Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1848-09-27 · 39 (27.9.1848) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
39 (27.9.1848)
Date
1848-09-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2625941-2626200-2626240--1581-2629232
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Jesaia's Mund verkündet er uns die selige Verheißung, daß am Ende der Tage die Schlummernden der Erde sehen werden, wenn Paniere auf Bergen flattern, wenn in südlichen Stürmen der Allgütige nähr, mir Schofarschall die Jahrhunderte, Jahrtausende lang Schlafenden der Erde zu wecken; zur Zeit, wenn der große Welkfrühling anbrichr, wenn der Morgen der Ewigkeit ragt. Dicht ruht der Schleier des Geheimnisses zwar auch über diese seligen Verheißungen; daS Wie und das Wann ihrer Erfüllung hat selbst dem Rache seiner Heiligen der Herr nicht vertraut — 'rrnbifn Lion '7VV owo fl'N. „DaS G-Heimniß ist bei mir verborgen, verschlossen in meinen Gemächern " äußert der Allgütige selbst darüber. Aber u'sch onoL-n 7V 17b oi'wtv. Mögen immerhin die Geheimnisse von Zeit und Ort der Erfüllung jener seligen Verheißungen dem Allgütigen verbleiben, schlummern im Schooße seiner Allwissenheit, so lange er fle noch zu verschließen für guc befindet — uns und unsern Kindern genügt die Offenbarung ihres Daseins; uns genügt der Glaube an ihrer einstigen Erfüllung; uns genügt der Gehorsam den Worten der Gorreslehre, unsern Anspruch auf jene Seligkeiten zu begründen; uns genügt die Hoffnung, mir jedem Schritte auf Mir diesen erlangten Ueberzeugungen, m. Th., lassen Sie uns vom scheidenden Jahre Abschied nehmen. Wir wollen mit dem Glauben scheiden, daß die Begebnisse der fernen und nahen Vergangenheit in Gorres Rakhschluß ihre Begründung haben, dem sterblichen Auge unerforschlich. Wir wollen in demüchigem Gehorsam mit der Ueberzeugung scheiden, daß unser schwaches Flämmchen Menschenverstand nicht ausreicht uns einen erleuchteten Pfad durch das Dunkel ewiger Geheimnisse zu bahnen. Wir wollen mir der Hoffnung scheiden, daß recht bald des Allmächtigen Arm die uns umlagernde Finsterniß zerreißen wird, um seine verklärten Kinder der Erde in den Tempel des Lichts und der Wahrheit einzuführen. Bis dahin aber wollen m. Th. wir in unbedingtem Gehorsam das festhalren, was uns und unsren Kindern geoffenbarr ist, um den einstigen Eintritt in jenen Licht- und Freudentempel damit zu erreichen. So gewaffnet, wollen wir der uns noch dunkeln Zukunft entgegen wallen; so gewaffnet, die Schwelle des kommenden Jahrs betreten; die Lichtfackel der Religion leuchtet vor uns her, und selige Hoffnung beflügelt unsre Schritte. Heil und Freude begleiten uns dann auf unsrer Lebensbahn. Heil und Freude werden uns dann auch an der Pforte des kommenden Jahrs empfangen, und nicht von uns weichen, bis nach zwälsmaligem Umlauf des Mondes wir, m. th. Br. u. Schw., uns hier an heiliger Stätte wieder so vereinigt finden, unter freudigen Nückerinnerungen auch von diesem Jahre Abschied zu nehmen. Amen! Das Jahr LGO8. Am Schlüsse dieses verhängnisvollen Jahres empfindet wol jeder Denkende daS Bedürfniß, noch einmal auf die mannigfachen Begebenheiten zurückzublicken, den Werth jeder einzeln vom Neuen zu erwägen, um dann den Gesammtnutzen, den alle diese Ereignisse für das ganze Menschengeschlecht hatten, wahrnehmen zu können. Auch wir können uns nicht enthalten, obgleich es uns vergönnt war, öfterer die welthistorischen Erscheinungen, welche dieses Jahr uns zugeführt hat, zur Zeit zu erwähnen, und deren Werth für die Menschheit, und, besonders für unsere jüdischen Verhältnisse anzugeben, — heute noch einmal auf dieselben zurückzukommcn, um nun zu erkennen, welchen Gewinn das dahinscheidende Jahr uns brachte und mit welchen erlangten Vortheilcn wirdas kommende Jahr begrüßen. Es versteht sich von selbst, daß wir, die wir uns nur den engern Kreis, das Interesse des orthodvren Judenthums zu wahren, gestellt haben, auch bei dieser Betrachtung uns nur darauf beschränken werden, daß wir nur das gegenwärtige Verhältnis des Judenthums zu dem des verflossenen Jahres aufsuchen werden. Durch diese, von uns gezogene Grenzlinie haben wir auch ferner nicht jenen großen Vortheil, den die Juden in ihren politischen Verhältnissen errungen haben, in Betracht zu ziehen; unsere Aufgabe ist blos, den Nutzen, den das orthodore Judenthum, also die Juden in ihren religiösen Verhältnissen durch die große Umwälzung erlangt hat, darzustellen. Und mit Freuden unterziehen wir uns dieser Aufgabe, denn wir befinden uns jetzt auf einer Stufe, die wir, ohne diese Umgestaltung aller Lebensverhältnisse wol kaum so geschwind erreicht hätten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.