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Der treue Zionswächter · 1848-08-18 · 33 (18.8.1848) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
33 (18.8.1848)
Date
1848-08-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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uns vorläufig damit, daß aus dem Österreichischen israelitische Männer, wie Mannheimer, Dr. Goldmark und vor. Älleil, der-allseitig geachtete, ehrenwcrthe, als gewesener Präses des Sicherheitsauschnsscs so verdienstvolle Dr. Fischhof im: hohen 9ieichstage zu unserer Ehre , und Freude Sitz und Stimme haben. Und sollen, und werden solche Männer nicht begeistert und begeisternd für das Menschenrecht ihrer Glaubensgenossen ihre Demosthenes-Sprache erheben, undeiue erlauchte Versammlung dafür zu enthusiaömiren wissen? Wir haben nicht Ursache im Entferntsten daran zu zweifeln, und rufen jedem dieser Männer zu: ww? r>b! Aus dem Würtcinlierglscljen. ' - «Attfgeschvbcn, ist nicht aufgehoben!« Es wird also die von Herrn Dr. Maier zu Stuttgart im vorigen Sommer ausgeschriebene Versammlung würtemb. Rabbinen doch statt finden! Und wurde sie auch nicht im Juni, so wird sie doch im August abgchalten, und versammeln sich die Herren Rabbis nicht in Jebenhausen, allwo eine zahlreiche isr. Gemeinde ansäßig ist, so versammeln sie sich doch zu Obertürkheim, einem Orr an der Eisenbahnlinie zwischen Eßlingen und Stuttgart, allwo gar keine Juden wohnen. Diese Veränderung des Ortes und der Zeit würde aber die anfängliche Bestimmung dieser ehrwürdigen Versammlung noch keineswegs umgemodelt, würde ihr auch keinen andern als den ursprünglich beabsichtigten Typus aufgedrückt haben. Allein das Rad der Zeit hat seit dem Sommer 1817 nicht nur sehr schnell sich gedreht, sondern hat auch starke Einschnitte gemacht. Und dieses Umdrchen, und dieses Einschneiden sind es, die der fraglichen Versammlung veränderten Einberufungsarund gegeben und verändertes Ziel gesteckt haben. Im Sommer 1817 wurde eine Versammlung projektirt, um Reformen im Kultus vorzunebmen, der Synagoge, das aus eigenen Stoffen gefertigte ihr genau anpassende, seit Jahrhunderten sie gegen alle Stürme von Außen schützende und die innere Wärme erhaltende Gewand zu entreißen, und ihr ein modernes Kleidchen, dessen einzelne Lappen aus verschiedenen, einem fremden Boden entsprossenen, Produkten gewoben, und nach täglich wechselnden Residenzgeschmack zusammengefügt sind, auf den Leib zu kleistern. Jetzt, im August 1848, ist keine Rede mehr von Orgeltönen, von dem ästhetischen Schofarblascn, von dem Ausmerzcn aus den Gebeten, was an unsere Vergangenheit erinnert und unsre Zukunft bezeichnet! In der Versammlung zu Obertürkheim sollen keine Witze über heilige Gegenstände gemacht werden, auch wird dabei nicht wie in der R.- V. zu Frankfurt beabsichtigt p mcv und ip-w zu einer Harlekinsjacke zusammenzuflicken, und die Zuhörer in eine heilere Stimmung zu versetzen. Der Ernst wird dort herrschen! Auch werden nicht, wie es im v. I beabsichtiget war, laische Glieder eingeladen, ja nicht einmal zugelassen werden, vielmehr wird die Versammlung gleichsam bei verschlossenen Thüren abgehalten werden; denn es handelt sich um-die Existenz und um das eigne Interesse der Herren Rabbiner. Und diese Zwillingsgeschwister sind es, die diesmal dem Hrn. Dr. Maier Ln die Hand gedrückt haben, seine Cvllegen zusammen zu berufen. Die Sache verhält sich also. Die Landgemeinden, von denen man wähnte, .sie seien so eingeschüchtert, daß sie es höchstens wagen, über die auö der Residenz ihnen zugeschickte geistlichen Befehle laut zu murren und sie im Stillen zu umgehen, von denen man aber nie fürchtete, daß sie entschiedenen, festen und offenen Widerstand leisten würden, sind jetzt nnvermuthet mündig geworden; halten Volksversammlungen, wobei Petitionen an das Kultministerinm und an die Landstände votirt und mit Hunderten von Unterschriften bedeckt werden, und in welchen Petitionen um Befreiung von der geistlichen Oberherrschaft gebeten wird, weil diese nicht als Schützerin des volkstümlichen *) Las Volt, das in seinem weit größerm Theil dieses wollte.

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