Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 33 (18.8.1848)
- Date
- 1848-08-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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einen Wust von Sophismen. Kleingeistcrei, WerrhlvieS, Unnützes in sich trägt, soll ihn als Unterlage seiner Reformen dienen. Der Talmud, der Angiaestall unseres Herkules? enthalt sogleich goldene Lehren, wo sie der Tendenz deö Verfassers scheinbar gemäß sind, wo er sie mirrelst Verdrehung und falscher Auslegung seiner Theorie anzupassen vermag; der Talmud, das Hirnqesvmnst, das Spinngewebe aller Kleingeister, wird plötzlich zum festen Boden, wo Verfasser selbes für geebnet sinder, sein eingebildetes Riesenwerk, an den er 20 Zahreqearbci rer» darauf zu bauen. Aber wie ich hoffe, wird eben dieses, mir vorgeblichen Liebestrank bestrichene Gewand unseres Herkules, seinen Untergang herbeiführen, indem Verfasser dadurch an den Tag gelegt, daß er nur gleich einen Spion in dem ihm feindlichen Lager der jüdischen Theologie herumgespaher, nirgends aber recht zu Hause sei, ja unzählige Stellen ihm eine terra meo§n!ta sind, und die von ihm c'tirte nicht richtig aufzufaffen vermag, welches ich, um den geehrten Leser nicht zu ermüden, nur durch einige Stellen beweisen will, aber bereit bin, t.)m auf Verlangen noch unzählige Zrrthümer nachzu- Seite 35 sagt Verfasser: „Der Genuß des Unschlirrs sei verboten, damit kein Sterblicher das verzehre, was dem ewigen Unsterblichen gehört. (Oussr! 3. 0. ^aelimoiütles AIa!mvn!3es inNore 3.) ete. Also dies ist das Arkanum unseres modernen Reformators! daß er den Worten unserer Weisen eine neue Nase andreher, um sie mit seinen Reformen in Einklang zu bringen? Indem Cusari daselbst behauptet, der Sterbliche könne unmöglich mit Gewißheit die Ursache eines jeden göttlichen Gebotes angeben, und indrm MaimonideS das. C. 46 eine andere Ursache angiebr; und indem Nackmonides das von Boit 3. 17. wo es heißt: Es sei ein ewiges Gebot rc. richtig reducirr, daß es kein temporelles Gebot sei, will VerfaS» ser gerade diese Matadoren der jüd. Theologie, als Handlanger zu seinem sophistischen Gewebe gebrauchen? Und unser so richtig denkender Reformator! der mir der haargenauen Waage seiner Vernunft, selbst das Göttliche so gut abzuwagen vermag, soll eine Idee umfassen, die offenbar jeder gesunden Vernunft Hohn sorichr, da doch dem Israeliten weder talmudisch noch mosaisch verboten ist, dieses Unschlirr seinem heidnischen Sklaven, ja selbst seinem Thiere alö Nahrung zu reichen; und Verfasser klagt noch über Sophismus? S. 37 hält Verfasser die Observanz deS Schlacht tens für überflüssig, weil eS eine leicht zu folgernde Thatsache ist. daß die Israeliten während ihres Nomadenlebens in der Wüste oft auf hoher Zagd waren, und weil sich der fromme Patriarch Zfaak an einem Wildprettgerickt gelabt. Also Herr Moses, lag etwa schon dem Patriarch Zsaak als Pflicht ob, die erst nach einigen hundert Zähren seinen Nachkommen ercheilre Gebote zu befolgen? Und ist das vsebor d» ivllst keine zwei Schwestern heirathen, auch eine Lüge? Weil der Patriarch Zakvb zwei Schwestern geheiralhet? Oder stützt sich Verfasser auf die rabb,Nische Sage, daß Pa» rriarch Abraham selbst das Gebot des Erub Tadschi, l>n beobachtet? Warum soll nicht auch diese rabbinische Sage Stich halten? Daß der Patriarch Zsaak ebendaselbst seinem Sohne Eßom befohlen, das Wildprek zu schlachten? (Br. Raba. C. 65.) Und ein solcher Religionsphilosovhaster will den Stab über göttliche Lehren drecken? Will mit seinem haarspalrenden Scharfsinn, (risuln te neatis) die heilige Thora von ihren Schlacken reinigen? Er, der mir frecher Stimme selbst den heiligen Patriarch Zakvb, und den von allen Na» livnen hochgeseierren weisen PsalMisten einen Halbwil» den nennt. (S. 71 vergl. Sam. z. C. s.) wird, wo es seine Taktik erfordert, rvgleich zum rabbiniscken Schwärmer? Er. der die Heiligkeit der Thora ablaugr ner, glaubt den rabbiniichen Sagen, und meint, daß man den Wolf im SckaafSpelze nicht erkennen wird? Muß man nicht beim Anblicke eines solchen Cattlina n.it Cicero ausrufen: O teiupora, o inore8, o tae!nora inauslita! Ferner weiß ich nrchr, wo Verfasser entnommen, daß in der arabischen Wüste auf reme Vögel oder Thiere Zagd gemacht wird, da die Erscheinung von Vögeln den Karawanen als Zeichen nabeinahe alle dorr befindlichen Thiere ungenießbar sind. Oder glaubt Verfasser, daß sie in der Wüste auch unreine Thiere genossen, und will davon rrduriren, da die Kinder Zsrael in der Wüste den Hasen ungeschlachter gegessen, folglich ist das Schlachten überflüssig? O, welcher schöner Syllogismus! Welche herrliche Geburt eines modernen jüdischen ZesuitiSmus! Ebenfalls hat Verfasser das. die Stelle »n Zr. Soktha 48 nicht rich, tig aufgefaßt, da es dort ausdrücklich heißt, daß daS Opfcrchier ungeachtet deS Schlagens auf das Haupt, dennoch geschlachtet wurde. (Beschluß folgt.)