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Der treue Zionswächter · 1848-09-15 · 37 (15.9.1848) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
37 (15.9.1848)
Date
1848-09-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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»M 2gg Druder. und je günstiger ihm das Schicksal war, liesto größere Pflicht war eS ihm, als Helfer für die vom Unglücke Heimgesuchten aufzukreten. Nicht daS gleiche Schicksal ist'S also, was die Juden eng zusammenhielr, es ist vielmehr eine im religiösnationalen Charakter begründete Ursache, die die Bekenner der GvtteSlehre gleichsam zwang, wenn eine auf Gewohnheit gegründete Handlung als eine gezwungene zu bezeichnen ist, so für einander zu leben. Schon Hillel stellte als Basis deS JubenthumS jene bis jetzt noch nicht allgemein zur Geltung gelangte Theorie, waS dir verhaßt ist, füge auch nicht deinen Nächsten zu, auf, und sucht so jenem Hähern Gesetze der Nächstenliebe Eingang zu Verschaffen. Unsere Aufgabe ist es nicht, hier nachzuweisen. in wiefern die mannigfachen Gesetze der Gottes.- lehre, dieser Grundregel wesentlich entsprechen; glaubten aber der Autoritär Hillels Anerkennung zollen zu dürr ^en, und daß wir gestützt auf diese Ansicht murhig de, hauptcn können, daß jene Lehre bei den Juden durch iyr streng religiöses Leben wirklich zur Geltung gekommen sei. Fehlten auch unserer Behauptung alle äussere Beweise, so würde schon dieses dafür sprechen, daß der Mensch jeder durch Uebung zur Gewohnheit gewordenen Handlung sich nie entziehen kann» und wie sollte der Jude, dessen Leben nur in der Religion wurzelt und sich erhält, eine feinem ganzen Thun;Um Grunde liegende Lehre sich nicht so aneigner haben, daß die Ausübung derselben ihm unerläßliche Pflicht geworden sei. Mag immerhin jede andere Religion sich brüsten mit der Liede, die sie zu lehren vorgiebr, und ihren Werth so zu begründen suchen; im Judenthume lebt dies Gesetz der Liebe in ihrer wirklichen Reinheit und Uneigennütziger Größe. Ein inniges, festes Band umschließt die Juden aller Länder, daS Leiden der im jdrkent wohnenden, suchten die europäischen Stammgenossen stets zu lindern, und wo möglich aufzuheben. Me Huden, auS Spanten Vertrieben, fanden bei ihrem ln Italien und in Holland wohnenden Druder eine neue Heimath. Und sowie die größere Masse den verlornen heimathlichen Heerd schnell wieder erwarb, so erlangte auch der Einzelne durch die hülfreiche Hand der Menge schnelle Befreiung von seiner Sorge und Qual. Immer rief die Trauer und der Kummer deS Einen, einen mitleidigen Jammerruf beim Andern hervor, «te die Freuden der Einen zum rheilnehmenden Jauchzen den Andern einlud. So lebten die Juden stets für einander und mit einander. (Beschluß folgt.) Cntgegnung. Von L. Silberstein. (Fortsetzung.) Eine andere über den Werth deS Talmud's in gleichem Sinne und mir gleicher Achtung sprechende Stelle aus Buxdorf 6bia 6e6iv. aä L,ex. Palm, mag der des Varers sich würdig anschiießen: „Es enthält der Talmud," sagt er, „gesunde theologische Wissenschaften, wenn auch, wie MaimonideS irgendwo sagt, in unnützen Schalen verborgen. Er enthält gleichsam eine Sammlung vieler kleiner Münzen, und treuer, aus dem ausgelösten jüdischen Alkerthume bewahrter, sehr zweckmäßiger Spuren, zur Beschämung der Untreue späterer Juden (mnt in eo mnlta 66a Antiquität!» 6aäsiee eoUspsse veiut! ruckera et'vertiFia, 26 «onvineenllam xorteroruin ^uckeorum perücliam.) zur Erleuchtung der Geschichte beider Testamente, und zur richtigen Erklärung der Gebräuche, Vorschriften und Sitten deS ehemaligen hebräischen Volkes. Es enthält ferner viele juristische, mediciniscke, physikalische, astronomische und andere vortreffliche Dokumente von Wissenschaften, welche die Geschichte jener Nation und Zeit wunderbar (miri6ee) empfehlen; auch enthält er lichtvolle Aussprüche aus dem Alrerthum§ ausgezeichnet« Sentenzen, scharfsinnige, gcschmack- und sinnvolle Gee danken und unzählige Äeußerungen, die den Leser nicht nur besser, sondern auch weiser und gelehrter machen, und die gleich blitzenden Juwelen die hebräische Sprache nicht weniger zieren, als alle jene griechischen und römischen Floskeln ihre Sprache schmücken. Za, er har viele Myriaden von Wörtern, die ebensowol Ausdrücke, die in der heiligen Schrift selten gebraucht werden, beleuchten und natürlich erklären, als auch überhaupt den Gebrauch der ganzen hebräischen und chaldäischen Sprache, die bei ihrer großen Armuth von Wörtern verstümmelt und lückenhaft dastehen würben, außeror, dentlich ergänzen und vollkommen machen." Nun stände zwar der anonyme Verf., der über die Authenticitäk des göttlichen Gesetzes und hierdurch über dessen ganze, bindende und lösende Kraft, sonach auch über alle späteren, einzig auf der göttlichen Au,

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