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Der treue Zionswächter · 1848-09-01 · 35 (1.9.1848) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
35 (1.9.1848)
Date
1848-09-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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neuerwachte thatkräftige Leben heraufbeschworen wurde. Der gesunde Geist der Bürgerschaft hat zwar dieses Verfahren gerichtet, der Ruf nach einer constituirenden Versammlung ist iu allen Kreisen so laut geworden, daß keine Gewalt denselben zurückweisen kann. Die Unterzeichneten sind deshalb wegen des endlichen Ausganges beruhigt. Wie sich aber auch die Sache wenden möge, so müssen wir jedenfalls gegen jene, dem Zeitgeiste und den Menschenrechten hohnsprechende Ansichten und Beschlüsse protestiren. Wir müssen laut aussprechen, daß unsere heiligsten Rechte verkannt worden sind, und wenn Etwas unser verletztes Gefühl noch steigern kann, so ist es der Umstand, daß die Auflehnung gegen die Beschlüsse des Vorparlaments sich in das Rechtsgewand kleiden und durch dialcctische Gründe blenden will. Diese öffentliche Verwahrung vor ganz Deutschland sind wir unseren Rechten und unserer Ehre schuldig.,, (F. 2 ) Mähren Unser Landrabbiner hatte folgenden Aufruf an alle mährische Gemeinden erlassen : Aufforderung zu patriotischen Spenden an Silber oder Siiberwerth. Das Vaterland bedarf der Kräfte aller seiner Kinder. Darum dieses Wort an Euch geliebte Brüder. Wohl, meine Brüder, kenne ich Eure gedrückten Vermögtnsumstände, kenne die Lasten, die Ihr bisher zu tragen habet, weiß, wie namentlich Euch die Gewerbe und Nahrung störende Folgen der Zeitereignisse getroffen, und wie sehr Ihr gerade jetzt im nahen und nächsten Kreise Ln Anspruch genommen werdet. Allein ich weiß auch, 'daß Ihr jüdische Herzen habet, und jüdische Herzen nie zurückgestanden, wo es galt Hab und Gut für's allgemeine Beste hinzugcben. rwc 7cf> -wr, oh ic->7 das Wohl des Landes mit aller Kraft, mit aller Aufopferung zu fördern, das war und ist uns heilige Gottcspflicht, und die Aufforderung, die in deren Namen an uns ergangen, hat uns nie lässig und zaudernd gefunden. Außerordentliche Zeiten fordern außerordentliche Opfer von Jedem und nur wenn Jeder das Seinige thut, kann das Ganze zum Heile erstehen. , Schon strömen von allen Seiten Gold- und Silberspenden der Staatsverwaltung zu. Lasset uns nicht die Letzten sein, meine Brüder. Geld werden die meisten in dieser schwergedrückten Zeit nicht wol spenden können; aber einiges Silbergeräth haben die Meisten, und gerade Silber zur Münzprägung ist der Staatsverwaltung am willkommensten. Darum meine Bitte an die jüdischen Häuser unserer Provinz, n' nrwr L'b jedes nach Kräften, jedes über seine Kräfte lege eine gottgefällige Spende auf den Altar des Vaterlandes! Die ehrsamen Vorstände der Gemeinden wollen sich gefälligst sofort nach Eingang dieser Zeilen der Sammlung in ihren Gemeinden unterziehen. Jeder Beittragende beliebe Zahl und Gewicht Her gespendeten Silberstücke einzuzeichnen, und wollen die ehrsamen Vorstände gefälligst die gesammelten Effekten sammt beigegebener Sammmlungsliste im Wege der Herren Komiteeglieder oder unmittelbar an den Unterzeichneten längstens bis 11. Juli versiegelt zuseuden, und erlaube ich mir, die Herren Commiteeglieder hiemit höflichst einzuladen, am 12. Juli der Eröffnung und Anfertigung des Gesammtausweises hier beizuwohnen, womit die Sammlung dem Bestimmungsorte zu übermachen sein werde. Möge auch bei dieser Gelegenheit und in dieser Zeit der ächte Sinn jüdischer Freigebigkeit sich bewähren , der zu aller Zeit und in jeder Lage für gottgefällige Zwecke uns geleitet. Nikvlsburg, 1848. Der Oberlandesrabbiner Hirsch. Dieser Aufforderung wurde auch von vielen Seiten Folge geleistet, uud hat der Landesrabbiner in den öffentlichen Blättern die Erfolge seiner Bemühungen bekannt gemacht. Hon -er Elbe. (Beschluß.) Also eine Synode thut uns Noch und zwar eine allgemeine deutsche Synode; denn nach den neuesten Zcitideen ist ja die Sprache allein das einzigste Band eines jeden Dolkssiammes, und da wir auch uns als Deutsche betrachten, folglich muß

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