dienen jetzt nicht mehr dem allgemeinen Besten, sondern dem Wvhle einzelner Fractionen. Verdient ein solches Gcmcngscl noch den Namen Gemeinde? Fort mir einer solchen Vereinigung, die, anstatt zu vereinen, immer mehr den Zwietracht fördert, und dem eigentlich jüdischen Beruf der Gemeinde Gottes hinderlich ist. Hier bestrebt män sich den Neformvorschlägen allgemeine Akmckeimnng zn -verschaffen, dort wieder dem einzelnen Juden in seinem religiösen Denken und Handeln störend. entgegen zu treten, und dieses alles aus purer Glaubensfreiheit; weil kein Zwang obwaltet und ein Zeder denken und thun kann, was seine liebe Bequemlichkeit .ihm gestattet, bemühen sich die freien Glaubensmänner ihre Ansichten Allen aufzudringen. Man blicke «nur »auf die kleinen Herzog, und Fürstenthümer Deutschr -lands, wie die Herren Qberlan desrabbiner die Gemeinden mit ihren Ideen quälen und peinigen. Die spanische Inquisition ist als rin grenzenloses Verbrechen deS Mittelalters verrufen, und -diese Männer des IZten Hahrhunderts stehen wahrlich in ihrem Amte jenem inquisitorischen Verfahren wenig nach; es fehlt ihnen nup die Macht, welche jene Hatten, rrm denselben völlig ^gleich zu sein. Gottlob, die neueste Zeit hat diesem .amgerechten Treiben-auch, «in Ziel gefetzt; - kein Geist- - sicher kann ferner sein Amt auf Kosten der Glaubens- -Freiheit feiner Gemeinde, mißbrauchen. Die Freiheit setzte der bisherigen Willkür die gebührliche Schranke. Benutzer. Ihr Orthodoxen, nun Eu-er bis jetzt geschmälertes Recht, werfet -ab das Hoch der neuen -Pharaonen, sagt Euch loS von einem Verbände, welches den Stoff der Uneinigkeit in sich trägt. Bereinigt Euch -untereinander, besorgt Eure Angelegenheit -selbstwähletfolchr Vorsteher, die -mit Euch ein gleiches Streben haben, zu denen Zhr festes Vertrauen habet. Vor Allem suchrr Eure-neue Einrichtung höchst zn ver- -einfachrn, damit daS Hrrboifchaffen der Kosten nicht hinderlich Euch entgegent rete. Bereinigt-das Schächteramt mit dem des Vorsängers, -und daS Rabbineramt mit dem des Lehrers, damit dieser .zugleich die Jugend religiös erziehe, und wie einst die Rabbiner den'Schulen als siMMp c-r bevorstanden, so mögen auch die jetzigen die Schule, als ihre Hauptverwaltung übernehmen, und gleich ihrem ersten Lehrer twv religiös bildend in ihrer Gemeinde wirken, damit sie herbeiführen jene Ver- Fragment einer Rede, gehalten OM nnd in Deutz, von Israel Schwartz, ean6. tlieol. (Beschluß.) Die sonnenklar liegenden Thaten derjenigen, die Gotteewvrt treulich erfüllten, ihr« ausgeübten Wunder, ihre Beherrschung der Natur, Thaten, die nicht zu läugnen sind, wenn wir die Geschichte nicht läugnen wollen, sie geben uns Len klarsten Beweis, wie selbst die vermeintlich kleinsten Gebete mir den Geheimnissen der Welt im Verbände, seien. Und fragen wir nun, wo fanden sich denn die erhabensten Tugenden im reicherem Maaße, wo die Selbstaufopferungen herrlicher, wo die Menschenliebe, wo die Treue und Anhänglichkeit größer als bei den ehrwürdigen Alten? Haben auch ivir schon für unsere Meinungen Gur und Blut gelassen, ließen auch wir uns schon von Tyrannen Hinmartern und hinopfcrn, und weihten unser Leben auf dem Altäre GotteS und des Vaterlandes? Solche Beispiele finden sich in Menge bei unsren frommen Vördern, «nd ck«ne 4ei uns. Ja, unsere Lauheit und Kälte in unfern Glaubensa.ngelegenheiten, jetzt, wo uns alle Mittel zu Gebote stehen, nn, .sere Lauheit und Kälte für Dinge, wo wir die herzlichste. Wärme heucheln, im Gegensätze der Alten, die bie merkwürdigste Thackraft-.äußerten.unter den schwierigsten Umständen, diese Vergleichung macht, uns per-- stummen. Und war man beun.-glücklicher, fragen-wir weiter — und unsere Welt strebt doch nach nichts Ander m, als nach dem Glücke — unsere Alten, die fest -an rwv-MM, fest an allen Geboren hingen, in ihnen lebten und webten, im Glauben athmeren undstarben, die selbst im größten Unglücke gottverlrauend sich ihrem Vater im Himmel in die.Arme warfen, ohne Murren und Hadern, von seiner -Hand die schwersten Leiden empfangen, und ihn noch dafür dankten, ihre Enkel, oder wir, die wir mit -dem pHilosophtschen Geiste deL

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