Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 38 (22.9.1848)
- Date
- 1848-09-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Worte selbst unmittelbar darauf hinzusügt: „Es liegt vielmehr zu Tage, daß nur derjenige diese Ceremonie gestatten kann, der von ihrer religiösen Weihe durchdrungen ist." Kann denn eine Ceremonie, als solche, wie die Beschnerdung von dem bibelfesten (?) Verf. berrachret und bezeichnet, d. i. verdammt wird, religiös, wahrhaft religiös sein? Kann denn, fragen wir „die Ceremonie. die von allen die gehässigste, die dem Geiste und der Gesittung unserer Zeit am meisten entgegen ist, wirklich religiöse Weihe haben? Kann man von einer Ceremonie, die, wenn auch selten, doch immer von Zeit zu Zeit ihre Opfer verlangt,*) wir fragen, kann eine solche Ceremonie durch ihre religiöse Weihe (?!) das Gemürh wirklich durchdringen? So logisch richtig dieses ist, so sakrisch wahr ist, wenn er weiter sagt, daß gar Viele den Tag, an welchem die Handlung von Starten gehr, als einen Tag der Trauer betrachten. Nicht nur Vieles, Alles, die ganze Vorbereitung zu diesem Feste, die ganze Arr, wie eS von den Eltern und den mehr oder minder dabei Bekheiligten begangen, Dankgebere von Seite deS B'eschneiders und der ganzen kheilnehmenden Versammlung hiebei angestimmc werden, der ganze Hergang und Verlauf der Handlung bieter wahrlich nichts weniger als das Bild eines Trauercags. Wie sollte auch der Tag, an welchem der Knabe in den heiligen Bund der Religion seiner Eltern, seiner Urväter feierlich eingeführt, mit ihr gleichsam vermählt, also vereint wird, wie sollte ein Gebot, das von dem ersten unserer Väter schon als ein göttliches, lange vor der Gesetzgebung auf Sinai in seinem ganzen Umfange vollzogen, also nach mehr denn 3000jähriger Dauer bis zur Stunde mir der größtek Gewissenhaftigkeit und mit dem ausdrücklichen Gebote der Freude und erfreuender Theilnahme Aller in Israel beobachtet wird, wie sollte der Tag, der *) Und was von dem vom anonymen Verf. ebenso anonym senden Lesers dahingestellt bleiben. Indessen — wirklich gegen die Bcschncidung sprechende, durch Geschichte und Erfahrung bestätigte Belege umgeht er klug, sich nur den Anschein gebend, als seinem Beispiel .(dessen Glaubwürdigkeit aber doch noch cS-doch so allgemein bekannt und so unmöglich zü leugnen ist, wie leicht und schnell, mit welcher Vorsicht und Sicherheit unsere — 'sämmtlich approbitte Beschneide den Akt vollziehen, ' so daß nur bei' sichtbar »obwaltender physischer Unfähigkeit oder ''Schwäche ches-Mndes die Handlung verschöben^werden muß. Vollziehung eines solchen Gebotes für die Eltern, d. h. für den wahrhaft jüdischen Vater, für die wahrhaft jüdische Mutter, sie, die gerade diesen Moment zu den denkwürdigsten, wichtigsten und heiligsten ihres ganzen Elrernlebens zahlen, als einen Tag der Trauer betrachtet werden können? — — ich will nicht sagen: redlichere — nur etwas gemilderrere, nur etwas minder gehässige Gesinnung gegen GokreS Gebote, die ihm leider! großenkheils wo nicht gräßtenrheilS, als Ccremonieu gelten, so wäre ihm bei all' seiner leidigen Galle, die er nicht nur gegen eine ganze, tür ihn freilch spur- und bedeutungslos ver- Negierungen und die ganze jüngere aufgeklärte Generation", so gern ausschülter, nicht entgangen, daß gerade im Vater die Freude — und die Liebe in ihrem Weise sich vergeistigt, verklärt. Denn Liebe war es, die das Elrernpaar zuerst zu einer Einigung, zur Einheit rief, daß sie gleichsam als die beiden lebendigen Faktoren eines geschlossenen Ganzen gegenseitig sich vermitteln, vereinen, versöhnen. Diese Liebe feiert aber ihren Verklärungs-Tabor gerade in dem, was dem unerschöpflichen Born des Gefühls entquoll, woran das .Herz der Eltern an dem An- und Aufbau ihres eigenen ThatenlebenS sich erbaut — dem Kinde, und im besonder» Sinne deS Gesetzes: dem Sohne. Dis wahre Liebe bewährt sich aber nur dann als solche, wenn sie, wie der nur dem Einen und Einzigen Hingegebene auf Moria, das einzig Theuerste, was «hr geworden. Dem opfert, d. i. dankgerührt Dem daibringt, durch welchen es ihr geworden — Gorr. Gort allein ist auch hier, wie bei Allen religiösen Ceremonie» der Haupt- und Mittelpunkt, die einzige leitende Idee der ganzen Handlung, die eben durch ihre willige freudige Vollziehung das Familienfest zu einem eigentlichen religiösen Freudenfeste erhöhet. Ihm zu Danke werde der Sohn seiner (Gottes) Lehre geheiligt und darum Ihm zu Liebe mit freudigem Willen eingeführt in das Bündniß, daß Er, um Seiner Liebe .willen, mit Abraham geschlossen. Zym zu Liebe werde zum Gedächrniß des kindlichen Gehorsams jenes greisen Vaters, die ganze Handlung, der Akt der Deschneidung. .als ein wirklich dargebrachtes Liebesopser wohlgefällig vyn Ihm ausgenommen.