Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 36 (8.9.1848)
- Date
- 1848-09-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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285 Mv ar.sialt und muß es noch mehr werden; die Geistlicken dagegen: Nickt dock, die Schule gehört dem Gebiete der Kucke an und muß mehr Kirchenanstalr werden . und sein, und endlich noch andere: Die Sckule darf weder vom Staate und von der Commune noch von der Kirche abhängia gemacht werten sondern muß als ganz selbständige Anstalt dastehen. So will jedes der drei Gebiete, jede der drei Herrschaften die Volksschule, und auch will ste sich selber haben „Niemand aber kann zweien Herren dienen," noch weniger dreien. Bisher aber har die Volksichule nrckr nur diesem Dreigebier dre ien, sondern auch von dieser Drei- und Vierherrschaft sich regieren und hm- und herzerren lassen müssen. Denn erstens regiert sie der Lraat. Er bildet, prüft, bestallt, straft und beivdi ihre Lehrer: er bestimmt das Fixum, er ordnet Sch ilbanren an, er aiebt Gesetze, Verordnungen und Regulative. Man ftllte also wol meinen, die Volksschule sei Sraatsanstalt. — Dann aber kommt allwöchentlich oder dann und wann oder doch del jeder meinen, ine Schule sei eine Sache der Geistlichen, ein rein kirchliches Institut. „Wer aber das Geld giebr. in der Herr," sagt man. Und wer gibt das? Wer welligen Bedürfnissen der Sckule? Sind es nicht die Gommünen? Sie sind also die nächsten und natürlichsten Zerren der Schule, und die Schule, wird jeder Denkende urkheilen, muß eine reine Communalanstalr sein; zumal da die Schule in der Commüne ihre nach» sie» Vorgesetztenden Schulvorstand, der sie überwachen svll So verordnet der Staat, die Kirche gängelt, die Commune verweigert, und soiderr so daß die Schule oft zuletzt nicht we«ß, mit wem ste eS halten soll," *) und man «hr den Wunsch nicht verargen kann, sich dieser Drei Herrschaft zu entwinden und als „ eibständige Anstalt" dazustehen, die sich am besten selber leiten nnd regieren könne. (Fortsetzung folgt.) ») »Deutschlands gefammteS Bolksschulwefen.» Von einem sächsischen Schulmanne. Bautzen 1813. S. 21 u. 25- - - Zeitungsnachrichten. Mecklenburg-Schwerin. Unser Obccrath hat durch seinen betreffenden Bericht, Seitens der Landesregierung einen Entscheid herbeigeführt, der für die folgenreiche Entwicklung der jüdischen Dissidenten hiesigen Landes von höchster Bedentulig sein muß. Ein sogenannter jüdischer Dissident war in Rehna zum Gemeinde- Vorsteher gewählt worden; auf desfalsigen Bericht des Oberraths folgte der Regierungsbescheid: Dissidenten können nicht zu Gemeinde-Vorstehern gewählt werden. Wir wollen diesen Entscheid ganz und gar nicht antasten, aber eben so wenig die aus demselben hecvorgehenden Eonsequcnzen uns rauben lassen. Kann ein Dissident die Rechte der Gemeinde mchl für sich in Anspruch nehmen, so muß er norhwendig auch der Pflichten gegen dieselbe ledig sein. Wie ein Mann müssen sämmttiche Di,silenten Mecklenburgs auskreten, müssen es ernst und gemessen erklären, wie sie nicht ferner zn den Kosten der Gemeinden, des Oberraths, des Landesrabbuiers beiuagen können und werden, wie sie sich jedenfalls zu selbstständigen Gemeinden cvnstituiren wurden. Kein Oberrath, nicht einmal die Landesregierung kann dieser gerechten Forderung entgegen treten, unter dem Schutze des tz. U! der Grundrechte wird endlich die lauge vorenthalkenc Gewissensfreiheit auch den jüdischen Dissidenten Mecklenburgs werden, und wir werden selbige zu nutzen wissen. Wir freuen unö somit jenes Bescheides, er ist es, der das Band zwischen uns und dem Oberrath nebst seinem Landesrabb. gelöst und der uns Bürgschaft bietet, daß wir fernerhin sein können, was unfern Gefühlen, unsrer Ueberzengung Bedürfniß: treue wahrhafte Juden! Grosiherjogthum Hessen. Vor Kurzem ist mir die Nachricht geworden, daß im Kreise Worms, in Obenheim, die Israeliten von ihren Mitbürgern nicht nur bei Tag, sondern auch bei Nacht viele Plackereien und Unbilden zu erdulden hatten. Da sie nun durch solche Vorfälle und Veranlassungen ihre Ruhe gefährdet sahen und für ihre Sicherheit und Leben besorgt waren, so suchten sie darum nach, daß ihnen eine Schntzgarde