Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 37 (15.9.1848)
- Date
- 1848-09-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2625941-2626200-2626238--1559-2629208- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der r»r ZVrrhrrrng der Zntevessrn des orthodoxe« J«de«th»«rs. Redaetenr: vr. Gnoch, 4. Jahrgang. IS. September 1848. I Altona. I n'-D k'» Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, Freitags, ein Bogen. Das Abonnement auf ein Jahr ist 44t Ct. (2 Thlr. pr.,3Fl. 30Xr.) Man abonnirt der allen löbl. Postämtern, soliden Buchhandlungen und ZeitungS-Erpedttionen. Inhalt. Leitende Artikel: Das jüdische Gemeinwesen und die jüdische Gemeinde, oder die sogenannte ri-.-?. — Entgegnung. Von L. Silberstein. — Die Würde des Menschen. Von Von Moses Glogau. — Auf welchem Gebiete des neuen Deutschlands soll die deutsche Volksschule erwachsen? - Zeitungsnachrichten auS: Jerusalem, Berlin, Frankfurt, Michelstadt. — Berichtigung. — Beriefwechsel. Das jüdische Gemeinwesen nnd die jüdische Gemeinde, oder die sogenannte Pei allen vielen und mannigfachen Schickungen, die die Juden zu allen Zeiten zu erdulden hatte, bewahrten sie mir den größten Gefahren eine Tugend, die ihnen eine Schutzmauer gegen diese Gefahren selbst, wie auch eine endliche zu erzielende Befreiung von derselben darbor; wir meinen die Einigkeit und die Einheit unter ihnen. Sters schloß sich der Jnde dem Juden an, weder Oer, noch Landlckaften vermochten das feste Anschließen der einzelnen Juden an einander aufzuheben, rn'nb ölnc' hieß es, es begrüßte der Jude den Juden als seinen Bruder. Mir einem freundlichen Willkommen wurde der Fremde beim Hereintreren empfangen, vertrauungsvoll ward ihm die Rechte gereicht, und mit inniger Theilnahme nach, seinem Begehr gefragt. Auf einen solchen Empfang rechnend, trug der Fremde auch kein Bedenken, jede ihm noch so unbekannte Sräkte zu betreten; ohne Furcht, ohne Zagen, schüchrernlos und keine Anast verspürend suchte er sein sorgenvolles Gemürh in den Busen seines ihm ganz unbekannten Frenndxs auszuschütren, seinen kummervollen Zustand diesen mirzukheilen; denn er wußte m der Brust seiner jüdischen Brüder schlägt für ihn ein kheilnehmendes Herz, lind er täuschte sich Nickt. Das Leiben des Einzelnen fand in der Theilnahme der Masse stets Linderung und Trost; wie konnte im Judenrhum Jemand fick als verlassen de. trachten, auch dem schamvollen Gemmh ward ohne Verletzung seines Gefühl- Hülfe und Heil. ES lebte der Jude stets für den Juden. Wollten wir hier nach Beweisen Haschen, so werden uns Legionen von dem schönsten, edelsten Handlungen zu Gebote stehen; doch wozu Beweise zu einer allgemein bekannten Thatsache. Selbst die sonst uns nicht ganz holde Geschichte mit allen ihren Verfassern können nicht umhin diese- Io» bend zu erwähnen, und als mustervoll wird eS selbst von unfern fanatischen Gegnern gepriesen. Suchen wir nach der Ursache dieser beispiel-losen Einheit unter einer durch Sitte und Sprache sehr unter einander abweichenden Masse, so dürfte uns jener triviale Grundsatz, daß Leidensgefährte eng aneinander halten, am wenigsten genügen. Auch dem beglücktesten Juden war stets der unglückliche Sramm.^enosse ein