Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 41 (11.10.1848)
- Date
- 1848-10-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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er bei uns, daß wir die Gränzen nicht überschreiten mögen. Und wie sollen wir, da uns ein Gesetz von der Hand des Allmächtigen gezeichnet, wie sollen wir die Entweihung der heiligen Keuschheit fliehen! Sittlichkeitsgesetze sind dem Thier angewiesen, ihrer thierischen Vernunft gemäß; wir geschmückt mit dem herrlichsten Schmuck einer göttlichen Seele; wir, zur höchsten Vollkommenheit ertüchtigt und befähigt, wir bedürfen Gesetze höher» Inhalts und Deutung, die uns vom nieder» Standpunkt erheben; daß wir uns aufschwingen, das Thierische zurücklassen, und der Geisterwelt uns anschließen. Das ist die Vorschule, hier aber, mein Bruder, darfst du nicht stehen bleiben! Für dich ist das Allerheiligste aufgethan, es ist die uns beglückende, die wetterleuchtende — Thora, von der Hand der Allweisheit gezeichnet! Durch diese erhebst du dich, schwingst dich über Wahn und Tand dieser vergänglichen Welt. (Fortsetzung folgt.) Fragment einer Rede, gehalten oc-,2 in Deutz, von Israel Schisartz, eunä. tkeol. Die heilige Schrift, unsers Lebens Führerin und Leiterin, unsers Wandels Licht und Leuchte, die heilige Schrift sei der Grundstoff unserer Betrachtung. Zn den riefen, triftigen Sätzen ihres göttlichen Werkes ist Israels Vergangenheit und Zukunft zu lesen, in den Prophezeihungen, seine Schicksale, in den Lehren, seine Pflichten, in seinem einstigen Lande und in seiner jetzigen Zerstreuung. Sie ist die Fundgrube, aus der wir schöpfen, aus der wir unser Gold und Silber graben wollen, das werrher ist, als jegliches Metall, köstlicher als Schmuck und Flirrerkeiren. Wohl uns, wenn wir aus der Quelle, aus dem Dorne uns laben, nicht die rrüben Wasser trinken, die uns verunreinigen und anstecken könnten, wohl uns, wenn klarer Trank uns gesundet und neu belebet So schöpfen wir nun aus dem ersten Verse unserer heurigen 27V22, welcher heißt: ,2'7222' -s'MVO'l l'Nft s'IW ,2W2 2222 2''v s22 pTpftI")vc1 -s'5>cvc 7:272 'lwci. Arme, stürmische, giebt es keinen Trost? siehe, ich belege mit edler Farbe deine Steine; doch gründete ich dich äuf'Säphiren. Wie den Krystall mache ich deine Sonnen, zu Farbsteinen deine Thors und deine Granzen zu Ecksteinen. Wir wollen diese Trostverse von vvc', wie wir dieselben als heiliges, unantastbares i--ur zu betrachten haben. — Wenn wir den religiösen Standpunkt unseres heurigen Zudenthums betrauten, so können wir nickt umhin, eben die Worte auszuruten: armes, stürnusckes Volk! Der heilige Glaube der unsre frommen Vorfahren beseelte, ist gewichen, gesunken, selten mehr anzurreffen. Die Kampfe gegen das Heiligste haben begonnen, das Sckifflein wankt unter den MeereSwogen, dce eö zu verschlingen drohen, die Leute darauf sind enrmuthigt. sehen rhatenlos die Gefahr mir an, geben sich verloren, und die Ruderer sind erschlafft, sind ohnmächtig. Das Wort Gottes ist das Schiff, das ich meine, nnsere Brüder, die Ruderer und Schiffleure, das Meer, und die stürmischen Wogen und die lockende Verführung. Die Gebote und Lehren, die Stützen werden ganz hinter den Rücken geworfen. Ueber die Handhabung der wichtigsten Ceremonien wird gestritten, das Schwert des Einen ist gegen den Andern gerichtet, und die kleine rechrhabende Partei scheinx fast zu unterliegen. Es ist kein Wunder, m. L.. wenn w«r die Wuth betrachten, womit man zu Felde gehet, und selbst den Gottlob nicht selten anzukreffenden Funken des Glaubens vorsätzlich zu ersticken sucht, wenn wir die Verdächtigungen uns vor Augen halten, wie man brennende Fackeln als ob in die Heere der Feinde boshaft schleudert, wenn wir den leider, leider häufigen Eigennutz, der sich als heilig Darstellenden erblickt, dann können wir es leicht begreifen, warum der Friede noch fern. So führt Israel keine Religionskämpfe, so streiten nicht die Gottesmänner um das Wort ihres Herrn, des Allgürigen, Allversöhnenden, Allbarmherzigen, den sie Flüche in den Mund legen wollen, so begegnet der Fromme nickt seinen irrenden Brüdern. Sanft und ruhig, still und geduldig, zornenloS und bescheiden betritt er das Schlachtfeld, die milden Worte der Ueberzeuaung sind seine Waffen, fromme Gebete seine Pfeile, und seinen Gegner tödrek er mit Versöhnung. Dann ist der Sieg