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Der treue Zionswächter · 1848-09-27 · 39 (27.9.1848) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
39 (27.9.1848)
Date
1848-09-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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die Seinigen zu Gericht sitzt, und noch seiner Thaten Lohn ihm vergilt? Muß da nicht ernste Neue sich des schuldbelasteten Gewissens bemächtigen, bei dem Gedanken, daß hievon vielleicht die Bestimmung der Begegnrsse für's kommende Jahr» ob zum Guten oder zum Bösen, für ihn und seine Familie abhänge? Muß nicht des Erdensohnes Herz von irdischen Genüssen und leicht das angehende Jahr das letzte seines Daseins ist? Muß nicht zum höchsten Ernste seine Seele sich gestimmt fühlen, wenn er bedenkt, daß am nahenden Tage des Gerichts vom unbestechlichen Richter über Seligkeit, ihm vielleicht schon sein Antheil für die ewige Zukunft nach Befund seines Werches beschiedrn wild? Wer dies beherzigt, wird sich nicht erkühnen, die geheimen Ursachen der göttlichen Gesetze ergründet zu bilden, und seine Obliegenheiten zu beschranken. Schon in gewöhnlicher Lcbet.Slhätigkcir halt die Möglichkeit des Verlustes den Erdenbürger davon ab, fest seinen sichern Vermuthungen, zu vertrauen und ihnen zu folgen, wo er dieses zu vermeiden vermag. Und hier, wo zcilliches Wohl uud ewiges Heil auf dem Spiele sicht, hier sollte der kurzsichtige Erdensohn seinem Dünkel unbedingt Vertrauen schenken? Hier sollte er, wie der gefährliche, leichtsinnige Spieler, einem Wurfe sein Alles preis geben? Nein, meine Th-, die Geheimnisse der Religion und ihrer Gesetze, haben in der Allwissenheit ihre Heimarh, und müssen dem Herrn verbleiben. Uns aber liegt es ob, in blindem Gehorsam seinen Befehlen nachzukommen, die Vorschriften des geoffenbarten Gesetzes zu erfüllen. Diesen Entschluß befestige in uns der Wechsel des Jahres, und dann * * «; Tritt mit freundlicher Miene das kommende Jahr uns entgegen, lächelnd uns eine frohe Zukunft verkündend, lächelnd unS eine selige Aussicht nach dem Jenseits eröffnend. Als der Schöpfer des Alls seine Schöpfungen aus dem Nichts ins Dasein gerufen, da konnte er ihrer nicht bedürfen, der schon eine Ewigkeit vor ihrem Werden regiert. AuS Liebe nur bildere er Wesen, befähigt zum Genüsse des Heils und der Glückseligkeit, für welche seine Allgüte sie bestimmte. Kann es daher einem Zweifel unterliegen, daß nicht für Kummer und Leiden, wie sie uns so häufig in den traurigen Gemälden des Daseins erscheinen, sondern nur zur Seligkeit und Wonne die Erdenkinder erkoren sind vom großen Bildner des Alls? Wenn nun aber auch noch der erste Tag des Jahrs, an welchem der Allgütige seine Welken und ihre Wesen richtet, der Schöpfungslag des ersten Menschenpaars, der Stammelten, des ganzen Menschengeschlechts, im Paradiese war, kann da nicht freudiges Vertrauen unsere Seele Welten erzittern und erbeben, und selbst heilige Engel in Angst versinken, wenn am künftigen ersten Tage des Jahrs der große Richter der Welten sich auf seinen hvcherhabenen Himmelsthron niederläßr, seine Schöpfungen zu richten. Wir können, haben wir mir Glaube uns gewaffnet, mir Gehorsam uns geschmückt, getrost in Dcmuth seinem heiligen Throne uns nahen, versichert sein des Triumphs unserer Sache, daß unser Recht leuchten werde wie die Sonne am Mittag. Denn allgütig ist der Herr und von hoher Gnade. Das ablaufende Jahr mir seinen Begebenheiten, so wie unser ganzes Dasein giebc uns unzählige Beweise. So mächtig auch die Stürme gelobt, so hoch auch die schaumende Fluch sich gechürmt, und alles zu verschlingen drohte, der Herr befahl den Elementen, und sie scheinen wieder ruhiger geworden, und die Menschheit beschützt von dem Schirm seiner Gnade, scheint einer bessern Zukunft entgegenzuwandeln. Sind Leiden und Kümmernisse vom Erdenlebcn auch jetzt noch unzertrennlich, so grünt uns die Hoffnungspalme, in der Urzeit einst von Israels Propheten eingepflanzt, daß mit jedem schwindenden Jahre sich mehr und mehr die Periode naher, wo die Erde zum Paradiese umgewandelt und ihre frommen Bewohner, bestrahlt von göttlicher Herrlichkeit, in unterbrochener Seligkeit sich ergötzen. Und auch denjenigen, welchen ihre Abberufung vom Tummelplätze dieser Erde noch vor dem Eintritte jener heilvollen Zeitperiode ward und wird, auch Ihnen steht die Hoffnung aufgepflanzt am Grabe in Freuden einst zu erwachen, und aus ihren Gräbern zur ewigen Seligkeit aufzufliegen. Denn des Herrn untrügliche Verheißung ist uns geworden, daß einst er wieder sein Reich auf Erden in nie gesehener Majestät gründen, daß einst er wieder seine zerstreuten Schaafe zur Anbetung auf heiligem Berge sammeln wird. Durch

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