Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 33 (18.8.1848)
- Date
- 1848-08-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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263 religiösen Geistes sich gezeigt, vielmehr durch destruktives Streben sich ausgezeichnet habe. Daß die desfallsigen Vorwürfe nur das theol. Mitglied bei der Oberkirchenbehörve treffen, ist nicht nur in der Natur der Sache gegründet, sondern auch darin, weil man im ganzen Lande der Ueberzeugung lebt, daß die weltlichen Mitglieder dieser Behörde das Gewissen jedes einzelnen Israeliten streng geschont haben wollen, und daß sie es ni nt Neben, durch theol. Spitzfindigkeiten ein Eingreifen in das religiöse Leben als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Was unsere Rabbiner betrifft, so haben diese die ihnen zugcfcrrigten, Instruktionen zu vollziehen, und wir sind es von dem weit größern Theil unter ihnen überzeugt, daß sie manchen Auftrag nur mit tiefen Widerwillen vollziehen. Allein wie cS bei ähnlichen Fällen zu gehen pflegt, daß der Unwille über gewisse Verordnungen nicht nur gegen die Urheber, sondern auch gegen die Vollstrecker sich Luft inacht, so geht eS auch hier! Man ist fast mit allen Rabbinen, bei aller Achtung die man den meisten.derselben wegen ihrer aufrichtigen Frömmigkeit und vielen, auch wegen ihrer ausgezeichneten theol. Kenntnisse zollt, unzufrieden; weil sie die Anordnungen, die ihnen Seitens der Oberkirchenbehörde in Kultsachen zukommen, vollziehen, (was eine Unbilligkeit von Seiten des Volkes ist) und weil sie nicht schon früher zusammeugetreten sind, und auf gesetzlichem Wege Schritte gegen manche Ucbergriffe unterlassen haben, da doch sie von mancher Gemeinde zu solchen Schritten aufgeforderr worden sind. *) Namentlich hat Herr Assessor Weil zu allen Zeiten, wie scho^i früher in diesen Blättern gesagt wurve, für die Anwcgung der Gemeinden und der Individuen das Wort nicht geredet würde- — Schon bei der Anfertigung des Neligionsbuchs äußerte Herr Assessor Dr. Weil, auf den Antrag, daß dieses Neligionsbuch zweckmäßig in den israel. Schulen eingeführt werden sollte: »In diesem Falle würde ich gegen dieses und gegen jedes andere Neligionsbuch protestiren, und es verwerfen, weil ich mich nicht berechtigt halte, dem Gewissen des Letzten meiner Glaubensgenossen, zu nahe zu treten.. ' Dazu kommt noch der Umstand, daß bei dem Rabbinatseramen auch solche Individuen als befähigt erfunden werden, von denen man einmal durchaus nicht glaubt, daß sie auch nur sehr mittelmäßige Kenntnisse in unfern Religionsschriften besitzen, und daß bei Anstellung und bei der Amtsführung der Rabbinen auf das religiöse Leben derselben nicht gehörig Rücksicht genommen wird. Dies znsammengenommen, läßt die Gemeinden fürchten, daß in Zukunft wir nur Rabbiner bekommen können, die zwar die Lämmer scheeren, und sich in ihre Wolle kleiden, aber nicht im Staude sind, die Heerdeu zu weiden, und auch die Schwächer» zu teilen. Und darum wünschen sie deren so wenig als möglich zu bekommen, und eS gingen von Mergentheim und von sehr vielen Gemeinden an der Tauber, am Kocher, an der Jart und am Neckar, neben dem Mißtrauungsvotum gegen Dr. Maier, auch der Antrag aus, oaß im ganzen Lande blos vier statt der bisherigen dreizehn Rabbinate bestehen sollen. Ans den zahlreichen Gemeinden des Schwarzwaldcs, waren ebenfalls Petitionen ausgegaugen, die eine Umgestaltung der Tinge dringend fordern. (Beschluß folgr.) der Elbe. Mit Freuden begrüßte wol jeder redlich Denkende mit uns die große Umwälzung, welche in den letzten Monaten allen Verhältnissen widerfuhr, und die nicht minder tief in das innere Mark des Indenthums selbst hineingriff. Die Freiheit, welcüe sich Bahn brach, und alle sie bis dahin eiuengenden nirt wurden, nicht rechtfertigen, denn das Verfahren des 'polizeistaates darf uns nicht zur Richtschnur dienen, denn w-rS-