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Der treue Zionswächter · 1848-09-01 · 35 (1.9.1848) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
35 (1.9.1848)
Date
1848-09-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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275 Wvnen der erste aller ErziehungSfaktvren und Bildungsstoffe einer Volksschule: das Vaterland.*) das rheure, in welchem die edelsten Gefühle, so wie Kraft und Stärke jedes Mitgliedes der Nation« wurzeln. Es fehlte das Vaterland, das will sagen der Boden, der uns trägt und nährt, auf welchem wir als Nation so und nicht anders hervorgewachsen, und der sich unter unfern Händen wiederum so gestaltet, den mir so bebauet und bewahret haben; denn nur das ist LandeSvder vielmehr Vaterlandsbeschreibung, die zugleich den ganzen naturkundlichen Unterricht der Volksschule kheils in sich fassen, kheils an sich ziehen muß. Es fehlte das Vaterland, daS will sagen, das Volk, das diesem Do, den entsprossen, und wie und warum «S das und nichtanderes geworden ist. Diesem Werden, Wachsen und Sein, dieser Entwicklung des Volkslebens, diesem historischen Gange reiht die Volksschule als solche, die für sie noch norhwendigen und nützlichen Bildungsstoffe der gesammren Culrur der Welt ein, und läßt sie nach Bedürfnis als selbständige Unterrrchtsgegenstände hervyrtreren, und zwar da und dann, wo und wann sie an uns heran und in unser Volksleben eintraten und Einfluß übten — national oder auch abgewiesen werden. Dadurch erst kommen sie zum interessanten Berständniß und volksrhümlichen Leben. Und wie unsere Schulen den vaterländischen Grund und Boden verlassen haben, so auch die Produkte dieses DodenS und der Nation, z. D. die deutschen Sänger und Dichter mit ihrer Volkspoesie in Liedern und Sagen. So haben unsere sogenannten Volksschulen nicht beachtet oder wol gar gering geschäht unfern heimathlichen Boden, unser heimarhliches Land, unsere Geschichte, Cultuc und Nationalität — und lieber Slreifzüge auf fremden Fluren gemacht — nicht geachtet, die Zeiten und Zustände aus welchen unser Daseiw erwachsen ist, und daß diese auch für die Zukunft erzeugende und wieder¬ *) -Was kannte ein griechischer und römischer Jüngling besser' und Besseres, als sein Vaterland und. die Erlebnisse englisches Mädchen mehr und lebendiger, als eben »Alt-Eng» land» und seine Geschichte? Wofür sonst erglüht der Franzose leichter und mächtiger, als für sein »schönes Frankreich« und dessen Heroen auf dem Schlachtfelds oder auf dem Gebiete der Wissenschaft uNV Küüst? Unsere Zügend erglüht für Vieles, nur nicht immer und überall für das, was vor Vielem Noth ihut. für's Vaterland, weil sie eö gewöhnlich nicht kennt.« Dir- Dr. Vogel in der Vorrede zu ferner «Germania» 1817. gebärende Zeiten sind. Sie sind nichtAeste und Zweige am Stamme der Nation; da- Blut in ihren Adern kömmt nicht aus dem Herzen der Nation; womit man sie tränkt, nicht aus vaterländischen Quellen, womit man sie speist, nicht vom vaterländischen Boden; der Geist, den man ihnen einhauchr, ist kein Odem vom Genius der Nation, sie gleichen nicht dem Epheu, der sich emporrankr an der deutschen Eiche. Vielmehr haben unsere bisherigen Volksschulen ihr Vaterland und ihre Nation dahinten gelassen und sich dadurch selber aufgegeben und verflüchtigt; sie sind nach Zweck und Bilbungsstoff aus der Nauon herausgerreren und schwimmen auf dem weiten Meere der „allgemeinen Menschenbildung und Welrcultur; sie haben in ihren kosmopolitischen Bestrebungen die eigentliche Volksschule vernichtet und sind zu Waisenhäusern der Nation herab, gesunken und haben diesen — unbewußt und unbemerkt — die Kinder vom Herzen gelöst, und zu unkundigen und kalken Fremdlingen im Vaterlande erzogen. „ Oaher die vielen DeuklchlanlnMüden; daher die vielen radikalen, herzlosen, kosmopolitischen Wühler, die aller historischen Bildung bar und ledig, und daher auch der historischen Entwickelung abhold sind und das rheure Vaterland durch einen Umsturz zermalmen könnten; daher der Hohn und Spott des Auslandes über dies engherzig spießbürgerliche uttd doch zugleich wieder kosmopolitische, in 38 Stücke zerrissene Herz Eurova'S. Nein, hätte Deutschland Volksschulen «m wahren Sinndes Wortes gehabt, es würde anderaussehen in Deutschland, es würde anders stehen um Deutschland. Kein Mann noch König würde dann engherzig Protest,ren können gegen die Einheit Deutschlands. Wie aber 1846 Biele, werden auch noch jetzt noch Manche mrr entgegnen : dieses Princip der National» bildung sei doch viel zu engherzig, und führe zur chinesischen Abgeschlossenheit; allgemeine Menschenbildung oder die Kinder zuerst zu Meiischen zu bilden, sei doch Hauptzweck der Volksschule. Nicht das enge Vaterland allein dürfe den Dildungsstoff liefern, vielmehr müsse der Lehrplan fämmkltcher Bildungsanstalren d,e Culrur der Welt spiegeln, und umfassen." — Und ich antworte wieder: Laßt ab von dieser Chimäre des Allgemein r Menschlichen, des abstrakten Menschen, unb Welklmrgerthüms; versündiget euch nicht länger am Varerlande. Sucht nicht da draußen und in der Fremde vergebens, was ihr daheim so reichlich habt. Wir stecken ia bereits bis über dl« Ohren «m

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