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Der treue Zionswächter · 1848-10-11 · 41 (11.10.1848) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
41 (11.10.1848)
Date
1848-10-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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todtcn Zufall huldigen, einem willenlosen Ungefähr, Plan und geregelte Schönheit beimessen. Nur dem Thier und dem Thicrmenschen, dessen geistiges Aug'. durch Leidcuschaftsbunst umnachtct, diesem ist der große Vater, Allen gegenwärtig, unsichtbar. Bewundern wir den Uncrforschlichcn, der seine großen Geschenke nach Maaß, Gewicht und Kraft vertheilt, den im Acther schwebenden Ungeheuern Lichtwelten ihre Schwere zuwvL, um in endlosen Bahnen, ohne zu erschlaffen, den ihnen vorgeschriebenen Gesetzen gemäße Bahn zu vollenden; eben diese Kraft ist es, die im Wassertropfcn Millionen Geschöpfe versetzte, daß sie von dessen schwachen Kraft gewiegt werden und ihr Dasein fristen. Bewundern wir ferner die Allwcishcit und die Allgüte, in der Geschöpfe Unzahl, deren Stempel sie tragen, und das Zeichen seiner Huld, das sie stempelt. Das kleine Wasscrtlucrchcu, das du kaum mit dem Auge erfassest, hat Nahrungs- und Verdauungs-Werkzeuge; bewundere ferner wie jedes Geschöpf sich der Fürsorge des Allvaters und seiner Milde sich erfreuet. Cs hat Werkzeuge seiner Erhaltung, die ihm Schutz und Schirm sind, mit Wehr und Waffe geschmückt, vor Unfall, vor Feind sich zu sichern; die Kunstfertigkeit seiner Neste und Zellen zu bauen. Schlingen und Netze zu seinem Schutz und Unterhalt anznlcgen. Jedes trägt das Siegel seiner Allwcishcit, den Abglanz seiner Majestät; jedes ein Schriftzeichen im göttlichen Buche, wodurch du zur Kenutniß seiner uncrforschlichcn Größe erlangen kannst. Und dieses ist die Schrift, wovon unsere Weisen in Aboth 5, 6, lehrten: „Auch die Schrift wurde in der Dämmerung des Sabbaths-Vorabend erschaffen." Was sagen will; so lange die Schöpfung nicht vollendet war, da fehlten noch einige Schriftlichen im großen Schöpfungsbuch, das uns lehrend zeige etwas von seiner Allmacht, und somit war die Schrift nicht vollendet. Als aber die Schöpfung vollendet ward, momentan mit ihr stand auch die Schrift in ihrer Vollendung da. Der höchste Schöpfer muß dem physischen Auge, so wie allen Sinnen unbegreiflich sein, nur Materielles ist ihnen faßlich; Körperliches erreicht nur Körper, selbst Geisterblicken ist Er auch unerreichbar. Es schweift ihr geistig Auge in der Unendlichkeit Raum, ihr Blick erschlafft das höchste Wesen zu erschauen; aber seine Herrlichkeit, seine Weisheit und Huld, dieses nnseren Sinnen anpassend, dieses ist begreiflich. Der Geist in beflügelten Aufschwung schwingt sich zum Höchsten, unserem Geist ist Er nach unserer Beschränktheit faßlich, nirgends zu .finden, doch allgegenwärtig und im großen Raum der Schöpfung ist kein Punkt, der nicht zeigte seiner Allmacht Güte und Allweisheit! Lieblich und wahr entströmt der heiligen Harfe, Psalm 97, 2: „Er ist gehüllt in düsterem Gewölk; Güte und Ordnung sind die Stützen seines Throns!" Dies lehrt, sein Wesen zwar unbegreiflich; die wundervolle Harmonie aber, die Ordnung, das Planmäßige in Einzelwesen, die in der großen Schöpfungskette, die Allgüte, die Allenthalben im Weltall und überall sich ergießt, diese zeigen auf den Unendlichen, auf den Weltenmeister und Erhalter! Wunderbar jener die Geschöpfe leitende Instinkt, wie er sie zur Nachahmung anregt und ermuntert, wie wir die heiligsten Gefühle und Eigenschaften in ihrer thierischen Seele eingepflanzt finden. Betrachten wir die Ameise, die das Gut einer ihrer Genossin nicht berührt, durch das zarte Geruchsgefühl wahrnehmend, daß ein Körnlein von ihrer Freundin berührt worden, sie gehet vorüber ohne es anzutasten. Jalcut Spr. 6. Wer lehrt sie diese Tugend? wo genoß sie Unterricht? ist es nicht der göttliche Wille, der diese Tugend heiligt, und dem Menschen zur Nachahmung dienen soll? Das genügende, dir anhängliche Thier, dessen Treue du als Hüter deines Besitzes stellst, dankbarlich für die kleinste Gunst, wie schüchtern meidet cs Menschenaug' sorglich bergend was ihm Schaam bereiten könnte, du kennst wol dieses Thier! Zähle dessen Tugenden, wie beschämt stehen wir da, den Mangel dieser hohen Tugenden, bemerkend! Liehest du, geheiligt hat die Allweisheit diese Eigenschaften, Mensch! ahme sie nach, des Thierischen enthalte dich, das Heilige laß wirken! Bewundere die fromme Taube, das Sinnbild der Treue, die kein Schmeichler zurBegehung irgend einer Untreue zu verlocken vermag, nur der Tod löst jenes Band. (Eruwin 8, 10M Daher die Benennung Israels >roi', nur der Tod vermag über ihn! Unzertrennlich treu seinem Gotte, keine Lockung vermag zum Abfall es zu verleiten, kein Reiz es zu verführen! Frommes Täubchen! Wer prägte dir diese Tugend ein? Gottes Wille hat es mir eingepflanzt, die heilige Keuschheit will

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