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Der treue Zionswächter · 1848-09-27 · 39 (27.9.1848) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
39 (27.9.1848)
Date
1848-09-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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getreulich seiner Führung folgen, wollen unsre Lebensweise seinen Zeitabschnitten unrervrdncn. Doch kaum versehen wir uns, so ist das Jahr gealtert, und hat seinen Kreislauf geschlossen. Kaum versehen wir uns, und das sterbende Jahr ruft uns seinen Abschied zu, und verlaßt uns mir gerauschten Hoffnungen und unerfüllten Wünschen an der Schwelle eines kommenden Jahres. Und, ach! Wie gehcimnißvoll liegt in ihm sters unsere Zukunft verborgen. Finsterer verhüllt als d-e Nacht, dunkler verschleiert als die von schwarzen benheircn selbst für das geübte Auge in des Jahres Innerstes verschlossen. Gilt dieses Alles aber schon bei gewöhnlichen Jahrcswechseln, um wie viel mehr muß es gelten für den Wechsel, der uns jetzt nahe bevorstehr. Meine Theuern! wir schließen ein vcrhängnißvolles Jahr, wie die Weltgeschichte in ihren Reihen nicht viele zählt. Nach vieljähriger Ruhe brach unversehens ein Sturm los im Süden, der Staaten erlichen ^nadcnsonne entzog. Wol har dieser Sturm auch manches Köstliche zu Tag gefördert, wie der, des Meerestiefen aufwühlende Orkan, oft verborgene Güter sichtbar macht. Noch aber robr der Sturm im wilden Brausen, die Wolken peitschend, die Wellen thürmend; noch leuchtet die Sonne der Freiheit nirgends hoben werden, und nur Bangen und Sorgen ist der Menschheit Loos. Wie damals an des Jordans Ufern, Israel seinem sterbenden Propheten und Lehrer den Wunsch geäußert, möchte doch die Zukunft entschleiert vor meinen Blicken liegen, so hegt gewiß auch, meine Theuern, mancher in ihrer Mitte den Wunsch, o, möchte ich doch die Begegnisse kennen denen ich bei dieser sturmbewcyten Zeit im künftigen Jahre entgegen wandle. Auch Ihnen aber möge des großen Lehrers Mahnung gelten — verborgene Dinge sind dem Ewigen unsrem Gotte Vorbehalten. Wozu bei etwa mißlichen Geschicken den Kummer früher empfinden, als ihn die göttliche Allgerechtigkeir zu reichen für gur findet; wozu bei glücklichen Degegnissen der künftigen Wonne das Süße der Ueberraschung benehmen? Das noch Verborgene möge der Allwissenheit des Herrn darum allein verbleiben, nur das Offenbare ist uns und unfern Kindern zur Betrachtung und Belehrung hingegeben. Und so möge denn beim Wechsel des Jahres nicht die verborgene Zukunft, sondern die geoffenbarce Vergangenheit es fein, was unsre Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, indem sie uns Befestigung 1) im Glauben, 2) im Gehorsam — und 3) im Hoffen zur Kräftigung der Gorieslehre in unsrem Dasein bietet. Möge es uns gelingen, diese edlen Ergebnisse als Kranz zu winden, der unser Haupt schmückt, wenn wir die Schwelle des künftigen Jahres zum Heil und Segen betreten. * * K Mi w. Z., unser Leben ist ein Traum, schnell verfliegen seine Freuden, und selbst seine Schmerzen oft. daran erinnert uns der eilige Umlauf der Zellen, daran erinnert uns der schnelle Wechsel der Jahre. Unaufhaltsam, in eiligem Fluge, rollt das Leven über dre Zeitereignisse weg. Unversehens ist das Ende der Lebensbahn erreicht, und man siehr sich oft zu früh am Ziele. Mir emporstrebendem Haupte rennt übermülhig in Fröhlichkeit die Jugend einher, Gefahren trotzend der Sorgen lachend. Bald jedoch verwandelt sich di« Heiterkeit in männlichen Ernst, die schweißtriefende Stirne furchend. Und unvermerkt wankt das Alter gestützt auf seinem Stabe herbei, mit gebleichtem, zur Erde niedergesenktem Haupte, gleichsam als suchte eS darauf die zu früh verblühete, zu schnell entflohen

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