Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 42 (18.10.1848)
- Date
- 1848-10-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Wahrung der OO-M r» Interessen des orthodoxen Indenthunrs. Redaeteur: Vr. En och. 4. Jahrgang. 18. «rt-ber 1818.! Altona. > Inhalt. Leitende Artikel: Die Gemeinde. — Fragment einer Rede, gehalten '2 in Deutz. Von Israel Schwarz. — Der Wille Gottes in der Natur, zur Nachahmung und heheren Verpflichtung Bon Rabb. I. Ehrlich. — Auf welchem Gebiete des neuen Deutschlands soll die deutsche Volksschule erwachsen? — Zeitungsnachrichten aus: Bayern, Unterfranken, aus dem Distrikte Würzburg, von der Elbe. — Anzeiger. — Briefwechsel. Die Gemeinde. Bei dem neuesten Umsturz aller, sowol allgemeiner als specieller Verhältnisse, droht auch dem solange bestehenden Institut der jüdischen Gemeinde eine völlige Umwälzung. Schon in einigen früheren Nummern diese- DlakkeS machten wir darauf aufmerksam, und bemühten uns nachzuzeigen, wie dieses Institut ein bloß formelles, dem Wesen des ZudenthumS nicht unbedingt angehürendeS sei*). Immer mehr aber zeigt sich die Nothwendigkeit, dies bisherige Band der jüdischen Bewohner eines OrtS ganz aufzulösen und ein neues mit dem durchgehend einfachen Wesen deS ZudenthumS mehr vereinbares an dessen Stelle zu knüpfen. Wir müssen deshalb auf die bereits angegebene Entstehung der jetzigen jüdischen Gemeinden zurückkommen, um die ») S. No. 37 ünd 38 d. Bl. Nothwendigkeit darzurhun, wie dieselben für die jetzigen Verhältnisse ganz unhaltbar geworden find. Schon früher zeigten wir, wie dir Juden durch die drückendste Lage, welche durch daS ungünstige Beehältniß derselben zu ihren OrtS- und SraatSbewohner herbeigeführt wurde, genöthigt waren, flch miteinander zu vereinen und die Verwaltung der Gemeinden dem Einflußreichsten zu übergeben. Durch diese Umstände gewannen nach und nach die BerwalrungSbeamten eine Autoritär, die, so lange alle Juden von einem und demselben religiösen Geiste beseelt waren, für die Gemeindeglieder nichts Drückendes Hane. Vorstand und Gemeinde strebten nach einem Ziele, und gerne überließ letztere dem ersteren daS selbstständige Walte», da diese doch nur daS allgemeine Beste wollten und förderte». Das Vertrauen, welches die Vorsteher genossen, war die Folge der stchersten Ueberzeugung, daß sie nicht herrisch und anmaßend gegen die Gemeindeglieder auftraten; und die Vorsteher selbst hatten stets den Satz: 'v, 'M w öv oris im Auge. Friede und Einnacht herrschte so in Israels Gemeinde». Und durch diese feste Einheit war auch daS L00S des Juden, f» ungünstig eS auch durch die äußere Bedrückung war, ein freundliches. Je mehr sie vom Umgänge der übrigen Ortsbewohner ausgeschlossen waren, desto inniger war das gesellige Band untereinander. Ein einheitliches Streben vereinigte Alle.